25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Lesefutter auf Rädern

Leezen Lesefutter auf Rädern

Zum ersten Mal fuhr Schleswig-Holsteins Kultusministerin Anke Spoorendonk in einem Bücherbus mit. "Eine tolle Alternative zur Stadtbücherei und für den ländlichen Raum sehr wichtig“, betonte sie in Leezen. So würden die entfernten Außenbereiche mit einer Vielzahl von Medien versorgt.

Voriger Artikel
Sperrung nach Wasserrohrbruch
Nächster Artikel
Kein sicheres Pflaster

Kultusministerin Anke Spoorendonk (zweite von links) fuhr eine Tour im Bücherbus mit und nutzte die Gelegenheit für Gespräche mit (von links) Ingeborg Barthelme, Mirko Kohnle, Friederike und Christine Teegen und Ulrich Schulz.

Quelle: Patricia König

Leezen. In Wittenborn stieg die Ministerin zu, guckte sich dann an den Stationen in Leezen und Todesfelde das Geschehen an.

 Sie selbst habe sich schon als Schülerin mit Leihbüchern aus der dänischen Zentralbibliothek die täglichen Zugfahrten und Wartezeiten auf dem Weg von ihrem Heimatort Schleswig zum dänischen Gymnasium Duborg-Skolen nach Flensburg versüßt, berichtete die SSW-Politikerin. Die Liebe zur Literatur hat die Ministerin bis heute beibehalten. „In der wenigen Freizeit lese ich gerne epische Geschichtsromane und klassische Literatur, aber auch Krimis und alles, was mich gerade interessiert.“

 „Fahrbüchereien sind eine tolle Alternative zur Stadtbücherei und gerade für den ländlichen Raum sehr wichtig“, betonte sie. Mit ihrer Hilfe würden Kinder, Erwachsene und Senioren bis in die entfernten Außenbereiche mit einer Vielzahl von Büchern und Medien versorgt, gleichzeitig sei der Bücherbus auch eine willkommene Begegnungsstätte. „Und das für nur 2,80 Euro pro Einwohner und Jahr.“ Das ist der Beitrag, den die Gemeinden zu zahlen haben, wenn bei ihnen der Bücherbus halten soll. Ein Ausleihausweis kostet für Erwachsene 18 Euro im Jahr, Kinder sind frei.

 Ohne Fahrbücherei würde ihnen ihr „Lesefutter“ fehlen, erzählten Friederike (11) und Christine Teegen (17). Die beiden Schwestern leihen sich Bücher, aber auch Filme und CDs im Bücherbus aus. Prakischerweise hält der Bus ganz in der Nähe des elterlichen Gasthofs an der Bushaltestelle in Leezen. „Ich lese total gerne Fantasygeschichten“, erzählt Christine Teegen. Sie brachte sogar ihren Feriengast Mirko Kohnle aus dem Rheinland mit, der 18-Jährige versorgte sich mit Comics.

 Leezens Bürgermeister Ulrich Schulz erinnerte daran, dass seine Gemeinde von Anfang an – also seit 1993 - Mitglied in der Fahrbücherei Kreis Segeberg sei. Sie werde vor allem von Kindern gut genutzt, erklärte er. Das sei leider nicht überall so, bedauerte die Ministerin. Es gibt in Schleswig-Holstein 13 Fahrbüchereien in neun Kreisen, insgesamt werden 600 Gemeinden dadurch mit Büchern und anderen Medien versorgt. Nicht dabei sind die Kreise Pinneberg und Herzogtum Lauenburg.

 Spoorendonk bereitet derzeit ein Bibliotheksgesetz vor, dass den 160 öffentlichen Bibliotheken und 13 Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein dabei helfen soll, „ihre Bedeutung für die kulturelle Bildungslandschaft in Schleswig-Holstein zu betonen“. Im Vordergrund steht die flächendeckende Qualitäts- und Angebotssicherung. Ziel ist es, die bibliothekarische Grundversorgung im Land strukturell und rechtlich abzusichern. „Das soll zwar keine kommunale Pflichtaufgabe werden, aber wir fordern schon eine gute und flächendeckende Bibliotheksarbeit und die Schaffung einer Haushaltsstelle“, erklärte sie.

 Fahrbüchereien wie die im Kreis Segeberg seien ein gutes Beispiel dafür, wie gut das Angebot von der Bevölkerung gerade im ländlichen Raum angenommen werde. „Das gilt es zu fördern“, sagte die Politikerin.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3