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„Das hat nichts mit Islam zu tun“

Nahe „Das hat nichts mit Islam zu tun“

Das Miteinander, das Verständnis, der Dialog: Diese Stichworte fielen immer wieder bei einem bewegenden Neujahrsempfang der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Nahe. Über 100 Gäste besuchten die rund 400 Mitglieder zählende islamische Gemeinde und die Gebetsräume der Moschee.

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Jugendliche Muslime sangen ergreifend „Islam heißt Frieden“ und bekamen viel Beifall dafür.

Quelle: Harald Becker

Nahe. Habib Ullah Tariq, der langjährige Pressesprecher der Ahmadiyya Gemeinde, stellte klar: „Die Geschehnisse in Köln haben nichts mit dem Islam zu tun. Wir distanzieren uns davon und verdammen solche Taten. Wir sind alle aufgerufen, Lösungen zu finden. Islam bedeutet auch Hoffnung. Eine neue Kerze wird auch neues Licht bringen.“ Tariq freute sich über das nach seiner Meinung mittlerweile gute Miteinander in Nahe und betonte: „Wir wollen etwaige Missverständnisse abbauen und Freundschaften schließen. Unser Haus steht für alle offen.“

 Einige der Gastredner wussten vorher gar nichts von ihrem Glück, ein kurzes Grußwort halten zu dürfen. So kamen viele Worte dann auch von Herzen – und nicht als vorher eingeübte Worthülsen. Nahes Pastorin Susanne Hahn sagte: „Uns verbindet der Glauben zu einem Gott, mag er auch in den verschieden Religionen anders heißen. Der Glaube eint uns und berührt unsere Herzen.“ Ähnliche Worte fand Walter Blender, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Bad Segeberg, der als Gastgeschenk eine Thora mitgebracht hatte: „Islam, Christentum und Judentum folgen den gleichen Metaphern. So verbindet der Begriff ,Salem aleikum’, Friede sei mit Euch, alle drei Weltreligionen.“

 Für den stellvertretenden Naher Bürgermeister Marc-André Ehlers bedeutet Dialog, auch neugierig zu sein: „Die Nachrichten von Köln und Istanbul erschüttern uns. Dies bedeutet jedoch nicht Abschottung, sondern miteinander reden und gegenseitig Hilfestellung geben. Aufeinander zugehen muss das Motto lauten.“ Henstedt-Ulzburgs Bürgermeister Stefan Bauer folgte Ehlers’ Gedanken: „Wir wollen angstfrei leben. Das bedingt ein besseres Kennenlernen. Dies bedeutet für mich, dass es über das Kennenlernen der Werte dann zu einem gemeinsamen Miteinander kommt.“ Habib Ullah Tariq griff die Aufforderung zum Dialog auf: „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtiger geworden, den gegenseitigen persönlichen Kontakt zu suchen, sich so näher kennenzulernen, und selbst zu erfahren, was Muslime wirklich denken und wie sie den Islam verstehen.“

 Seit knapp 30 Jahren können die Ahmadiyya-Muslime in Nahe in einem umgebauten alten Bauernhaus ihrer Religion nachgehen. Vor Jahren wurde der Islam-Gemeinde genehmigt, eine Moschee zu errichten. „Um dies zu verwirklichen, fehlt uns allerdings noch einiges an Finanzmitteln“, sagte Tariq, der noch weitere Spenden benötigt, damit der Präsident der Naher Gemeinde Columbus Khan den Bau genehmigt.

 Mit dem Lied „Islam heißt Frieden“ untermauerten junge weibliche Gemeindemitglieder die Aussage von Tariq: „Liebe die Menschen“. Dazu passen die Worte des schon mehrere Wahlperioden amtierenden Columbus Khan: „Möge durch die Gnade Gottes Vernunft über Wahn und Fanatismus siegen und Liebe und Barmherzigkeit die Oberhand behalten über Hass und Unduldsamkeit.“

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