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Kreis tut was für Behinderte

Neue Beauftragte Kreis tut was für Behinderte

Davon werden viele profitieren: Die Kreisverwaltung will ihre Behördenpost in „einfacher Sprache“ verfassen. Damit sollen Texte speziell für Menschen mit Behinderung besser lesbar werden. Auch sonst wird vieles angepackt. Treibende Kraft ist die Behindertenbeauftragte Jutta Altenhöner.

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Die neue Behindertenbeauftragte Jutta Altenhöner packte schon mehrere Projekte an.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. „Das ist ein Marathon und dickes Brett“, war sich Landrat Jan Peter Schröder in einem Pressegespräch bewusst, „aber wir müssen ja mal anfangen.“ Wichtig sei aber immer, dass die Texte und Vorlagen rechtssicher formuliert sind, meinte der Jurist. Eine Grundlage für das Vorhaben ist auch der Aktionsplan Inklusion, den Betroffene, Politik und Verwaltung erarbeitet hatten.

 „Das Projekt wird keine einfache Sache“, stimmte Ideengeberin Jutta Altenhöner zu. Die frühere SPD-Kreistagsabgeordnete und Sozialpolitikerin war Ende Juni vom Kreistag zur neuen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten bestellt worden. Mit Elan hat sie losgelegt und lobte nun die Unterstützung des Landrats.

 So wird auf ihre Initiative hin und gemeinsam mit dem Kreisgebäudemanagement am Haus Segeberg umgebaut. Bislang bremsen mehrere Stufen am Eingang des Landratssitzes die Rollstuhlfahrer und Gehbehinderten aus. „Aber auch Menschen mit Behinderung wollen mit dem Landrat reden“, sagte Altenhöner. Unterhalb der Stufen wird nun eine Stele mit Klingelknopf errichtet, auf der rückwärtigen Seite des Hauses eine Hebebühne angebaut. Die Rampen an der Kreiskantine und zum Kreistagssitzungssaal werden rollstuhlgerecht hergerichtet und hinderliches Kopfsteinpflaster entfernt.

 Altenhöner wünschte sich auch, dass im Kreis Segeberg, der ja auch eine gefragte Tourismusregion sei, künftig Speisekarten in Restaurants und Cafés ausliegen, die für jeden Kunden verständlich formuliert sind. Statt Cordon Bleu könne es heißen: „Geschnittenes Fleisch mit Käse- und Schinkenfüllung.“ Im Landesverein für Innere Mission hat sie möglicherweise schon den ersten Partner gefunden. Dessen Segeberger Wohn- und Werkstätten betreiben mit Menschen mit Behinderung das Café-Restaurant Spindel in Bad Segeberg.

 Zu den Menschen mit Beeinträchtigung zählt Altenhöner auch einen Großteil der Flüchtlinge, die in den Kreis Segeberg gezogen sind. Viele seien traumatisiert. Wichtig sei, sie richtig zu betreuen. Auch mit Hilfe von Dolmetschern. Doch nicht alles werde vom Staat oder Sozialversicherungen finanziert, bedauerte sie.

 Erfreut nahm sie zur Kenntnis, wie seit ihrem Umzug nach Hamburg vor einigen Jahren das Kreishaus umgebaut worden sei: Die Türen öffnen sich beim Nähern automatisch, es gibt Fahrstühle und eine große Bereitschaft der Behörde, auf die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung einzugehen. Altenhöner hat selbst Erfahrung damit sammeln können. Sie ist Mutter einer Tochter, die gehörlos ist.

 Landrat Schröder war sich einig mit Altenhöner: „Jeder Mensch ist anders. Eine Behinderung sei nach außen nicht immer sichtbar. Wir müssen dafür sensibilisieren, wie Menschen mit Beeinträchtigung sehen, denken, fühlen.“ Und sie müssten in die Arbeitswelt eingebunden sein. Der Kreis jedenfalls erfülle die Beschäftigungsquote für Menschen mit Behinderung.

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Ein Artikel von
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