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Verfahren wird neu aufgerollt

Pinnauwiesen Verfahren wird neu aufgerollt

Knapp 5500 Einwohner votierten am Sonntag beim Bürgerentscheid für eine Einschränkung des geplanten Baugebiets auf den sogenannten Pinnauwiesen. Jetzt muss das Bauverfahren neu aufgerollt werden, um das Abstimmungsergebnis in geltendes Recht zu überführen.

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Die Bürgerinitiative HU-Transparent trommelte für eine Begrenzung der Bebauung der Pinnauwiesen – und freute sich über den für sie positiven Ausgang.

Quelle: Alexander Christ

Henstedt-Ulzburg. In dem seit Februar andauernden Streit um die geplante Erschließung des Neubaugebietes Pinnauwiesen zwischen dem Henstedt-Ulzburger Bauunternehmen Manke und den Mitgliedern der Bürgerinitiative HU-Transparent strömten nun fast 30 Prozent der 22871 Wahlberechtigten im Rahmen des Bürgerentscheids in die Wahllokale. 80,3 Prozent stimmten für die von der Bürgerinitiative geforderte deutlich abgespeckte Version. Die Ergänzung des Aufstellungsbeschlusses sieht vor, nur noch 9600 Quadratmeter des insgesamt 26000 Quadratmeter Areals am Brombeerweg nahe der Hamburger Straße zur Bebauung zuzulassen.

 Mit 19,7 Prozent stimmten knapp ein Fünftel der Wähler für die Pläne des Bauunternehmens Manke, das auf der gesamten Fläche des Geländes Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser errichten wollte.

 Mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids muss sich die Kommunalpolitik in den kommenden Wochen und Monaten auseinandersetzen. Im Vorfeld des Entscheids hatten sich die Fraktionen von CDU, SPD und FDP für die Planungen Mankes ausgesprochen. Die Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg (WHU) unterstützte die Forderungen der Bürgerinitiative HU-Transparent nach einer reduzierten Bebauung, und die Wählergemeinschaft BFB sprach sich für ein generelles Bebauungsverbot des Areals aus.

 Dass sich am Ende rund 5400 Einwohner für die abgespeckte Variante stimmten, freute insbesondere den Sprecher der Bürgerinitiative, Dirk Meissner. „Ich bin sehr erleichtert und glücklich zugleich. Es freut mich, dass eine überwältigende Mehrheit der Bürger für den Erhalt eines Großteils der Naturlandschaft im Bereich der Pinnauwiesen gestimmt hat.“ Er und seine Mitstreiter warten nun gespannt, wie die Kommunalpolitiker mit diesem Wahlergebnis umgehen werden. Rückendeckung in Sachen Erhalt der Natur erhält HU-Transparent von der WHU. „Ich bin sehr zufrieden, dass es der Bürgerinitiative gelungen ist, so viele Menschen für ihre Sache zu gewinnen. Nun liegt es an uns Politikern, mit dem Willen der Bürger richtig umzugehen“, so Karin Honerlah, Fraktionsvorsitzende der WHU.

 Weniger erfreut über den Ausgang der Wahl hingegen war CDU-Fraktionssprecher Dietmar Kahle. Er meinte, dass das Ergebnis ein von Emotionen geprägtes Votum sei. „Wir müssen nun überlegen, ob wir die Botschaft unserer Fraktion, für die große Bebauungslösung zu stimmen, richtig rübergebracht haben.“

 Das Thema wird auf der nächsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Montag, 2. November, auf der Tagesordnung stehen. Noch im Februar 2015 hatte das Gremium die Erschließungs- und Bebauungspläne des Investors unterstützt und der Gemeindevertretung eine entsprechende Änderung des B-Plans empfohlen. Zuvor gründete sich jedoch die Bürgerinitiative, die auf mehreren Info-Veranstaltungen für den Erhalt eines Teils der Fläche warb. Zu den Unterstützern zählt auch Holger Möckelmann von der Nabu-Ortsgruppe Kisdorfer Wohld. „Ich freue mich über das hervorragende Ergebnis. Nun bleibt es abzuwarten, wie die Politiker mit dem Willen der Bürger umgehen.“

 Die mit dem Bürgerentscheid herbeigeführte Entscheidung hat formal die Wertigkeit eines Beschlusses der Gemeindevertretung. Damit geht das gesamte Genehmigungsverfahren in eine neue Runde und muss unter den neuen Voraussetzungen wiederholt werden. „Wir als Verwaltung werden die dann in den Ausschüssen und der Gemeindevertretung gefassten neuen Beschlüsse auf jeden Fall auf den Weg bringen und umsetzen“, sagte der Verwaltungschef.

 Vom Bau- und Wohnungsunternehmen Manke war gestern keine Stellungnahme zum Ausgang der Abstimmung zu erhalten.

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