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Wer kocht für die Schüler?

Kaltenkirchen Wer kocht für die Schüler?

Die Zeit wird knapp. Zum Ende des Schuljahres hat Pro-Cate, der aktuelle Mensa-Lieferant für das Gymnasium sowie die Gemeinschaftsschulen, seinen Vertrag gekündigt. Wie es dann weitergehen soll, ist offen. Eine Eigenbewirtschaftung wird es jedenfalls nicht geben, wie das Stimmungsbild im Jugend-, Sport- und Bildungsausschuss ergab.

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Auch für das Gymnasium Kaltenkirchen wird ein neuer Mensa-Caterer gesucht. Der bisherige hat gekündigt.

Quelle: Pantel

Kaltenkirchen. Das Gremium tagte am Montagabend im Ratssaal und musste sich zum x-ten Mal mit dem Mensa-Betrieb befassen. Der will einfach nicht in Gang kommen. Pro-Cate hatte seinen Vertrag mit der Stadt Kaltenkirchen sowie mit dem Schulverband bereits ein halbes Jahr nach Übernahme des Auftrags fristgerecht gekündigt. Grund dafür war gewesen, dass nicht genügend Essen verkauft wurden beziehungsweise werden. Auch mit dem vorherigen Caterer waren die Schüler unglücklich gewesen.

 Weil nun also bereits die zweite Firma gescheitert ist, sucht der Jugend-, Sport- und Bildungsausschuss nach einer neuen Lösung. Auf Vorschlag der FDP wurde die Verwaltung im März beauftragt zu prüfen, ob eine Eigenbewirtschaftung infrage komme. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Sitzung vorgestellt: Die Verwaltung riet von der Idee ab.

 Abteilungsleiterin Petra Dibbern wies in ihrem Bericht darauf hin, dass eine Eigenbewirtschaftung nur möglich sei, wenn ein Koch und ein Beikoch eingestellt würden. Darüber hinaus müsste es Küchenpersonal geben sowie einen Fahrer. Dieser hätte die Aufgabe, einige der in der Mensa des Gymnasiums zubereiteten Mittagessen an die Gemeinschaftsschule am Marschweg sowie zur Erich-Kästner-Schule zu bringen. Bürgermeister Hanno Krause wies darauf hin, dass die zusätzlichen Arbeitsplätze im Stellenplan der Stadt nicht enthalten seien. Hinzu komme, dass die Personalkosten mit über 100000 Euro veranschlagt werden müssten. Eine hohe Summe in Zeiten leerer Stadtkassen.

 Dass das Ehrenamt im Mensa-Betrieb allenfalls bedingt bemüht werden darf, war im Ausschuss allgemeiner Konsens. Gewünscht wurde eine professionelle Lösung.

 „Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass eigenes Personal noch keine Garantie dafür bietet, dass die Qualität des Essens steigt und künftig mehr Menüs verkauft werden“, sagte Krause. Sicher hingegen sei nur, dass es mit Eigenbewirtschaftung komplizierter wäre, das Konzept zu ändern, wenn es denn versagen sollte. Einem Angestellten könne nicht so einfach gekündigt werden. „Ich habe daher Bauchschmerzen mit der Eigenbewirtschaftung“, so Krause.

 Die Einwände überzeugten die Ausschussmitglieder, so dass sie einstimmig der Beschlussvorlage zustimmten und die Einstellung eines eigenen Kochs ablehnten. Stattdessen wurde die Verwaltung beauftragt, die Mittagsversorgung neu auszuschreiben. Gesucht wird also ein neuer Caterer, ein selbstständiger Koch oder auch ein örtliches Restaurant, der beziehungsweise das die Schüler des Gymnasiums sowie der Gemeinschaftsschulen verpflegen möchte. Um die Qualität der Menüs zu heben soll dieses Mal zur Bedingung gemacht werden, die Essen in der Mensa-Küche des Gymnasiums frisch zuzubereiten. Dafür sollen nur in geringem Maße vorgefertigte Lebensmittel genutzt werden.

 Die Qualität des Essens wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Schülern und Lehrern bemängelt. Sie wurde als Hauptgrund dafür genannt, warum die Mensen von vielen eher als Aufenthaltsraum genutzt werden und nicht zum Mittagessen. Darüber hinaus hat der Betreiber aber bis heute auch mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen: Das Bestellsystem wird als kompliziert empfunden, Mensa-Essen gilt gerade bei älteren Schülern als uncool und viele Jugendliche verzichten auch einfach auf ein vollwertiges Mittagessen. Stattdessen werden Oberstufenschüler immer wieder vor Beginn des Nachmittagsunterrichts im benachbarten Supermarkt gesichtet. Dies alles hat zur Folge, dass aktuell in der Mensa des Gymnasiums, die auch von der Gemeinschaftsschule Dietrich Bonhoeffer genutzt wird, im Durchschnitt pro Tag nur 50 Essen ausgegeben werden. Dabei werden allein am Gymnasium über 1000 Schüler unterrichtet.

 An der Gemeinschaftsschule am Marschweg mit rund 600 Schülern verkauft Pro-Cate zurzeit pro Tag zehn Essen. An der Gemeinschaftsschule Erich Kästner, die sich mit Beginn des neuen Schuljahres organisatorisch mit der Marschwegschule verbindet, sind es lediglich zwei.

 Unstrittig war in der Ausschusssitzung, dass sich an den Essenspreisen nichts ändern soll. Sie werden bei 3,50 Euro pro Menü bleiben. Das bedeutet, dass gegebenenfalls wieder ein Defizit ausgeglichen werden muss.

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