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See hat sich schon erholt

Nehms See hat sich schon erholt

Intensiver als bislang wird der Nehmser See gepflegt. Mit zwei Messgeräten im Wert von 2000 Euro kann das Wasser besser untersucht werden. Außerdem schreitet der Ankauf von Uferzonen voran. Bereits ein Drittel hat die vor drei Jahren gegründete Bürgerstiftung „Lebensraum Nehmser See“ erwerben können.

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Zu einer kleinen Bootspartie auf dem Nehmser See hat Petrijünger Alfred Buchbach (am Ruder) die Besucher des Seefestes Stefanie (12, links) und Susanne (9, 2. von links) mit ihrer Mutter Freya Milkereit eingeladen. Mit an Bord war auch Michel Stender.

Quelle: Karsten Paulsen

Nehms. Zweck dieser Stiftung ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Sie soll den See und das anliegende Umland als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung sichern, und dabei erlebbar und zugänglich erhalten. Unter anderem gehören der Stiftung die Gemeinde Nehms und der Angelsportverein (ASV) „Früh auf Blunk“ an, der am Wochenende sein Seefest feierte. Die Angler kümmern sich auch um die Wassertests. Ihnen stellt die Stiftung deshalb die neuen Messgeräte zur Verfügung, berichtete ASV-Vorsitzender Matthias Winkelmann, der zum Vorstand der Stiftung zählt. „Die modernen Geräte werden die Arbeit von Gewässerwart Thomas Milkereit und seines Vertreters Thorsten Grittner sehr erleichtern.“

 Bisher gestalteten sich die Wasserproben aufwändig. Die Ergebnisse waren nicht so genau wie bei digitalen Geräten, erläuterte Milkereit. Künftig könnten auch mehr als die fünf Proben jährlich entnommen werden. Dadurch seien Veränderungen in der Wasserqualität schneller festzustellen. Ermittelt würde unter anderem der Gehalt an Sauerstoff, Nitrat, Nitrit und mikrobiologischen Kleintiere sowie das Algenwachstum. Es werde durch Überdüngung des Sees leider gefördert, die nicht nur von Äckern herrühre, sondern auch durch Graugänse und durchziehende Schwäne. „Über 350 Schwäne hatten wir allein im Frühjahr gezählt“, berichtete der Gewässerwart.

 Der See war zur Jahrtausendwende in Gefahr. Wegen wuchernder Algen, sterbender Pflanzen und trüben Wassers befand er sich in einem miserablen Zustand. „Kaum sanierbar“, hieß es damals. Doch mit Hilfe der Allianz-Umweltstiftung, die 110000 Euro beisteuerte, konnte das rund 23 Hektar große Gewässer gerettet werden. Die Wende gelang mit einem Abfischen: Fast 15 Tonnen Weißfisch wurden damals aus dem See geholt. Die Tiere hatten Wasserflöhe gefressen, die sonst das Ausbreiten schädlicher Blaualgen eindämmen. Das schleimige Gewächs hatte sich ausgebreitet und wichtigen Wasserpflanzen das Licht genommen. Der See drohte umzukippen.

 Auch in vergangenen Jahren wurde mehrfach abgefischt. „Leider behindert die immer wieder auftretende Verkrautung des Nehmser Sees“, sagte Gewässerwart Milkereit. Viele Tiere entwischen im Pflanzengeflecht. Er hofft, dass der Wege-Zweckverband das Kraut bald maschinell beseitigt.

 All diese Probleme konnten die Stimmung unter den 150 Besuchern des ASV-Seefestes nicht trüben. Gefeiert wurde mit Jagdhornbläserkonzert, Schauräuchern, Spielen und Bootstouren auf dem Nehmser See.

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