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Bloß keine Investitionsruine

Levo-Park Bad Segeberg Bloß keine Investitionsruine

Mit wenig Verständnis reagiert Levo-Park-Geschäftsführer Sven Borchers auf Überlegungen, auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bad Segebverg keinen Einzelhandel zuzulassen. Borchers verweist auf Zustimmung in politischen Gremien im vergangenen Jahr.

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Levo-Park-Geschäftsführer Sven Borchers will das "Einkaufserlebnis in der Innenstadt" erhalten.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Borchers bezieht sich dabei auf Mehrheiten für solch einen „Nutzungs-Mix“ mit Logistik, Dienstleistungen und Wohnen im Bauausschuss vom August 2014 und der Stadtvertretung vom September 2014. Er geht auch nach der öffentlichen Kritik von Bad Segeberger Unternehmern davon aus, dass der Levo-Park in der angestrebten Weise weiterentwickelt werden kann. „Es kann hier doch niemand eine Investitionsruine wollen.“

 Derzeit sind die Fronten in der Stadt in Sachen Levo-Park verhärtet. Unternehmer fürchten ein weiteres Ausbluten der Innenstadt, wenn auf dem Areal der früheren Lettow-Vorbeck-Kaserne bis zu 12000 Quadratmeter Einzelhandel plus ein 800-Quadratmeter-Lebensmittelladen entstehen. Zum Vergleich: Die Bad Segeberger Fußgängerzone kommt auf 13750 Quadratmeter Verkaufsfläche.

 In der Politik wird gefordert, dass Investor Ulrich Wachholtz konkrete Pläne auf den Tisch legt, bevor ein F(lächennutzungs)-Plan und ein B(ebauungs)-Plan überarbeitet beziehungsweise aufgestellt werden. Geschäftsführer Borchers wiederum betont, dass erst einmal planerische Fakten geschaffen werden müssten, bevor er in konkrete Verhandlungen mit Unternehmen geht. „Es ist nicht so, dass wir mit etwas hinter den Berg halten“, beteuert er. „Das ist dem Verfahren geschuldet.“

 Den Hoffnungen mancher Stadtvertreter, dass sich auf dem knapp 30 Hektar großen Gelände nicht mehr als eine Handvoll, aber dafür großflächige Unternehmen ansiedeln lassen, erteilt Borchers eine Abfuhr. Ein Beispiel: „Ein Autohof an dieser Stelle ist an der Realität vorbei“, sagt er. Projektmanagerin Mareike Kotthof ergänzt: „Da geht noch nicht mal eine Tankstelle.“ Der Grund: Das Gelände hat keine direkte Autobahn-Anbindung und wird auch keine bekommen.

 „Klassische Gewerbegebiete funktionieren heutzutage nicht mehr“, sagt Borchers. Daher strebe Investor Wachholtz eine Mischung verschiedener Nutzungen an. Dazu zählen rund 120 Wohneinheiten mit Einzel- und Doppelhäusern sowie der Bau von Einzelhandelsflächen. Allerdings muss sich der Unternehmer einen Vorwurf gefallen lassen: Als er 2011 und 2012 zuerst einen Teil und schließlich den gesamten Levo-Park erwarb, war ihm bekannt, dass die Stadt Bad Segeberg weder Handel noch Wohnhäuser auf dem Areal zulassen will. Offenbar hat der Verleger dahingehend gepokert, dass er seinen Willen am Ende durchsetzen kann.

 Borchers, der demnächst in den Bauausschüssen des Zweckverbandes Mittelzentrum (wegen des F-Plans) und der Stadt (wegen des B-Plans) vorstellig wird, möchte die Gemüter beruhigen. „Es ist noch zu früh, um über Sortimente zu reden. Wir sind ja nicht die Betreiber der Geschäfte“, sagt er. „Ich kann die Leute aber verstehen, die sagen: Nun kommt doch mal aus dem Quark!“

 Das Gutachten des Hamburger Büros Lademann, in dem mögliche Waren samt Quadratmeterzahl aufgelistet sind, sei „in einer sehr frühen Phase“ entstanden, erklärt Borchers. All das seien nur Vorschläge und nicht die konkrete Planung, jedes Sortiment genau in dieser Größe zu positionieren. „Glauben Sie doch nicht, dass wir das alles genauso kriegen!“ Vielmehr handele es sich um „Richtwerte“, erklärt Mareike Kotthoff. Das Lademann-Papier sei im übrigen kein Verträglichkeits-Gutachten gewesen. Entsprechende Vereinbarungen über Sortimente könne man in einem städtebaulichen Vertrag regeln. So könne die Stadt sicherstellen, dass alles in ihrem Sinne läuft.

 Mareike Kotthoff und Sven Borchers räumen aber ein, dass der Gutachter nur die Innenstadt-Sortimente überprüft habe und nicht, was außerhalb der Fußgängerzone zu bekommen ist. Die Grenze des Bereichs stamme aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), betont Borchers. „Das haben nicht wir uns ausgedacht.“ Die Stadt habe zudem betont, man wolle die Fußgängerzone schützen, und daher habe sich der Experte auf diesen Bereich konzentriert.

 „Das Einkaufserlebnis in der Innenstadt soll natürlich erhalten bleiben“, unterstreicht Borchers. „Wir haben kein Interesse daran, das zu vernichten.“ Im übrigen finde er es „komisch“, dass sich ausgerechnet Möbel-Kraft-Chef Günter Loose „als Verfechter der Innenstadt hinstellt“. Sein Unternehmen sei es doch, das viele klassische Fußgängerzonen-Sortimente abdecke. Loose hatte mehr Transparenz im Verfahren gefordert.

 Bürgermeister Dieter Schönfelds Vorschlag, die konträren Gutachten zu vertiefen, wird von Sven Borchers begrüßt. Er muss ohnehin abwarten, wie sich der Zweckverband Mittelzentrum (Bad Segeberg, Wahlstedt, Fahrenkrug und Schackendorf) zur geplanten Änderung des Flächennutzungsplans hin zum Einzelhandel stellt. Die Wahlstedter haben schon bekanntgegeben, dass sie dagegen sind.

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