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Mieter bekommen mehr Zeit

Abriss von Henstedt-Ulzburger Reihenhaussiedlung Mieter bekommen mehr Zeit

Das Immobilien-Unternehmen Soka-Bau rückt nicht von seinem Plan ab, den Großteil seiner Reihenhäuser am Beckersbergring abreißen zu wollen. Immerhin sollen den Bewohnern jetzt aber drei Jahre mehr Zeit zugestanden werden, sich umzuorientieren. Demnach sollen die ersten Bauarbeiten nicht, wie ursprünglich angekündigt, 2017 beginnen, sondern erst 2020.

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Das Immobilien-Unternehmen Soka-Bau plant die Neuordnung des Beckersbergrings. Die Mehrheit der Mieter ist bislang dagegen. Die Verwaltung hingegen befürwortet die Pläne.

Henstedt-Ulzburg. In persönlichen Schreiben wurden die Bewohner des Beckersbergrings über die Entscheidung informiert. Betroffen sind von den Umgestaltungsplänen 100 der insgesamt 116 Mietparteien. Ihre Häuser sollen komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Das Ziel der Soka-Bau besteht darin, die Bebauung am Beckersbergring aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zu verdichten. In Zukunft sollen in der Straße etwa 160 bis 170 Mietparteien wohnen, die meisten davon in Wohnblöcken. Im Vergleich zu heute wird es deutlich weniger Reihenhäuser geben und auch weniger und kleinere Gärten.

 Die meisten Mieter sind bislang gegen die Umgestaltungspläne. Sie wollen den Beckersbergring in seiner jetzigen Form erhalten. Rückenwind bekommt die Soka-Bau allerdings von der Verwaltung. In einer Pressekonferenz erklärte Bürgermeister Stefan Bauer: „Die Häuser sind Eigentum der Soka-Bau. Es muss im Recht des Eigentümers liegen, dort verändern zu dürfen.“ Das müsse allerdings auf sozialverträgliche Art und Weise geschehen.

 Aus diesem Grunde verständigten sich der Bürgermeister und Wolfgang Koberski, Vorstandsmitglied der Soka-Bau, kürzlich darauf, den Zeitplan zu modifizieren. Davon sollen alle Seiten profitieren. Die Mieter können sich länger auf die geplanten Änderungen einstellen; die Soka-Bau hat drei Jahre mehr zur Verfügung, um die Neubaupläne im Dialog mit den Anwohnern zu entwickeln.

 Dass es zur Umgestaltung des Beckersbergrings kommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Denn auch wenn die meisten Mieter dagegen sind: An den entscheidenden Stellen hat die Soka-Bau Fürsprecher. Weil es für das Areal keinen Bebauungsplan gibt, muss das Unternehmen einen Bauantrag beim Kreis stellen. Der Kreis wiederum wird dann die Gemeinde fragen, ob sie ihr Einvernehmen erteilt. Entsprechende Signale sendet die Verwaltung bereits aus. Die Gemeindepolitik hat in der Frage, ob es zum Abriss kommt, keine direkte Einflussmöglichkeit. Sie wird lediglich eingebunden, wenn es darum geht, wie die Neubebauung aussehen soll. Bislang zeichnet sich auch in der Gemeindevertretung ab, dass dort mehrheitlich die Umgestaltung befürwortet wird.

 In Teilen könnten die Pläne der Soka-Bau noch von drei Eigentümern vereitelt werden. Sie haben dem Unternehmen vor langer Zeit ihre Reihenhäuser abgekauft. Diese Gebäude befinden sich im nördlichen Bereich des Beckersbergrings. „Falls mit den Bewohnern keine Einigung erzielt werden kann, müsste die betroffene Reihenhauszeile im Notfall gänzlich unangetastet bleiben“, sagte Monika Siemers, Leiterin der Soka-Bau-Verwaltung in Pinneberg.

 Sollten sich Mieter dazu entscheiden, freiwillig und vorzeitig auszuziehen, stünde bereits fest, wie der frei werdende Wohnraum übergangsweise genutzt werden würde. Elf Reihenhäuser hat die Gemeinde bereits für Flüchtlinge angemietet. Bis 2020 könnten dort weitere Migranten untergebracht werden.

 Ein Unsicherheitsfaktor, der die Mieter am Beckersbergring besonders bewegt, ist die Frage, wie sich die Mieten durch die Neuordnung der Straße entwickeln werden. Dazu wollte Frau Siemers auf der Pressekonferenz noch keine Aussage treffen. „Wir wissen ja nicht einmal sicher, wie viele Wohneinheiten überhaupt gebaut werden.“ Aus diesem Grunde könne auch noch nicht gesagt werden, wie viel Geld investiert werde. Als groben Richtwert nannte sie einen Betrag um und bei 50 Millionen Euro.

 Für Ärger sorgte in den vergangenen Wochen ein Soka-Bau-Plakat. Es sollte neue Interessenten für Reihenhäuser anlocken. Geworben wurde mit dem Versprechen, die Mietobjekte seien saniert. Über diese Aussage regten sich verschiedene Anwohner auf, denn den angekündigten Abriss ihrer Häuser hat die Soka-Bau ausgerechnet damit begründet, dass die Objekte nicht sanierungsfähig seien. Inzwischen wurde das umstrittene Schild abgebaut.

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