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Protest gegen Besoldungspläne

Lehrer kritisieren Land Protest gegen Besoldungspläne

Lehrer aus dem Kreis Segeberg wehren sich gegen Pläne der SPD-geführten Landesregierung, die Besoldung nur teilweise zu ändern. Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gehen die Pläne nicht weit genug. Sie sieht vor allem Grund- und Hauptschullehrer benachteiligt.

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Lehrer Janek Radomsky, Sabine Duggen (GEW-Kreisvorsitzende) und Matthias Heidn (GEW-Landesvorsitzender) diskutierten mit dem SPD-Landtagsabgeordneten und Schulpolitiker Kai Vogel über das geplante neue Besoldungsgesetz.

Quelle: Harald Becker

Kreis Segeberg. Zu einer Personalversammlung zu diesem Thema für 120 Lehrer an den Schulstandorten Leezen, Nahe, Seth und Sülfeld in der Pausenhalle des Naher Schulgebäudes kamen zwei Dutzend Lehrkräfte. Der anwesende Pinneberger SPD-Landtagsabgeordnete Kai Vogel, Fraktionssprecher für Schulpolitik, bekam harte Worte zu hören.

 Die in der GEW organisierten Pädagogen fordern die Gehaltsgruppe A13 für alle Lehrkräfte. Das wären monatlich rund 350 bis 450 Euro mehr, als in A12 bezahlt wird. Nach Angaben der GEW sollen die 5000 Grundschullehrer weiterhin nur A12 erhalten. Die 2400 bisherigen Grund- und Hauptschullehrer, die schon an Gemeinschaftsschulen unterrichten, sollen erst nach acht Jahren auf A13 klettern dürfen. Dabei würden diese Lehrer die gleiche Arbeit leisten wie die ausgebildeten Realschul- und Gymnasiallehrer an den Gemeinschaftsschulen, die besser eingestuft seien. Grund- und Hauptschullehrer seien im Übrigen zu 91 Prozent Frauen.

 „Dieser Gesetzentwurf ist absurd und ungerecht“, sagte GEW-Kreisvorsitzende Sabine Duggen. Er diskriminiere Grund- und Hauptschullehrer an Gemeinschaftsschulen und deklassiere Lehrer an den Grundschulen. Die Ministeriumsspitze, die eine „vorrangig pädagogisch geprägte Tätigkeit“ zur Begründung für die geplante geringere Besoldung an Grundschulen heranziehe, sei unkundig. „Wie sollen Lehrkräfte arbeiten – wenn nicht pädagogisch?!“ Die Pläne der Landesregierung seien sachlich nicht zu begründen, kritisierte GEW-Landeschef Matthias Heidn.

 „Sicher wäre eine einheitliche Eingruppierung gerechter“, versuchte der Landtagsabgeordnete Kai Vogel dagegen zu halten. „Doch wir müssen die Schuldenbremse beachten. Zumindest sehen unsere Planungen für die nächsten Jahre eine Angleichung der Besoldung vor.“ Vogel sah sich zu Unrecht im Visier. „Wir stecken die Prügel ein, obwohl die Oppositionsparteien CDU und FDP strikt gegen eine Höhergruppierung der Grundschullehrer sind und wir zumindest auf dem Weg sind, eine gerechtere Entlohnung zu erreichen.“

 Sönke Thormählen, Rektor der Grund- und Gemeinschaftsschule in Nahe, ließ sich nicht erweichen. „Das Signal, das dieser Gesetzentwurf sendet, ist fatal. Ich befürchte, dass immer weniger Abiturienten sich für ein Lehramtsstudium im Grundschulbereich erwärmen.“ Die GEW-Vertreter hofften, viele Lehrer für den Protest mobilisieren zu können. Der Landtag entscheide im Dezember.

 Nächste Chance, sich zu solidarisieren, haben die Lehrer am Dienstag, 22. September, um 14.15 Uhr in der Poul-Due-Jensen-Gemeinschaftsschule in Wahlstedt. Dort findet die nächste regionale GEW-Personalversammlung statt.

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