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1000 Besucher zum 100. Geburtstag

Museum-Bahnhof Kleinkummerfeld 1000 Besucher zum 100. Geburtstag

Der Bahnhof in Kleinkummerfeld ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Doch die Mitglieder des Vereins Eisenbahnfreunde Mittelholstein mit Sitz in Neumünster kümmern sich liebevoll um die alten Gerätschaften und das Gebäude. Zum 100. Geburtstag des Bahnhofs kamen knapp 1000 Besucher.

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Kay-Uwe Kühne, Vorsitzender des EFM, vor der Feldbahn, die auch Gäste transportieren kann.

Quelle: Matthias Ralf

Groß Kummerfeld.. „Das Bahnhofsgebäude wurde bereits 1875 eröffnet“, erklärte Kay-Uwe Kühne. Der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde erklärt, warum trotzdem 100-jähriges Jubiläum gefeiert wurde. „Damals hieß der Bahnhof noch Boostedt.“ Später erhielt der Ort Boostedt einen eigenen Halt. Daher wurde die Station nahe Kleinkummerfeld umbenannt. „Das passierte am 1. Mai 1916.“

 1986 wurde der Betrieb von der Deutschen Bundesbahn eingestellt. Das Gebäude wurde nicht mehr benötigt. Glück für die Eisenbahnfreunde (EFM). Der Verein konnte das Grundstück mit allen Nebengebäuden erwerben und hat seither hier sein Vereinsgelände. Mit viel Fleiß und unzähligen Arbeitsstunden machten die Mitglieder aus dem zweckgebundenen Areal in 30 Jahren ein sehenswertes Museum mit Geschichten rund um die Eisenbahn. Davon konnten sich die Besucher an zwei Tagen ein Bild machen.

 „Wir zeigen Einrichtungen und Fahrzeuge der Eisenbahn aus dem vergangenen Jahrhundert“, sagte Kühne. Ein besonderes Highlight sollte die Fahrt mit der Feldbahn sein. Die 2009 in Betrieb genommene Lokomotive DE600 „Feldmaus“ ist ein Eigenbau. Die dieselelektrische Lok kann normalerweise Personen über die 600 Meter lange Feldbahnstrecke ziehen. Leider streikte die Technik. Nach nur wenigen Versuchen musste der Eigenbau wieder aufs Abstellgleis gebracht werden.

 Anders lief es mit der Draisine. Das muskelbetriebene Gerät fand besonders bei den jüngeren Besuchern großen Anklang. Die kurzen Ausflüge mit dem Bahndienstfahrzeug KLV 10-4001 aus dem Baujahr 1952 kamen ebenfalls sehr gut an. „Das hat richtig Spaß gemacht“, meinte Lasse Zahnleiter. Seine Großeltern Wolfgang und Sigrid Pohlmeyer aus Boostedt waren ähnlich begeistert. Die Ausfahrt auf der vereinseigenen Strecke dauerte zwar nicht lange. Nostalgie kam trotzdem auf. Die Besucher konnten nur erahnen, wie viel Schweiß bei der Errichtung der tonnenschweren Schienenanlage geflossen ist.

 Wer sich eher für die Spielzeugvariante interessierte, war im Bahnhofsgebäude richtig. Hier wurden mehrere Modelleisenbahnstrecken präsentiert. Vereinsmitglied Jürgen Vorbeck aus Schipphorst zeigte den Besuchern, wie die Modellbahnanlagen in Spur H0 und N funktionieren. Im Nebenraum steht noch das alte, mechanische Stellwerk, das bis 1984 in Betrieb war. „Das ist alles sehr interessant“, sagte Dennis Döring. Dem Achtjährigen aus Neumünster gefielen vor allem die großen Loks. Neben der DWK D110B aus dem Baujahr 1937 und der O&K MV6b (Bj. 1959) waren und auch ein Zweiwege-Rangiergerät (Unilok A4000) auf dem Gelände zu begutachten. In den Waggons mit Speise-, Schlaf- und Mehrzweckwagen kam das Gefühl früherer Bahnfahrten auf.

 Dem EFM geht es zwar dank des unermüdlichen Einsatzes seiner Mitglieder sehr gut. Trotzdem muss Kay-Uwe Kühne die Stirn runzeln. „Wir brauchen wieder mehr Mitglieder“, sagte der Vorsitzende. Mittlerweile kümmern sich nur noch 35 Mitglieder um den Bahnhof.

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