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Terrassen-Maikäfer schlüpfen

Familie Frantar-Karg in Itzstedt Terrassen-Maikäfer schlüpfen

Maikäfer sind den meisten Kindern nur noch aus der Schokoladenabteilung im Supermarkt bekannt. In freier Natur hingegen sind sie in Norddeutschland kaum mehr zu finden. Eine Hochburg gibt es zurzeit allerdings: Von der Terrasse der Familie Frantar-Karg in Itzstedt sind in diesen Tagen Dutzende Exemplare in ihr kurzes Leben gestartet.

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Amelie Frantar (links) und ihre Freundin Gina Sophie Sahlmann freuen sich über die vielen Maikäfer, die sie zurzeit im Garten in Itzstedt finden.

Quelle: Isabelle Pantel

Itzstedt. Im vergangenen Jahr trat das Phänomen erstmals auf. Plötzlich bildeten sich zwischen den Fugen der Terrassenplatten große Löcher. „Wir dachten erst, wir müssten mal wieder etwas gegen die Ameisen tun“, berichtet Marija Frantar. Dann jedoch seien die ersten Käfer aufgetaucht. Ein großes Spektakel für die ganze Familie. In diesen Tagen war es wieder soweit, allerdings mit dem Unterschied, dass Eltern und Kinder nun mit den ersten Anzeichen vertraut waren. „Wir haben schon ein bisschen auf die Löcher zwischen den Fugen gewartet“, erzählt Marija Frantar, die sich sehr über ihre Maikäfer freut.

 Maikäfer-Weibchen legen ihre Eier im lockeren Erdreich ab. Die Larven brauchen dann rund vier Jahre, um sich vollständig zu entwickeln. Die ganze Zeit über bleiben sie im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Ist der Käfer schließlich voll ausgereift, schlüpft er. Das ist meistens im Mai der Fall – daher auch der Name Maikäfer.

 Marija Frantar und Björn Karg sowie ihre Töchter konnten die Tiere in dieser Woche bei ihrer Ankunft an der Erdoberfläche beobachten. „Erst kam der Kopf hervor. Bis der ganze Käfer aus dem Boden heraus war, dauerte es eine Weile“, so Frau Frantar. Einigen Exemplaren habe sie gemeinsam mit ihrer Tochter Amelie Schützenhilfe leisten müssen: Sie waren von einer Katze entdeckt und als Spielzeug zweckentfremdet worden. Die Käfer wurden daher erst einmal etwas erhöht in Sicherheit gebracht. Dort blieben sie noch rund zwei Stunden sitzen, bis sie genug Kraft für ihren ersten Flug gesammelt hatten. „Als es soweit war, brummte es sehr lange und dann hoben die Käfer wie schwere Flugzeuge langsam ab“, berichtet Frau Frantar schmunzelnd.

 Warum die Käfer vor einigen Jahren offenbar die Terrasse vor dem Haus für sich entdeckt haben, kann sich die Familie nicht erklären. „Wir wohnen hier seit 1998 und hatten sonst nie Maikäfer“, sagt Marija Frantar. In den letzten Jahren habe sich an der Terrasse auch nichts verändert, was die Tiere angelockt haben könnte. Aber wie dem auch sei: Die Standortwahl der Käfer war gut, denn der Haushalt ist sehr tierlieb. Die Familie hält einen Hund, zwei Katzen, fünf Hasen und eine Schlange. Da sind auch noch einige Dutzend Maikäfer willkommen, auch wenn diese dafür bekannt sind, dass sie Schäden an Bäumen anrichten.

 Der sogenannte Reifefraß der Maikäfer dauert rund sechs Wochen. Wenn sie sich dann fortgepflanzt haben, sterben sie ab. Die nächste Larvengeneration ist dann bereits im Boden.

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