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Marktreff wieder ohne Pächter

Negernbötel Marktreff wieder ohne Pächter

Mit ihrem „Markttreff“ wird die Gemeinde nicht glücklich. Schon wieder scheitert eine Pächterin. Unklar ist, wie es mit der kleinen Gastronomie im Gemeindehaus namens Hambötler Huus weitergeht. Sie ist innerhalb von acht Jahren die fünfte Betreiberin, die mit dem Aufbau eines gastronomischen Angebots scheitert.

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Das Hambötler Huus in Negernbötel.

Quelle: Patricia König

Negernbötel. „Ich bin enttäuscht“, sagt Gisela Bornhoeft. Nach nur neun Monaten, mit neuen Ideen und mit einigen Schwierigkeiten in der Anfangsphase, wurde ihr nun mitgeteilt, dass ihr einjähriger Vertrag nicht verlängert wird. „Am 29. Februar ist für mich hier der letzte Tag“, sagt die Frau aus Weede, die auch eine Kegelbahn in Bad Segeberg betreibt. Genaue Gründe für die Kündigung habe man ihr nicht genannt, so die 61-Jährige. Doch es seien einige Negernböteler wohl nicht mir ihr einverstanden, vermutet sie.

 „Es sei zu viel passiert“, habe ihr Bürgermeister Dieter Beuk nach einer Fraktionssitzung erklärt, auf der die Entscheidung zur ihrer Kündigung gefallen sei. Vorher habe man ihr gegenüber schon mal kritisiert, sie sei nicht freundlich genug. Bei einer Begehung des Hauses habe man sogar bis unter die Toilettenschüsseln geschaut, ob sie auch richtig sauber mache.

 Die Pächterin hält sich zugute, einiges auf den Weg gebracht zu haben: Sonntagsfrühstück, Skat, Flohmarkt und Spanferkelessen gehörten zu den neuen Angeboten, die auch gut angenommen würden, so Bornhoeft. Damit ist für sie bald Schluss. „Ich werde bis zum Ende hier alles ordentlich über die Bühne bringen, aber ich gehe nicht freiwillig“, betont sie.

 Bürgermeister Beuk bedauert diese Entwicklung. „Dabei gibt es nur Verlierer“, sagt er der Segeberger Zeitung. Das Dorf sei nun erneut ohne gastronomische Betreuung im Hambötler Huus. Dabei habe man nach langem Suchen Anfang des Jahres gedacht, dass es mit ihr als Betreiberin klappen könnte. Erste Unmutsbekundungen seien auf einer Sitzung der Vereinsvorstände geäußert worden. Dort seien Kritikpunkte wie Unfreundlichkeit, ungenaue Öffnungszeiten und unverständliche Regeln angesprochen worden. Im Oktober habe die Gemeinde dann zu einer Einwohnerversammlung im Hamböteler Hus eingeladen, auf der auch Wirtin Bornhoeft Thema war. Dort sei es zu einem Austausch über manche Vorfälle gekommen. „Diese Anregungen hat sie aufgenommen, aber leider wohl nicht genügend umgesetzt“, erklärt Beuk.

 „Ich habe mich auf der Versammlung für ein paar Fauxpas, die mir in der Anfangszeit passiert sind, entschuldigt“, gibt Bornhoeft zu. Über neue Vorfälle hätte man ja mal persönlich mir ihr sprechen können. Das Problem sieht auch Beuk. „Es ist zu wenig persönlich untereinander gesprochen worden.“ Jetzt seien die Fronten verhärtet und eine Kommunikation nicht mehr möglich. Auf der Fraktionssitzung der KWG habe sich nur einer für eine Verlängerung des Vertrages mit Gisela Bornhoeft ausgesprochen. Die Wählergemeinschaft KWG hält alle elf Sitze in der Gemeindevertretung.

 Auch Gemeindevertreterin Doris Trautmann, Vorsitzende des Trägervereins Hambötler Huus, bedauert die Unstimmigkeiten. „Wir haben den Markttreff für die Gemeinde und die Vereine geschaffen“, erklärt sie. Wenn die Vereine sich aber nicht mehr wohlfühlten, suchen sie sich einen anderen Treffpunkt. Nach ihrer Einschätzung hätte Bornhoeft die Kritik auf der Einwohnerversammlung ernster nehmen sollen und manches ändern müssen.

 Wie es nun weitergehen wird im Hambötler Huus, das wird auf der nächsten Gemeindevertretersitzung besprochen, kündigt Beuk an. Er spricht von drei Interessierten, die sich als Betreiber für den Markttreff angeboten hätten. „Wir müssen uns nun überlegen, ob wir ab dem 1. März nächsten Jahres mit oder ohne neuen Betreiber fortfahren.“ Vielleicht sei es auch besser, alles Notwendige in Eigenregie zu bewerkstelligen und eine Zeit lang ohne Gastronomie auszukommen, damit Ruhe einkehren könne in Negernbötel.

 Das Hambötler Huus - die Bezeichnung ist zusammengesetzt aus den Namen der beiden Ortsteile Negernbötel und Hamdorf - wurde Ende 2006 eingeweiht. Der Bau am Dorfrand hatte fast 2 Millionen Euro gekostet. Durch den Markttreff sollte das großzügige Gebäude mit Sport-, Kindergarten- und Feuerwehrtrakten sowie dem Saal belebt werden.

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