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Wird Levopark neu beraten?

Bad Segeberg Wird Levopark neu beraten?

Investor Ulf Wachholtz will im Levo-Park, dem früheren Kasernengelände, auf bis zu 12000 Quadratmetern Einzelhandel ansiedeln. Der Planungsausschuss des Zweckverbandes Mittelzentrum hat das aber abgelehnt – zu Unrecht, wie Wachholtz findet. Er fordert eine erneute Beratung.

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Quelle: Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne will ein Investor Einzelhandel ansiedeln. Die Bad Segeberger befürchten, dass dadurch Konkurrenz zur Innenstadt entsteht.

Bad Segeberg. Wachholtz fühlt sich und sein Millionenprojekt im Levo-Park gründlich missverstanden – sowohl in der Kommunalpolitik als auch bei den Gewerbetreibenden vor Ort. Die Sitzung, in der sich der Planungsausschuss des Zweckverbandes Mittelzentrum jüngst gegen die Ansiedlung von bis zu 12000 Quadratmetern Einzelhandel auf dem ehemaligen Kasernengelände ausgesprochen hat, hält er für nichtig und fordert eine Wiederholung. Bei der Versammlung im Rathaus ging es um Anregungen und Bedenken, die zum angestrebten Flächennutzungsplan eingegangen sind. Solch ein F-Plan ist nötig, um auf seiner Grundlage einen Bebauungsplan entwickeln zu können. Ohne diese Formalien darf nichts gebaut werden.

 Der Planungsausschuss votierte aber mehrheitlich gegen den F-Plan – mit der Begründung, dass man auf dem Areal schlichtweg keinen Einzelhandel will. Auch die Schaffung eines Wohngebiets ist umstritten. Lediglich beim Anbieten von Gewerbeflächen sind sich alle Kommunalpolitiker einig.

 Wachholtz kritisiert nun, dass die eigentlich vorgesehene Abwägung im Ausschuss nicht ordnungsgemäß stattgefunden habe. „Damit bleibt das ganze Verfahren angreifbar“, sagt er. „Das können wir uns bei einem Projekt in dieser Größe nicht leisten.“ Folglich müsse die Sitzung wiederholt werden.

 Der Investor hält es zudem für bedenklich, dass während der Beratung wiederholt Einwürfe und Diskussionskommentare von Möbel-Kraft-Chef Günter Loose und weiteren Bad Segeberger Unternehmern eingestreut wurden. Ausschussvorsitzender Thomas Vorbeck hatte deren Wortmeldungen aber ausdrücklich zugelassen, was laut Bürgermeister Dieter Schönfeld auch rechtens ist. Nur verlagerte sich der Kernpunkt der Debatte schnell weg von der Abwägung hin zu einer Grundsatzdiskussion über Chancen und Gefahren zusätzlicher Einzelhandelsflächen.

 Rechtlich bindend ist die Abstimmung allerdings nicht. Solch ein Ausschuss spricht lediglich eine Empfehlung für das nächsthöhere Gremium aus – in diesem Fall die 24-köpfige Zweckverbandsversammlung. Die Kommunalpolitiker dort sind frei in ihrer Entscheidung, die dann allerdings endgültig ist. Die Städte Bad Segeberg und Wahlstedt sowie die Gemeinden Fahrenkrug und Schackendorf verfügen über jeweils sechs Sitze. Wahlstedt hat bereits erklärt, gegen den F-Plan zu stimmen, die Vertreter der beiden Dörfer haben sich im Ausschuss enthalten. Die Bad Segeberger CDU stimmt dem Einzelhandel im Levo-Park nicht zu, so dass das Scheitern seiner Pläne für Wachholtz eine ernste Gefahr ist.

 Der Investor versteht die Ablehnung jedoch nicht. „Wir haben im Levo-Park 200 Arbeitsplätze. Das ist jetzt schon eine Erfolgsgeschichte.“ Er widerspricht einer Pressemitteilung der Bad Segeberger CDU, nach der er das Bundeswehrgelände im Wettstreit mit dem Zweckverband erworben hat. Das sei damals ein Antiquitätenhändler aus dem Kreis Steinburg gewesen. Familie Wachholtz stieg erst ein, als der Mann den Kaufpreis für das 30-Hektar-Gelände nicht aufbringen konnte.

 Die damaligen Pläne, die Lettow-Vorbeck-Kaserne in einen Autohof umzuwandeln, ist laut Wachholtz in dem Moment gescheitert, in dem die direkte A20-Anbindung des Geländes gestrichen wurde. „Das war auch das Ende des Bad Segeberger Masterplans.“ Daher habe man sich inzwischen für einen Nutzungsmix mit Gewerbe, Handel und Wohnen entschieden.

 Wenn kein Handel erlaubt werde, dürfte noch nicht einmal ein Autohaus dort angesiedelt werden; auch die mittlerweile anderweitig entschiedene Umsiedlung des Baustoffmarktes Hass+Hatje hätte es von vornherein nicht geben können. Planer Professor Gerhard Steinebach hatte im Ausschuss süffisant angemerkt, dass der Verkauf von Betonringen im Levo-Park wohl kaum die Bad Segeberger Innenstadt gefährde.

 Sauer ist Wachholtz über die wiederholte Aufforderung, er solle „Ross und Reiter nennen“, was künftige Geschäfte und deren konkrete Sortimente angeht. „Ich bin doch kein Betreiber.“ Diese Frage stelle sich erst viel später im Verfahren. „Ich weiß nicht, warum Loose so begriffsstutzig ist. Das Problem ist, dass hier Marktwirtschaft mit Bauleitplanung verwechselt wird. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir nicht gegen die Innenstadt arbeiten. Es wundert mich, dass diese Schärfe in das Verfahren kommt.“

 Wachholtz betont, er sei sicher, dass seine Planung „das Richtige für den Standort“ ist. Das Konzept sei nicht auf „das schnelle Geld“ ausgerichtet, sondern auf eine nachhaltige Entwicklung. Die Gewerbeflächen in Bad Segeberg seien inzwischen knapp, und auch ein Bevölkerungszuwachs wird angestrebt. „Da können wir mit unserem Gelände zumindest die größte Not lindern.“ Dafür müsste allerdings die Kommunalpolitik die entscheidenden Weichen stellen – und zwar in einem korrekten, geordneten Verfahren.

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