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Abschied mit großem Lob

Boostedt Abschied mit großem Lob

Manfred Stankat (SPD) hat nach 25 Jahren die Gemeindevertretung in Boostedt verlassen und alle ehrenamtlichen Posten in der Kommunalpolitik niedergelegt.

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Manfred Stankat wollte nur 25 Jahre Kommunalpolitik machen. Die sind rum.

Quelle: Patricia König

Boostedt. „Ich war wohl der dienstälteste politische Vertreter hier“, sagte der Leiter des Kreis-Jugendamtes nach seiner Verabschiedung durch Bürgermeister Hartmut König (CDU) zur Segeberger Zeitung. Die Wahl zur neuen stellvertretenden Bürgermeisterin verlief für die Kandidatin Helga Heine im Ergebnis enttäuschend.

 Als Grund für seinen Rückzug von der politischen Bühne in Boostedt nannte der 57-jährige Stankat, dass er sich immer vorgenommen hatte, nach 25 Jahren kürzer zu treten. Aber auch sein Beruf hat ihn zu diesem Entschluss veranlasst. Vor drei Jahren wurde er Leiter des vom „Kellerkind“-Skandal erschütterten Kreisjugendamtes. „Eine Aufgabe, die sehr komplex ist, eine große Verantwortung bedeutet und zudem einen sehr sensiblen Umgang mit Mitarbeitern, Kindern und Jugendlichen wie auch der Öffentlichkeit erfordert“, beschreibt Stankat seine Tätigkeit.

  Stankat war von 1998 bis 2003 Bürgermeister von Boostedt, seit 2008 war er stellvertretender Bürgermeister. Dem Schul- und Kulturausschuss gehörte er seit 2003 an, 2013 wurde er dessen Vorsitzender. Außerdem saß Stankat seit 1994 im Finanzausschuss, gehörte seit 2003 dem Bauausschuss und dem Kindergartenbeirat an. Auch war er bis zu seinem Ausscheiden SPD-Fraktionsvorsitzender. Nur Ex-Bürgermeister Rüdiger Steffensen von der CDU hatte bis zu seinem Rückzug 2013 mit 31 Jahren mehr ehrenamtlichen Dienst auf dem Buckel.

 „Manfred, du hast dich immer sehr eingesetzt für Boostedt und dein Weggang ist ein Verlust an Wissen und auch an Persönlichkeit für uns“, sagte Bürgermeister König. Zu Stankats Verdiensten als Bürgermeister zählte König die 850-Jahr-Feier der Gemeinde, den Bau des Kreisverkehrs in der Neumünsterstraße und die Schulerweiterung. „Deine nachhaltigste Hinterlassenschaft war aber meiner Meinung nach die Gründung der Rasselbande“, sagte König. Die nachmittägliche Kinderbetreuung unter diesem Namen durch den Elternverein in der Grund- und Gemeinschaftsschule hätte es ohne Stankat nicht gegeben. Der hoch Gelobte antwortete mit einem Scherz: „Ich dachte immer, mein größter Erfolg war das Tor zum einem 6:0-Sieg in der Altherrenmannschaft.“

 Für Verblüffung sorgte die Wahl der stellvertretenden Bürgermeisterin. Dafür hatte die SPD-Fraktion ihr langjähriges Mitglied Helga Heine vorgeschlagen, was auch mit den anderen Fraktionen abgesprochen war. Andere Kandidaten gab es nicht. Auf Antrag von Wolfgang Brückner (CDU) musste geheim gewählt werden. Ergebnis: Helga Heine bekam 11 von 17 Stimmen (zwei Gemeindevertreter fehlten). Auf die Frage des Bürgermeisters, ob sie die Wahl annehme, zögerte sie zunächst und sagte dann nach kurzer Pause: „Ich hätte mir gewünscht, dass das Vertrauen in mich größer ist als nur 11 Stimmen, aber ich nehme die Wahl an.“ Gewählt hatten sieben CDU, acht SPD- und zwei FWB-Gemeindevertreter.

 Helga Heine ist 76 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Die frühere Vorstandssekretärin sitzt seit 2008 als SPD-Mitglied in der Gemeindevertretung 1998 war sie zur ersten ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde gewählt worden.

 Als Nachfolger von Stankat als Gemeindevertreter verpflichtete König das langjährige bürgerliche SPD-Fraktionsmitglied Reinhard Kiske. Seit 21 Jahren engagiert sich der 61-jährige Kaufmann in der Boostedter Kommunalpolitik. Kiske gehört jetzt dem Bauausschuss und dem Konversionsausschuss an, der sich mit der Nachfolgenutzung der Rantzau-Kaserne befasst.

 Stühlerücken gab es durch das Ausscheiden von Stankat auch in den Ausschüssen. Den Vorsitz im Schul- und Kulturausschuss hat nun Birgit Vonderschmitt (SPD), den Sitz im Wahlprüfungsausschuss Helga Heine, in den Amtsausschuss wurde Heino Christophersen (SPD) gewählt. Den Fraktionsvorsitz der SPD übernahm Bernd Schauer.

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