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Ablehnung der Stromtrasse bekräftigt

Henstedt-Ulzburg Ablehnung der Stromtrasse bekräftigt

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Dr. Robert Habeck (Grüne) wanderte durch den Rantzauer Forst zwischen Ulzburg Süd und Quickborn, allerdings nicht zum Vergnügen. Denn in der Gemeinde gibt es Widerstand gegen eine von dem Netzbetreiber Tennet geplante Ost-West-Stromtrasse. Habeck hofft auf eine einvernehmliche Lösung.

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Am Waldkindergarten in Ulzburg-Süd diskutierten Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck (3.v.l.) undStaatssekretärin Ingrid Nestle (4.v.r.) mit Bürgermeister Stefan Bauer (von links) und Karin Honerlah (WHU), Horst Ostwald (SPD), Tile Abel (BfB), Dietmar Kahle (CDU), Bürgervorsteher Uwe Schmidt (CDU) und Stefan Holowaty (FDP).

Quelle: Harald Becker

Henstedt-Ulzburg. Auf der Ostküstenleitung soll in einigen Jahren per 380000-Volt-Leitung die zunehmende Menge aus Windenergie gewonnenem Strom in die bereits größtenteils entlang der A7 im Bau befindliche Nord-Süd-Trasse eingespeist werden, um zu Industriezentren nach Süddeutschland zu gelangen. Habecks Ministerium ist für die Genehmigung der Pläne zuständig.

 Henstedt-Ulzburg wäre von der Trassenführung des Abschnitts der Ostküstenleitung von Stockelsdorf bei Lübeck durch den Kreis Segeberg bis zur A7 besonders betroffen, da nach dem jetzigen Stand der Planungen die 380-Kilovolt(kV)-Leitung über Wohngebiete in Ulzburg-Süd und in der Nähe des Waldkindergartens verlaufen soll. Zudem ist im Bereich Beckershof dicht an der Autobahn ein Umspannwerk mit einer weiteren Schaltanlage vorgesehen, wofür insgesamt rund 17 Hektar Land benötigt würden. Sowohl gegen die Trasse als auch das Umspannwerk sprechen sich einstimmig alle fünf Fraktionen der Gemeindevertretung aus, auch Bürgermeister Stefan Bauer ist dagegen. Zudem hat sich eine Bürgerinitiative aus etlichen wahrscheinlich von der Ostküstenleitung betroffenen Grundstücksbesitzern gebildet.

 Robert Habeck nahm mit seinem Mitarbeiterstab das Wohngebiet, den Kindergarten in der Straße Dreangel und das Waldgebiet in Augenschein. „Wir sind hier knapp zwei Stunden durch die Gegend gestiefelt und haben im kleinen Kreis mit den Kommunalpolitikern und Bürgermeister Stefan Bauer Lösungsmöglichkeiten besprochen. Jetzt werden wir prüfen, ob eine andere Trassenführung möglich ist“, erklärte Habeck. Die Interessen Henstedt-Ulzburgs verstehe er, sie seien aber mit dem Allgemeinwohl abzuwägen. Geprüft werde unter anderem, ob das Umspannwerk in Norderstedt-Friedrichsgabe erweitert werden könne. Dort könnte die Ostküstenleitung anknüpfen und somit weiträumiger am Waldkindergarten vorbeigeführt werden.

 Unabhängig davon bekräftigten die Kommunalpolitiker im Gespräch mit dem Minister ihre ablehnende Haltung gegenüber den aktuellen Planungen. „Die Notwendigkeit einer 380-kV-Trasse und die bisherige Linienführung durch Henstedt-Ulzburg stellen wir weiter in Frage. Falls dieser noch in Vorplanung befindlicher Vorschlag realisiert werden sollte, werden wir überlegen, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden“, betonte Karin Honerlah (WHU). „Eine Zustimmung zur derzeitigen Planung wird es mit uns nicht geben. Wir werden mit allen rechtsstaatlichen Mitteln versuchen, dies zu verhindern“, ergänzte Dietmar Kahle (CDU). Horst Ostwald (SPD) sagte: „Wir sind in guten Gesprächen. Ich halte nichts für ausgeschlossen. Ob es nun zur Einigung oder zum Prozess kommt, kann ich nicht vorhersagen.“ Tile Abel (BfB) meinte: „Dies war nicht der Tag der Sonderangebote. Wir bleiben zumindest im Gespräch und werden sehen, ob es Chancen für eine einvernehmliche Lösung gibt.“ Stefan Holowaty (FDP) hofft auf die Realisierung von neuen Ideen: „Die Trasse und das dafür notwendige Umspannwerk sind zwar planerisch zwei Paar Schuhe, jedoch für uns in Henstedt-Ulzburg eine Einheit, die wir so nicht wollen.“

 „Dieses Gespräch hat gegenseitiges Verstehen und Vertrauen geschaffen“, sagte Habeck. „Wir werden jetzt alle Ideen prüfen und auch die Tennet befragen, ob Änderungen praktikabel sind.“ Die Ostküstenleitung sei aber nach wie vor notwendig. Habeck wies auf die Verpflichtung des Landes hin, eine neue Stromleitung bauen zu müssen. Und der Minister betonte auch: „Einen Rechtsstreit scheue ich nicht.“

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