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Mitarbeiter bei Ammoniakunfall verletzt

Leezen Mitarbeiter bei Ammoniakunfall verletzt

Bei einem Gefahrgutunfall in Leezen ist am Sonntagmittag ein Mitarbeiter verletzt worden. Er kam mit Atemwegsverätzungen in ein Krankenhaus. Durch einen technischen Defekt in einem Kühlmittellager wurde Ammoniak freigesetzt, teilte die Feuerwehr mit.

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 In einem Kühlmittellager der Firma Lactoprot war Ammoniak ausgetreten.

Quelle: Andreas Wicht

Leezen. Gegen 13.30 Uhr heulten am Sonntag in Leezen die Sirenen. Nur wenige Minuten darauf war die gesamte Dorfmitte erfüllt vom Schein vieler Blaulichter. Bei der Firma Lactoprot, die Milch für die industrielle Nutzung aufbereitet, war es zu einem Chemieunfall gekommen.

Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Beeinträchtigt wurde auch der traditionelle Herbstmarkt der CDU-Frauen, die vor den Werkstoren rund um das Budörphus ihre Gäste bewirteten. 

„Gefahr hat, auch dank der Windrichtung vom Dorfplatz weg, nie für die Festbesucher bestanden, obwohl natürlich die Evakuierung des Platzes unser erster Gedanke war“, erläuterte Polizistin Katja Beck, die als eine der ersten Einsatzkräfte vor Ort war.

Mit der Polizei kamen auch der ABC-Zug des Kreises, die Freiwilligen Feuerwehren Leezen, Kaltenkirchen und Kisdorf, die Gefahrgut-Erkundungstrupps aus den Ämtern Kaltenkirchen-Land und Itzstedt, ein leitender Notarzt und zwei Rettungstransportwagen sowie Fahrzeuge aus vier Polizeidienststellen zum Ort des Geschehens. 

Damit stand die Heiderfelder Straße ab Conny’s Blumendiele bis zum Spielplatz am Budörp voller Einsatzfahrzeuge und wurde an diesen beiden Punkten auch von Polizisten abgesperrt. Insgesamt etwa 60 Rettungskräfte halfen.

„Bei Arbeiten war Ammoniak ausgetreten“, erläuterten Mitarbeiter der Einsatzleitung. Ammoniak ist stark ätzend für die Atemwege, weswegen vorsorglich eine Gefahrenzone von 100 Metern Radius eingerichtet wurde. 

Gabriele Turtun vom Kreisfeuerwehrverband berichtete, dass ein technischer Defekt im Kühlmittellager aufgetreten war. Ammoniak ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das als FCKW-freies Kühlmittel eingesetzt werden kann. Ein Mitarbeiter sei an den Atemwegen verletzt und in eine Klinik gebracht worden, sagte Turtun. Lebensgefahr habe für ihn nicht bestanden. Das ausgetretene Gas sei im Raum geblieben. Es habe also keine Gefahr für die Außenwelt bestanden, auch wenn die Polizei vorsorglich eine Radiowarnung herausgegeben habe, erläuterte die Feuerwehrmitarbeiterin. Ein Techniker habe die Schadensstelle im Laufe des Sonntagnachmittags technisch überbrückt. Daraufhin sei der Raum gereinigt worden. Das Schmutzwasser werde im eigenen Klärwerk von Lactoprot gereinigt. 

„Ein Leck in unserer Ammoniakleitung hatte zu dem Zwischenfall geführt, der zum Glück glimpflich verlief“, sagte Steffen Rode, Geschäftsführer von Lactoprot. „Für die Einsatzkräfte war es im Prinzip eine große Übung.“ Einsatzleiter war Leezens Gemeindewehrführer Andreas Kühl. Zur Seite stand ihm der Kreisfachwart Gefahrgut Markus Breede.

Der Herbstmarkt der CDU-Frauen nebenan hatte unter dem Einsatz zu leiden, da ab 13.30 Uhr keine Gäste mehr zum Dorfplatz durchkamen. Maren Erichsen-Reher, erste Vorsitzende der CDU-Frauen, bedauerte: „Dem Regen hatten unsere treuen Gäste getrotzt, aber die in alle Himmelsrichtungen gesperrten Straßen haben unserem ehrenamtlichen Fest echt geschadet. Trotzdem bin ich froh, dass all die Einsatzkräfte für einen glimpflichen Verlauf des Unfalls sorgen.“

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