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Vier Stunden auf großer Fahrt

Musical in Bad Bramstedt Vier Stunden auf großer Fahrt

Die Schüler der Tanz- und Musikschule Bad Bramstedt entführten am Wochenende rund 800 Besucher auf eine Kreuzfahrt mit der „Adia“. Die musikalische Reise mit Gesang und Tanz ging durch 15 Länder, Reiseleiterin war die Musikpädagogin Aggi Ahrens-Heeb. Es gab zwei Vorstellungen im Kurhaustheater.

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Er rockte das Publikum so richtig: Barpianist Moritz Berlis gab auch einhändig alles auf dem Klavier, als er das Mikrofon selbst halten musste.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Mit an Bord waren rund 80 Darsteller im Alter von 4 bis 68 Jahren, eine professionelle Band, Techniker und Beleuchter sowie viele helfende Hände im Hintergrund. Bunte Kostüme, Filme und Bilder regten zusätzlich die Fantasie des mitreisenden Publikums an.

 Mit der Band „Die Deckjungs“, die sich als Musikformation für dieses Musical so nannte, hatte Ahrens-Heeb Vollprofis auf die Bühne geholt, von denen einige schon bei der Rocklegende Tony Sheridan mitgespielt hatten. Sie überspielten auch kleinere Lücken im Ablauf. Bei den Sängerinnen und Sängern war die Qualität der Darbietungen zwar recht unterschiedlich, doch tat das dem Gesamtauftritt keinen großen Abbruch. „Das sind ja schließlich Laien“, meinte eine der Zuhörerinnen, die wie die meisten Gäste aus dem Kreis der Eltern, Verwandten und Freunde stammte. Das Publikum freute sich einfach nur darüber, dass die Kinder offensichtlich Spaß an ihrem Hobby zeigten.

 Zur Handlung: Dem berühmten Filmmusiker und Komponisten Henry Johnson (Jan Hendrik Pape) sind die Ideen ausgegangen. Deshalb möchte er sich ein wenig Inspiration auf einer Kreuzfahrt mit der Adia holen - dass sich der Name des fiktiven Schiffs nur durch einen Buchstabendreher vom deutschen Marktführer beim Kreuzfahrten unterscheidet, ist sicher kein Zufall. Angetrieben wird der Musiker insbesondere von seiner Ehefrau Gracia (Neele Knolle), die nicht auf den gewohnt luxuriösen Lebenswandel verzichten möchte, auf neue Kompositionen und frischen Geldfluss hofft. Begleitet von seinem Freund Sercan Gigolo (Sercan Cevik) trifft Johnson auf viele Charaktere, so auch auf die Barpianistin Joy Feelding (Jacqueline Lindemann und Maria Liedtke) und deren Freundin Jinx van de Laien (Christine Peters). Man kommt sich näher und erlebt viele kleinere Abenteuer, bis irgendwann Ehefrau Gracia auftaucht.

 Jedes Mal, wenn die Adia ein neues Land ansteuerte, leitete Erzähler Bernhard-Michael Domberg in dafür typischer Bekleidung das folgende Geschehen mit einem kleinen Abstecher in die Kultur der jeweiligen Nation und die gängige Musik ein. Untermalt wurden die Wechsel von Land zu Land durch Hintergrundbilder, etwa von berühmten Bauwerken, oder kleinere Filme, die auf eine große Leinwand projiziert wurden.

 Gefordert war das Publikum durch die Länge der Veranstaltung: Mit vier Stunden, inklusive einer Pause, überschritt das Musical die übliche Dauer recht deutlich. Als Konsequenz wurden insbesondere bei den Überleitungen in der zweiten Aufführung am Sonntag Abstriche gemacht.

 In einigen Phasen erinnerte das Musical ein wenig an Schulvorführungen: Autorin und Regisseurin Aggi Ahrens-Heeb lief für das Publikum sichtbar häufig mit dem Drehbuch unterm Arm auf der Bühne herum und gab den Darstellern kleinere Anweisungen. Doch das Publikum ließ sich davon nicht stören und belohnte die Leistungen der Darsteller mit reichlich Applaus.

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