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Vorbereitungen für 340 Wohncontainer

Levo-Park Bad Segeberg Vorbereitungen für 340 Wohncontainer

Bald erinnert hier nichts mehr an einen Sportplatz: Ein Bagger koffert seit Montag das Rasenspielfeld der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne aus. Auf dem Levo-Park-Areal an der Kreisstraße 102 bei Fahrenkrug entsteht ein Containerdorf für 2000 Flüchtlinge.

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Mit dem Kettenbagger werden die Fußwege zwischen den künftigen Containerflächen 40 Zentimeter tief ausgekoffert.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Die Tinte unter dem Vertrag zwischen Eigentümer Ulrich Wachholtz und dem Innenministerium des Landes ist seit einigen Tagen trocken. Damit bekommt Bad Segeberg eine große Erstaufnahmeeinrichtung, deren Infrastruktur allerdings erst noch geschaffen werden muss.

 In der vergangenen Woche rollten Baufahrzeuge auf das Gelände, und nun geht es richtig los. Dafür, dass das Containerdorf mit vernünftigen Fußwegen versehen wird, sind Mitgeschäftsführer Ralph von Elm und seine Kollegen der Firma Gruner Bau als Schwentinental zuständig. Sie sind bei diesem Projekt Subunternehmer des Münchener Unternehmens Strasser.

 Wieder und wieder lässt Georg Höppner die Schaufel des gewaltigen Kettenbaggers entlang der markierten Wegeflächen durch das Erdreich gleiten. Es dauert nur wenige Sekunden, um die Grassoden samt Mutterboden abzutragen. Darunter kommt hellbrauner Kies zum Vorschein. „Wir müssen 40 Zentimeter Oberboden auskoffern“, erläutert Ralph von Elm.

 Gut fünf Meter breit werden die Wege zwischen den Containern. „Die werden so befestigt, dass man zur Not auch darauf fahren kann“, erklärt der Experte. Zu diesem Zweck werde Schotter eingebracht.

 Baggerfahrer Höppner nimmt zunächst nur an wenigen Stellen das Erdreich auf, um die Beschaffenheit des Bodens zu testen und die nötige Tiefe abzuschätzen. Bevor es im großen Stil mit dem Auskoffern losgeht, muss sein Chef das Bodengutachten in der Hand halten, das bescheinigt, dass sich keinerlei Giftstoffe im Boden befinden. Mündlich ist dem Team dieses Ergebnis schon mitgeteilt worden, aber es muss das schriftliche Dokument her.

 Sollte jemals die Freiwillige Feuerwehr anrücken müssen, wird sie sich mit ihren Einsatzfahrzeugen auf einer Fahrbahn rund um das Containerdorf aufbauen, erklärt von Elm. Auf dem Rasen sollen gut 250 Container stehen; jeder mit einer Fläche von 6 mal 2,5 Metern. „Alle eingeschossig“, ergänzt Mitarbeiter Moritz Mordhorst. Auf einer benachbarten Rasenfläche seien weitere 140 Container gleicher Bauart und Größe vorgesehen. Unter den Containern werden Betonplatten verlegt.

 Sorgen mit einem plötzlichen Wintereinbruch während ihrer Arbeiten haben die Männer der Firma Gruner Bau nicht. „Die Arbeiten kann man auch bei Frost ausführen“, sagt von Elm – mit der Einschränkung, dass damit leichter Frost gemeint ist und keine Temperatur von 20 Grad unter Null. Ende Januar soll alles fertig sein.

 Auf der Tartanbahn werden Dusch- und WC-Container aufgestellt. Damit das Wasser fließt und auch wieder abfließt, muss aber noch eine Menge getan werden. Damit ist unter anderem die Wahlstedter Firma Papenburg befasst. Mitarbeiter Horst-Günter Broers steht mit Schaufel in einem Graben, in den die Trinkwasserleitung gelegt wird. „In 1,40 Meter Tiefe, damit es frostfrei ist“, erklärt er. Seit einer Woche ist sein Unternehmen auf dem Levo-Park-Gelände beschäftigt – und wird es noch eine ganze Weile sein. Auch Abwasserrohre müssen verlegt werden.

 Gleich nebenan schwebt das Dach eines Stromhäuschens an den Stahlseilen eines Krans durch die Luft. Wenige Meter darunter befestigen Mitarbeiter der Firma Schneider-Elektrik die Bauteile einer so genannten Übergabestation. Bei ihr kommt der Strom mit 11000 Volt an und wird auf mehrere Trafo-Häuschen auf dem Levo-Park-Grundstück weitergeleitet. „Dort wird er auf 400 Volt heruntertransformiert“, schildert Patrick Thiesen. Der Elektrotechniker mit Fachrichtung Mittelspannung arbeitet für die Firma S.A.T.-Sonnen & Alternativ-Technik aus der Ortschaft Struckum und wird dafür sorgen, dass die Stromleitungen korrekt verlegt werden. Es sieht aus, als ob hier zwischen Bad Segeberg und Fahrenkrug auf die Schnelle ein neuer Stadtteil entsteht – und im Grunde ist es auch so.

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