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Fassungslos nach der Bluttat

Messerstecherei am 1. Mai Fassungslos nach der Bluttat

Die Gedenkstätte ist schlicht: ein einfaches Holzkreuz mit dem Vornamen des Verstorbenen, Blumen, etliche Teelichter. Der Vater des 25-Jährigen, der in der Nacht zu Sonntag auf dem Weg zwischen der Schule am Burgfeld und der Franz-Claudius-Schule mit einem Messer tödlich verletzt worden ist, hat die Verantwortlichen darum gebeten, dort an seinen Sohn erinnern zu dürfen.

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Dort, wo in der Nacht zu Sonntag der 25-Jährige gefunden wurde, hat der Vater eine kleine Gedenkstätte eingerichtet.

Quelle: Thorsten Beck

Bad Segeberg. „Wir haben das natürlich gestattet“, erklärte der Leiter der Schule am Burgfeld, Bernd Falkenhagen, am Montag dieser Zeitung. Zumindest für eine gewisse Zeit soll diese Anlaufstelle für Trauernde auf dem mit einem Zaun abgetrennten Rasenstück neben dem Schulteich zugänglich bleiben.

Auch am Montag herrschte überall Fassungslosigkeit darüber, dass ein Streit zwischen zwei rivalisierenden Gruppen derart eskalieren konnte. Im Laufe des Tages verdichteten sich die Hinweise darauf, dass sich die Beteiligten auf dem weitläufigen Gelände in der Südstadt bewusst getroffen hatten, um eine Auseinandersetzung quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Das spätere Opfer und ein zweiter junger Mann sollen zuvor beim Tanz in den Mai auf dem Marktplatz verbal aneinandergeraten sein. Laut Aussage von Zeugen soll der 27-Jährige auch ein Messer dabeigehabt haben. Dieser Mann, ebenfalls ein Deutscher aus Bad Segeberg, wurde bereits kurz nach der Tat festgenommen und befindet sich seither in Gewahrsam.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel wurde der Mann am Montag dem Richter vorgeführt, der nach Polizeiangaben einen Haftbefehl wegen Totschlags erließ und dessen sofortige Vollstreckung anordnete. Der 27-Jährige sitzt inzwischen in der Justizvollzugsanstalt. Zu den Vorwürfen habe er bei dem Termin geschwiegen, hieß es.

Die Kieler Mordkommission ermittelt unterdessen weiter mit Hochdruck und fahndet nun vor allem nach der Tatwaffe. „Nach bisherigem Ermittlungsstand wurde der 25-Jährige mit einem großen Messer angegriffen und tödlich verletzt“, erklärte Polizeisprecher Matthias Arends. Das Messer soll eine Klingenlänge von etwa 40 bis 50 Zentimetern und einen auffälligen rot-goldenen Griff haben. Es könnte zuvor in einer braunen Messerscheide aus Plastik transportiert worden sein. „Möglicherweise wurde sie von dem Tatverdächtigen unter Müllcontainern im Bereich der Straße Eichkamp abgelegt.“ Die Kripo sucht außerdem ein silberfarbenes Klappmesser mit einer Klingenlänge von sechs bis sieben Zentimetern, das ebenfalls mit der Bluttat in Verbindung stehen dürfte. „Dieses Messer könnte ebenfalls in der Nähe des Tatorts abgelegt oder weggeworfen worden sein“, berichtete Arends. Wer Angaben machen kann, sollte sich unter Tel. 0431/1603333 mit der Mordkommission in Verbindung zu setzen.

Das tragische Ereignis war am Montag auch das beherrschende Thema an den beiden Schulen, die an den Tatort angrenzen. „Die Kinder, die vom ZOB kommen, gehen ja direkt dort vorbei“, sagte Grundschulleiterin Göntje Braren. „Einige haben mich sofort darauf angesprochen.“ Sie habe sich am Morgen als erstes mit dem Kollegen Falkenhagen abgestimmt, wie mit der Situation umgegangen werden soll. Auch im Kollegium sei beraten worden. „Wenn Schüler von sich aus fragen, sprechen wir mit ihnen darüber“, erklärte die Rektorin die gemeinsame Linie. Dass Menschen um einen Verstorbenen trauern, sei auch Jüngeren zu vermitteln.

Dennoch möchte die Franz-Claudius-Schule das Ganze so gut es geht von den Kindern fernhalten. „Es betrifft uns ja nicht direkt“, meint Braren. Es sei ja eher zufällig, dass sich die Kontrahenten ausgerechnet dort getroffen hatten. So sieht es auch der Leiter des früheren Schulzentrums. Die Tat betreffe die Einrichtung nur am Rande, sagt Bernd Falkenhagen. Auch er habe das Vorgehen gleich morgens intern besprochen. „Bei Bedarf greifen wir die Fragen in kleineren Kreisen auf.“

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Messerattacke

Gut zweieinhalb Wochen nach dem tödlichen Messerstich auf einen 25-jährigen Segeberger ist die Mordkommission möglicherweise einen wichtigen Schritt weiter. Die Kripo hat am Mittwoch bestätigt, dass nach längerer Suche ein Messer mit langer Klinge aufgetaucht ist, bei dem es sich um die Tatwaffe handeln könnte.

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