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Die Botschaft: „Hass für keinen“

Nahe Die Botschaft: „Hass für keinen“

Dass der Islam nicht mit Terror und Gewalt gleichgesetzt werden kann, propagiert die Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya seit Gründung im Jahr 1889 in Indien. In einem ehemaligen Bauernhof in Nahe betreibt sie seit 1989 ein Gemeindezentrum und ist inzwischen eine etablierte und anerkannte Institution.

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SPD-Ortsvereinsvorsitzender Marc-André Ehlers (vorn von links), Abdul Rauf als Präsident der Naher Ahmadiyyas sowie Eka von Kalben, Grünen-Fraktionssprecherin im Landtag, nutzten den Tag der offenen Moschee zum Dialog und zum Erfahrungsaustausch.

Quelle: Alexander Christ

Nahe. „Liebe für alle, Hass für keinen“ – so lautet die Kernbotschaft der Ahmadiyya Muslim Jamaat, einer islamischen Glaubensrichtung, die seit 27 Jahren ihr Gemeindezentrum in Nahe betreibt. Bei der bundesweiten Aktion „Tag der offenen Moschee“ nutzten rund 150 Besucher die Möglichkeit zum Dialog, darunter Eka von Kalben, Grünen-Fraktionschefin im schleswig-holsteinischen Landtag, und der Vorsitzende des Naher SPD-Ortsvereins, Marc-André Ehlers.

 „Es gab niemals Probleme mit den Ahmadiyya, ganz im Gegenteil. Sie bringen sich auf vielfältige Art in die Gemeinde ein“, betonte Ehlers. So hätten die Ahmadiyya etwa gemeinsam mit dem TSV Nahe ein Badminton-Turnier mit Teams unterschiedlicher Glaubensrichtungen organisiert. „Außerdem stehen die Türen des Gemeindezentrums Besuchern stets offen. Die Ahmadiyya sind inzwischen ein fester und geschätzter Bestandteil unserer Gemeinde“, sagte der SPD-Chef.

 Auch Eka von Kalben bekam neue Eindrücke der islamischen Religionsbewegung. „Diese Glaubensrichtung macht deutlich, dass der Islam nicht pauschal mit Gewalt in Verbindung gebracht werden darf. Lediglich mit der Rolle der Frau im Islam habe ich einige Probleme“, sagte die Landtagsabgeordnete.

 „Die Ahmadiyya-Bewegung ist in der islamischen Welt sehr umstritten. Wegen unserer strikten Ablehnung physischer und psychischer Gewalt wurden und werden wir in zahlreichen Staaten verfolgt und diskriminiert“, erzählte Habib Ullah Tariq aus Nahe. Er ist Präsident der Über-40-Jährigen in der Gemeinde, die eigene Vorsitzende für verschiedene Altersgruppen hat.

 Auf Eis gelegt sind die Pläne für eine eigene Moschee – ohne Minarett – auf dem Areal des Gemeindezentrums. Vor Jahren hatte die Gemeinde nach langen Querelen dem Bau zugestimmt. „Dafür fehlt zurzeit leider das Geld. Doch wir wollen uns nicht beklagen. Viele unserer Glaubensbrüder haben nicht einmal eine eigene gemeinsame Begegnungsstätte für das traditionelle Freitagsgebet“, sagte Tariq.

 Weltweit zählt die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Glaubensbewegung rund 10 Millionen Gläubige in über 200 Ländern. In Deutschland gibt es zurzeit rund 30000 Ahmadiyya-Muslime, davon etwa 340 im Kreis Segeberg. Die Begegnungsstätte in Nahe ist die einzige im Kreis Segeberg.

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