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Berührendes Schicksal

Madame Butterfly in Wahlstedt Berührendes Schicksal

Im Kleinen Theater am Markt in Wahlstedt glänzten die Solisten und der Chor der Compagnia d’Opera Italiana di Milano mit der gefühlvoll-dramatischen Oper Madame Butterfly unter der Regie von Corinna Boskovsky. Es spielte das 30-köpfige Orchester der bulgarischen Staatsoper Rousse.

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Cio-Cio-San (Angela Kang) erscheint mit ihrer Familie zur Hochzeit. Puccinis Oper Madame Butterfly begeisterte das Publikum im Kleinen Theater in Wahlstedt.

Quelle: Friederike Kramer

Wahlstedt. Seit 1948 hat die Compagnia aus Mailand mehr als 4500 Aufführungen auf die Bühnen in 15 europäischen Ländern gebracht und gilt als Karrieresprungbrett für junge Sänger. So berührte auch in Wahlstedt ein neuer aufkommender Stern, Angela Kang, als Cio-Cio-San die Herzen der Zuhörer im ausverkauften Theater. Mit grandioser fesselnder Stimme und einer betörenden Bühnenpräsenz steigerte sie sich in den drei Akten von der zerbrechlichen Butterfly bis zur in der Ehre tief verletzten Frau. Puccinis in Japan spielende Oper wurde berührend und mitreißend umgesetzt. Das fernöstliche Bühnenbild mit asiatischen Papierwänden, rosa blühenden Kirschbäumen, einem schwarzen Tor im Hintergrund sowie die bezaubernde Kleidung der Darsteller mit Kimonos und Zori-Sandalen begeisterten das Publikum auch optisch.

 Die Geschichte handelt von der in Nagasaki lebenden Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die dem Marineleutnant Pinkerton versprochen wird. Er ist fasziniert von ihr, sieht aber in ihr nur ein Spielzeug: „Solch einen Schmetterling will ich mir fangen, auch wenn ich ihm dabei die Flügel zerbreche.“ Nach japanischer Sitte wird die Ehe für 999 Jahre geschlossen und kann vom Mann jederzeit aufgelöst werden. Butterfly, die nach dem Selbstmord ihres Vaters in verarmten Verhältnissen lebt, verliebt sich in Pinkerton, konvertiert zum christlichen Glauben und wird dafür von ihrer Familie verstoßen. Großen Zwischenapplaus gab es schon nach dem Liebesduett im ersten Akt „Vogliatemi bene, un piccolino“.

 Nachdem Pinkerton nach Amerika zurückgekehrt ist, gebärt sie ihren gemeinsamen Sohn, von dem der Marineleutnant nichts weiß. Drei Jahre wartet sie auf die Rückkehr ihres Mannes. Als er mit seiner amerikanischen Frau Kate zurückkehrt und ihr den Sohn nehmen will, begeht Butterfly, die vorher das gemeinsame Haus voll freudiger Erwartung mit Blumen geschmückt hatte, Harakiri. Ein berührender Einfall der Regie war es an dieser Stelle, die Blüten von den im Haus aufgestellten Sträußen abfallen zu lassen.

 Luca Bodini war ein überzeugender Pinkerton mit leuchtendem Tenor, Otar Nakashidze als Konsul der USA, Sharpless, beeindruckte mit warm-weichem, vollsonorigem Bariton. Mitreißend war auch Sunghee Shin als faszinierende Dienerin Suzuki (Mezzosopran). Am Ende gab es viel Applaus und Bravorufe.

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