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Musical: Viel besser als Mathe

Wahlstedt Musical: Viel besser als Mathe

Viel zu schnell gingen für die 6. und 7. Klassen der Poul-Due-Jensen-Schule die fünf Tage mit „Musical at School“ zu Ende. „Selbst Kinder, die sonst gar nichts mitmachen wollen und wenig zugänglich sind, waren mit Freude und sehr konzentriert dabei“, sagt Lehrerin Ulrike Stoffers, die das Projekt an die Schule geholt hatte.

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Mette Wilkens (von links), Lara Schacht und Joline Nagel waren total begeistert vom Musicalprojekt an der Poul-Due-Jensen-Schule. Am liebsten hätten die drei jeden Tag solchen Unterricht.

Quelle: Gisela Krohn

Wahlstedt. „Bei der Aufführung am Ende hatte ich Tränen in den Augen“, gesteht sie. „Alle Kinder haben sich so ins Zeug gelegt, und die Aula war voll mit Zuschauern“. Dabei fiel es einigen anfangs gar nicht so leicht, sich alle Bewegungen und Texte zu merken. „Das Üben ist manchmal sehr schwer“, meinte Dante Kirbach (13) während der Generalprobe. Aber je länger er dabei war, umso leichter fiel es ihm; vor allem weil er im Stück, bei dem es auch um Computerviren geht, nicht nur einer von vielen ist. „Ich bin ein besonderes Virus“, sagt Dante stolz.

 In der Geschichte, die die Kinder darstellen, geht es nämlich darum, dass die „Girlies“ und die „Computerfreaks“ von den „Viren“ in den Computer hineingezogen werden und dort gefangen sind. Zum Glück gibt es noch die „Antiviren“, die sie befreien können. In diese vier Gruppen wurden die insgesamt 85 Kinder von den Musical-Profis eingeteilt. Die Schüler selbst konnten nicht entscheiden, wo sie mitmachen wollen.

 Überhaupt ging es oftmals eher streng zu. „Es gibt sehr klare Regeln“, hat Ulrike Stoffers beobachtet, die bewunderte, mit wie viel Begeisterung die vier Theaterleute den Schülern die Arbeit auf der Bühne näherbrachten. „Davon können wir uns als Lehrer für den Unterricht auch etwas abgucken.“ Für die Kinder lag die Projektwoche im Vergleich mit den normalen Schulfächern deutlich vorn. „Viel besser als Mathe“, meint Justin Richter (13).

 Bei den meisten Mädchen kam das Musicalprojekt von vornherein gut an, viele von ihnen tanzen auch in ihrer Freizeit gern. Wie gut es aber tun kann, mal etwas ganz anderes zu machen – selbst wenn man in Mathe oder Englisch gute Noten hat –, formulierte Lara Schacht aus der 7b: „Jetzt macht es richtig Spaß aufzustehen und morgens aus dem Bett zu kommen“, berichtet die 13-Jährige. Besonders gut gefällt ihr, dass die Schauspiel-Lehrer sie nicht wie Schüler behandeln. „Sondern wie Gleiche, wir sollen sie auch duzen“, beschreibt Lara. „Da fühlt man sich ernst genommen.“

 Und die Hausaufgaben seien auch attraktiver, erklärt Joline Nagel. „Wir sollen zu Hause die Musik aufdrehen und dazu laut singen“. Sie alle hätten in dieser Woche viel gelernt, erklärt Mette Wilkens. „Und in der Gruppe macht das ganz viel Spaß.“ Genau das ist auch eines der Ziele der Stahlberg-Stiftung, die das Projekt „Musical at School“ in die Schulen bringt: „Lachen“ steht als ein ganz wichtiger Punkt auf der Liste der Inhalte, gleich neben „Stärken“ (an Grenzen stoßen, unter Zeitdruck arbeiten, Selbstbewusstsein fördern), „Bewegen“ (auch wenn man kein Sport-Ass ist) und „Spielen“ (in einer Gruppe von bis zu 100 Schülern agieren).

 Das funktionierte so gut, dass es beim Abschied für die Musicalprofis Umarmungen von vielen Kindern gab, kleine Geschenke und sogar Abschiedstränen. Lehrerin Ulrike Stoffers zieht ein durchweg positives Fazit. Sie wollte das Projekt unbedingt an die Gemeinschaftsschule holen und bewarb sich schon früh bei der Stahlberg Stiftung. „Die Plätze sind heiß begehrt“. Am Ende der Woche gab es ein großes Lob von den Theaterprofis auch für die Lehrer. „Sie sagten, wir hätten ihre Arbeit super unterstützt, würden toll mit den Kindern umgehen, und dass wir eine tolle Schule sind.“

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