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Zu jedem Foto eine Geschichte

Luftbilder von Bad Segeberg Zu jedem Foto eine Geschichte

Eine Ausstellung mit beeindruckenden Luftbildern ist im Rathaus zu sehen. „Bad Segeberg von oben“ heißt die Schau, die von den Heimatforschern Peter Zastrow und Hans-Werner Baurycza zusammengestellt wurde. Sie zeigt Fotos aus fast 100 Jahren, die die Entwicklung der Kreisstadt quasi im Zeitraffer zeigen.

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Auf einem Bildschirm zeigt Heimatforscher Peter Zastrow im Rathaus weitere Bilder.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Das älteste Foto stammt aus dem Jahr 1920. Es zeigt ein noch spärlich besiedeltes Segeberg und lässt am Rand das Kurhaus am Großen Segeberger See erkennen. Das prächtige Gebäude, das 1968 abgerissen und durch das heutige Vitalia Seehotel ersetzt wurde, bestimmt gleich mehrere Bilder.

 Zu jedem Foto kann Peter Zastrow aus dem Stegreif eine Geschichte erzählen – zum Beispiel die der nackten Brunnenfigur, die irgendwann im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und zu Munition verarbeitet worden ist. Aber da Zastrow bis zum Ende der Ausstellung am 23. April nicht ständig im Rathaus anwesend sein kann, um Besuchern so manche interessante Anekdote nahezubringen, bietet er einen Vortragsabend am Mittwoch, 23. März, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal. Der Eintritt ist frei.

 Dann wird Zastrow auch die Fotos kommentieren, auf denen man sieht, wie sich Möbel Kraft an der Ziegelstraße ausbreitet – und wo einst die Ziegelei stand, die der Straße ihren Namen gegeben hat. Oder wie aus der Firma Kleinol mit ihrem riesigen Schornstein das heutige Einkaufscenter Kaufland geworden ist. Die Strecke der längst eingestellten Kleinbahn, die spartanische Ausstattung der Karl-May-Spiele in ihren frühen Jahren, die Arbeit im Steinbruch am Kalkberg – all das wird im Rathaus wieder lebendig.

 Neben beliebten Postkartenmotiven wie Marienkirche und Marktplatz haben Zastrow und Baurycza auch seltene Motive in die Ausstellung aufgenommen: zum Beispiel das versteckt liegende DAK-Bildungszentrum am Großen Segeberger See und die Gasanstalt auf dem Gasberg – dort, wo heute eine moderne Wohnanlage steht. Auch der Bau der Südstadt ist dokumentiert.

 Nicht fehlen darf die Geschichte von Ernst und Wilhelm Wittmack. Die Brüder lieferten sich an der Bismarckallee und am Klosterkamp einen Wettstreit, wer die hübschere Villa baut. So entstanden in den Jahren 1902 und 1905 die Häuser „Seeburg“ und „Seeblick“. Auch beim Anlegen von Grünflächen taten sich die Brüder hervor, und so kam die Stadt zum Wittmack-Park im Südosten des Segeberger Sees

 Als Kontrast zu den historischen Aufnahmen (überwiegend in Schwarz-weiß) kommen einige großformatige Bilder mit beeindruckenden Stadtpanoramen von heute. Sie haben Pilot Karsten Wilkening und Journalist Wolfgang Glombik aufgenommen. Um den Bildern besonderen Reiz zu verleihen, sind viele kurz vor Sonnenuntergang gemacht. Die langen Schatten geben dem Panorama Wärme und Tiefe. Im Gegensatz dazu eine Rarität vom 25. Dezember 1944: ein Luftbild, aufgenommen von einem englischen Aufklärungsflugzeug. Zastrow: „Die haben geguckt, ob sich eine Bombardierung lohnt.“ Glück für die Stadt, dass der Pilot nichtsentdecken konnte.

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