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Die Silberbüchse unterm Hammer

Nachlass von Pierre Brice Die Silberbüchse unterm Hammer

Die hellen Wildleder-Outfits, in denen Winnetou unzählige Schurken zur Hölle geschickt hat, stehen artig aufgereiht und in Plastikfolie verpackt. Mit wehmütigem Blick lässt Hella Brice das berühmte Gewehr des Apachen, die Silberbüchse, in eine Stoffhülle gleiten. Der Nachlass von Pierre Brice wird versteigert – und auf der ganzen Welt kann online mitgeboten werden.

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Die berühmte Silberbüchse, deren Kugel niemals das Ziel verfehlte: Das mit Silbernägeln beschlagene Gewehr, mit dem Pierre Brice bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg kämpfte, wird ebenso wie rund 1500 andere Dinge aus seinem Nachlass versteigert.

Quelle: Horst Ossinger/dpa

Bad Segeberg/Paris. 86 Jahre ist Brice, den der Mythos des Unsterblichen umwehte, alt geworden. Den geplanten Umzug nach München haben der Winnetou-Star Pierre Brice und Ehefrau Hella nicht mehr gemeinsam erleben können. So steht sie nun ihrem französischen Domizil und stellt über 1500 Exponate zusammen, die am 7. und 8. November unter den Hammer kommen. Nicht, weil Winnetous Witwe das Geld bräuchte – ein Teil des Erlöses geht an das wohltätige Projekt „Dalai Lama future4children“. Brice war im Leben ein Mann, der für die gute Sache einstand – und tut dies nun auch noch von den Ewigen Jagdgründen aus.

 Über das Berliner Kunsthaus Historia haben Fans des berühmten Franzosen Gelegenheit, einen Teil des Nachlasses zu ersteigern. Die Silberbüchse, die Brice über 20 Jahre lang bei seinen Engagements auf den Freilichtbühnen in Bad Segeberg und Elspe abfeuerte, ist sicherlich eines der interessantesten Objekte. Er hatte sie auch bei Fernsehauftritten und der Winnetou-Großproduktion in der Wiener Stadthalle dabei. Winnetou-Kostüme, die der Schauspieler selbst entworfen und bemalt hat, stehen ebenso zum Verkauf. Und auch die Sättel, in denen er über die Prärien in Schleswig-Holstein und im Sauerland preschte. Das Zaumzeug seiner Pferde und vieles mehr. Die Auktion kann im Internet unter www.historia.de verfolgt werden.

 Viele persönliche Erinnerungsstücke sind dabei – zum Beispiel das selbstgebaute Spielzeugboot, das er auch in seinen Memoiren („Winnetou und ich“) erwähnt hat. Ebenso ist der Dolch zu ersteigern, der Pierre Brice während des Zweiten Weltkrieges von einem deutschen Offizier geschenkt bekam. Er hatte ihm geholfen, sich unbeschadet den Amerikanern zu stellen.

 Wer aus dem Schlummer aufschrecken möchte wie Pierre Brice im privaten Wigwam, kann den Jaeger Le Coultre Wecker ersteigern, den der Schauspieler stets bei sich trug. Das teuerste Stück dürfte aber der gepflegte Jaguar V6 sein, dessen Papiere Pierre Brice als Erst- und Alleinbesitzer ausweisen. In seiner Freizeit hatte sich Winnetou nämlich nicht auf Iltschis Rücken, sondern gern auf vier schnellen Rädern fortbewegt. Der Käufer des Wagens kann im Kofferraum gleich noch Brices Schallplatten, Bücher, edle Weine, maßgeschneiderte Anzüge und erlesene Antiquitäten verstauen. Ein Mindestgebot gibt es jeweils nicht.

Der Nachlass von Pierre Brice kommt unter den Hammer.

Quelle: Thomas Claassen

 Für Witwe Hella Brice, die im Sommer 1990 gemeinsam mit ihrem Mann in Bad Segeberg im Stück „Winnetous letzter Kampf“ auftrat, ist die Versteigerung eine Herzenssache. „Pierre Brice hat nie vergessen, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat: seinen Fans.“ Daher sollen nun die Bewunderer die Chance haben, dem ewigen Winnetou durch ein Erinnerungsstück ein letztes Mal ganz, ganz nah zu sein.

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