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Flüchtlingsfest kam bestens an

Kaltenkirchen Flüchtlingsfest kam bestens an

Würde es gelingen, die in Kaltenkirchen verstreut lebenden Asylbewerber über das Flüchtlingsfest auf dem Gelände der Kaltenkirchener Turnerschaft zu informieren? Und würden sie auch den Weg zum versteckt liegenden KT-Heim finden? Die Flüchtlinge nahmen die Einladung gerne an, rund 700 Gäste fröhlich und friedlich miteinander.

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Sind vor wenigen Tagen in Kaltenkirchen eingetroffen und freuten sich, schnell mit Einheimischen in Kontakt zu kommen: Lawand Mamo und ihr Sohn Mervan Koga aus dem syrischen Aleppo.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Das Fest ging auf eine Privatinitiative zurück. Dazu eingeladen hatte Sebastian Bock – allerdings ganz bewusst nicht in seiner Funktion als KT-Vorsitzender. „Die Feier soll für alle sein, und wir möchten nicht, dass die Teilnahme an einer Vereinszugehörigkeit scheitert“, sagte er. Diese Botschaft kam an und trug wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung bei. Kuchenspenden – nicht nur von KT-Mitgliedern – liefen in großer Zahl ein. Auch das freiwillige Helferteam war bunt zusammengesetzt.

 Vor allem für die Kinder hatten sich die Organisatoren viele Attraktionen überlegt. Jeder, der wollte, wurde mit einem Laufzettel ausgestattet und konnte damit verschiedene Spielstationen ausprobieren. So manches Kind konnte sich angesichts der verlockenden Angebote kaum entscheiden, wo es anfangen sollte. Beim Sackhüpfen, Entenangeln, Schminken oder doch auf der Hüpfburg oder im Bällebad? Die vielen Gewinne für die emsigen Teilnehmer hatten in erster Linie Kaltenkirchener Unternehmen beigesteuert. „Die Menge der Spenden war überwältigend“, sagte Sebastian Bock, der auch überglücklich war, dass das Fest insgesamt auf derart großes Interesse stieß. „Die Stimmung ist gigantisch und die Hilfsbereitschaft weit größer, als ich es je erhofft hätte!“

 Während die Kinder übermütig spielten, entwickelten sich für die Erwachsenen die Tischkicker zur Hauptattraktion. Dort mischten sich Kaltenkirchener und neu Zugezogene schnell durcheinander, und auch die vielen Sprachbarrieren spielten bald keine Rolle mehr. An anderer Stelle, wo es dann doch wieder auf mündliche Kommunikation ankam, wurde im Notfall auf Smartphone und Google-Übersetzer zurückgegriffen.

 Bürgermeister Hanno Krause lobte das große ehrenamtliche Engagement bei der Integration der Flüchtlinge. „Bei aller Professionalität braucht es letztendlich vor allem die Menschen, um Hemmschwellen und mögliche Ängste abzubauen“, sagte er. Nur durch den Kontakt mit Einheimischen könne die Integration der Asylbewerber gelingen. Dazu habe das Flüchtlingsfest einen hervorragenden Beitrag geleistet.

 Die freundliche Aufnahme, die die Asylbewerber bei der Feier fanden, führte teilweise aber auch zu Irritationen der komischen Art. Davon berichten konnte der SPD-Stadtvertreter Tanzer Kocapinar, ein alteingesessener Kaltenkirchener mit türkischen Wurzeln. „Ich wurde hier teilweise schon derart nett von mir unbekannten Leuten begrüßt, dass ich mich insgeheim frage, ob sie mich nicht vielleicht mit einem Flüchtling verwechselt haben“, meinte er schmunzelnd. Aber da gebe es im Leben ja Schlimmeres.

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