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Tafel ist wichtiger denn je

Kaltenkirchen Tafel ist wichtiger denn je

Weil die Zahl der Asylsuchenden in der Stadt sprunghaft angestiegen ist, hat auch die Nachfrage bei der Tafel beträchtlich zugenommen. Derzeit kommen 160 Personen für ihre Familien zu den wöchentlichen Ausgaben. Somit wird ein Kreis von über 500 Personen erreicht.

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Gehören zu den vielen Helfern der Tafel (von links): Ulla Warner, Christa Lange, Elke Ziehm, Manuela Warnecke und Ilse Garken.

Quelle: Heinrich Pantel

Kaltenkirchen. Die Anforderungen nehmen zu, die Tafel ist wichtiger denn je: Das wurde im Bürgerhaus auf der Jahreshauptversammlung des Vereins deutlich. 40 aktive Mitglieder sind mit viel Elan dabei, den größer werdenden Kreis der Abnehmer zu versorgen. Vorsitzende Dagmar Beese betonte, man bemühe sich sehr darum, den Altabnehmern das Gefühl zu nehmen, durch die sich verändernde Situation benachteiligt zu werden. Sie hob außerdem hervor, der Helferkreis könne Verstärkung sehr gut gebrauchen. Das Durchschnittsalter der aktiven Mitglieder liegt bei über 60 Jahren. Die Vorsitzende unterstrich: „Wir werden auch nicht jünger.“

 Vorsitzende Beese stellte in ihrem Bericht fest, trotz der schwankenden Lieferungen könne ein breites Angebot für die Abholer bereitgestellt werden. Zuletzt habe es reichlich Brot gegeben. Obst und Gemüse seien dagegen knapper ausgefallen. Jürgen Beese, Ehemann der Vorsitzenden und als Helfer regelmäßig im Einsatz, wies darauf hin, dass pro Abnehmer im Schnitt mindestens zwei weitere Personen in der Familie von der Ausgabe profitieren.

 Ausgabe ist jeweils am Mittwochnachmittag in der Werner-von-Siemens-Straße 6 zwischen 16 und 18 Uhr. Geschäftiges Treiben herrscht aber auch an den anderen Wochentagen. Um 8.30 Uhr kommen die Teams zusammen. Ein langer Einsatz von mehreren Stunden wartet auf sie: nicht Brauchbares aussortieren, Ware entgegennehmen und einsortieren, sauber machen. Die meisten Aktiven unter den Tafel-Mitgliedern kommen einmal in der Woche, um anzupacken. Eine von ihnen ist Ilse Garken. Die Kaltenkirchenerin ist seit 16 Jahren dabei, am Anfang gemeinsam mit ihrem Mann. Als der gestorben war, kam die Witwe nahezu täglich. Das lenkte vom Kummer ab. Inzwischen hilft sie einmal in der Woche mit. Sie sagte: „Mehr schaffe ich nicht.“ Die Arbeit ist anstrengend. Dass die Älteren oft selber mit den ersten Einschränkungen klarkommen müssen, wird nicht an die große Glocke gehängt. Ilse Garken: „Man darf sich nicht hängen lassen.“

 Christa Lange kam vor sieben Jahren zur Tafel, als sie aus dem Arbeitsleben ausgeschieden war. Sie sagte sich: „Mir geht es sehr gut, ich habe im Leben viel Glück gehabt. Nun möchte ich etwas zurückgeben.“ Sie lobte das freundschaftliche Miteinander in den Helferteams.

 Vor einem Jahr stieß Horst Nipkau zum Kreis der Helfer. Der 75-Jährige stellte zufrieden fest: „Man hat was um die Ohren.“ Dass der Einsatz die körperliche Belastbarkeit durchaus strapaziert, kommentierte der Kaltenkirchener humorvoll: „Jetzt kann ich nachts wieder besser schlafen.“

 Der Kleinbus, mit dem die Tafel ihre Lieferantenadressen anfährt, fällt durch seine große Aufschrift „Glücksbringer“ auf. Mehrheitlich steuern Männer das Fahrzeug. Zu den wenigen Fahrerinnen zählt Ulla Warner. Die Kisdorferin ist seit 15 Jahren einmal in der Woche für die gute Sache unterwegs. Fällt jemand zum Beispiel wegen Krankheit aus, springt sie zusätzlich ein. Flexibilität und Kollegialität sind bei den Ehrenamtlichen selbstverständlich.

 Um die Ware, die gekühlt werden muss, besser aufbewahren zu können, wünschen die Mitglieder, dass eine Kühlzelle angeschafft wird. Wegen der nicht unerheblichen Investition, genannt wurden 10000 Euro, soll sich eine Planungsgruppe vor einer Entscheidung intensiv mit dem Thema befassen.

 Bei den turnusmäßigen Wahlen stellte sich neben Vorsitzender Dagmar Beese und ihrem Stellvertreter Bernd Wulff auch Kassenwartin Sigrid Vierow zur Wiederwahl. Alle drei wurden in ihren Ämtern bestätigt.

 903 Tafeln gibt es deutschlandweit. Ihnen gehören rund 60000 Mitglieder an, die etwa 100000 Bedürftige versorgen. Den Tafeln mache die Bürokratie zu schaffen, berichtete Bernd Wulff, der stellvertretende Kaltenkirchener Vorsitzende, über das Bundestreffen in Augsburg.

 Für Sonnabend, 28. November, ist in Kaltenkirchen wieder die Aktion „Ein Teil mehr“ eingeplant. Dann werden Ehrenamtliche die Kunden des Famila-Marktes darum bitten, ein Teil ihres Einkaufes für die Tafel zu spenden. Mit der Kampagne kam in der Vergangenheit nicht nur eine Menge an Waren zusammen, sondern die Hilfsorganisation erhielt auch eine gute Möglichkeit, für sich zu werben.ptl

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