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Auf Stromfresser-Jagd

Diakonie Altholstein Auf Stromfresser-Jagd

Strom sparen - das hilft gleich doppelt: einmal der eigenen Haushaltskasse und dann natürlich auch dem Klima. Das bundesweite Projekt „Stromspar-Check“ wird im westlichen Kreis Segeberg von der Diakonie Altholstein betreut.

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Bad Bramstedt. In Bad Bramstedt sind Stromsparhelferin Betül Tor und ihr Anleiter Hartmut Zeising die Ansprechpartner. Im Sozialkaufhaus im Maienbeeck, deren Teamleiterin Susanne Heidel auch das Stromspar-Projekt im Kreis Segeberg leitet, steht Betül Tor jeden Werktag für Anfragen zur Verfügung.

 „Unser Angebot richtet sich an einkommensschwache Haushalte, also Bezieher von Harzt IV, Wohngeld oder kleinen Renten“, sagt Susanne Heidel. Im Sozialkaufhaus können Interessierte Kontakt mit Betül Tor aufnehmen, die auch von sich aus die Kunden anspricht. Diese können dann eine Antwortkarte ausfüllen; ein Termin wird telefonisch abgesprochen. „Wir gehen zu zweit in den Haushalt und messen jedes Gerät“, sagt Hartmut Zeising, „insbesondere die Stromschlucker.“ Das sind zum Beispiel alte Kühlschränke. „Aber auch die Stand-by-Funktion an Fernsehgeräten oder Musikanlagen schlucken enorm viel Strom“, so Zeising. Darauf werden die Kunden aufmerksam gemacht. „Wir rechnen ihnen vor, wie viel Geld sie im Jahr sparen würden, wenn sie die Stand-by-Schalter ausmachten.“ In der Schulung habe Zeising ein beeindruckendes Beispiel gehört: „Wenn jeder der 39 Millionen deutschen Haushalte die Stand-by-Verluste einsparen würde, könnten zwei Atomkraftwerke geschlossen werden.“

 Aber das Messen ist noch nicht alles. Zu dem ohnehin kostenlosen Angebot gehören zwei aufeinanderfolgende Besuche. Beim zweiten wird Soforthilfe geleistet: „Wir bringen den Kunden Steckerleisten mit, an denen sie die Stand-by-Funktionen ausschalten können“, sagt Betül Tor. Außerdem sind im kostenlosen Sparpaket noch Energiesparlampen und Wasser-sparende Duschköpfe enthalten. Ein Thermometer für den Kühlschrank gibt es noch obendrauf. „Kaum jemand weiß, dass die optimale Temperatur im Kühlschrank zwischen sechs und sieben Grad liegt. In den meisten Kühlschränken ist es kälter“, informiert Zeising.

 Das Projekt startete in Bad Bramstedt im Mai. „Da haben wir angefangen, es aufzubauen, so richtig läuft es erst seit Juli“, so Heidel. Bislang haben die Stromspar-Checker 20 Kontakte aufgenommen und waren bereits in acht Haushalten. „Unsere Tipps werden gut angenommen und umgesetzt“, ist Betül Tors Erfahrung: „Es gibt Fälle, da können die Haushalte bis zu 100 Euro im Jahr einsparen, nur durch Vermeidung der Leerlaufverluste.“

 Für die 33-jährige Kaltenkirchenerin ist die Arbeit als Stromsparhelferin nach zweieinhalb Jahren Arbeitslosigkeit der erste Job. Die studierte Hochbauingenieurin wollte „etwas mit Energie machen“, und so schlug das Jobcenter ihr die Mitarbeit in dem Projekt vor. Dieses Arbeitsverhältnis ist nur befristet und wird vom Jobcenter unterstützt. Das Stromspar-Projekt läuft vorerst nur bis 31. Dezember dieses Jahres, habe aber gute Aussichten, verlängert zu werden, so Heidel: „Es verbindet Klimaschutz und Sozialpolitik, das hat Zukunft“, ist sie sich sicher.

 Und was die schlimmsten Stromfresser anbelangt, die alten Kühlschränke, da können die Stromsparhelfer ihren Kunden ebenfalls ein gutes Angebot machen: „Wer sich eine neues Gerät kauft und das nachweisen kann, bekommt von uns einen Gutschein über 150 Euro“, sagt Zeising. Aber es muss ein A+++ Kühlschrank sein.

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