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Ein neues Zentrum fürs Dorf

Wittenborn Ein neues Zentrum fürs Dorf

Auf dem derzeitigen Gelände von Studt’s Gasthof an der Bundesstraße 206 soll ein neues Dorfzentrum entstehen - mit Gastronomie, Lebensmittelhandel und Wohnungen. Der Bad Segeberger Unternehmer Carsten Lange hat das Anwesen gekauft.

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Carsten und Stefan Lange (von links) zeigen eine Ansicht des geplanten Umbaus vom alten Gaststättengebäude. Das ist aber nur ein Teil des großen Dorfzentrums-Projektes, dass die Langes in Wittenborn planen. Gemeindevertreter und Bauausschussvorsitzender Siegfried Sarau (rechst) begrüßt das Projekt, genau wie der Rest der Gemeindevertretung.

Quelle: Patricia König

Wittenborn. Viele Menschen schätzen das Leben auf dem Lande und können sich gar nicht vorstellen, in die Stadt zu ziehen. Junge Menschen, die eine Familie gründen wollen, prüfen die Infrastruktur des Dorfes. Welche Einrichtungen gibt es, welche nicht? Auch die ältere Generation steht irgendwann vor der Entscheidung: Haus und Garten im geliebten Umfeld behalten oder in die Stadt ziehen. In Wittenborn tut sich eine Lösung auf, die für beide Generationen attraktiv sein soll.

 Erst kürzlich hat die Gemeinde ein weiteres Neubaugebiet eingeweiht. Dort werden sich hauptsächlich junge Familien ansiedeln. Wohnraum für Senioren ist dagegen in Wittenborn dünn gesät. Noch, denn das könnte sich bald ändern. „Wir planen hier ein Dorfzentrum“, erklärt Investor Lange. Der Bad Segeberger hat das Grundstück inklusive aller Gebäude um Studt’s Gasthof erworben. Die derzeitigen Pächter möchten die Gaststätte nicht mehr weiterführen, der Betrieb ist nur noch bis zum 28. Februar des nächsten Jahres geöffnet. Der Eigentümer der traditionsreichen Gaststätte und des Grundstücks, Erich Wolgast, entschloss sich zum Verkauf. „Im Moment arbeiten wir noch an dem genauen Konzept“, erläutert Carsten Lange, der das Projekt zusammen mit seinen drei Söhnen Stefan, Dennis und Marc umsetzen will.

 Die Rahmenbedingungen stehen allerdings schon fest: Im Herzstück der Gemeinde soll nach dem Vorbild der andernorts schon etablierten „Markttreffs“ neben einer neuen Gastronomie ein Nahversorgungszentrum mit Lebensmittelhandel, einer Arztpraxis und zunächst bis zu 15 barrierefreien Wohnungen entstehen. Dafür sollen auf dem Gelände die Gaststätte und weitere Gebäude sowie die Scheune hinter dem Gasthof einbezogen werden. Unklar ist noch, ob die Gastronomie im jetzigen Haus bleiben oder in das gegenüberliegende historische Gebäude ausgelagert werden soll. Denkbar sei auch, dass sich im ehemaligen Gasthof demnächst der Lebensmittelhandel befindet, erklärt Lange. „Das ist auf jeden Fall ein kompletter Neustart“, meint der Bauunternehmer, der in Wittenborn aufgewachsen ist.

 Das Projekt wird von der Wittenborner Gemeindevertetung begrüßt. „Wir wollen hier die Infrastruktur stärken“, erklärt der Bauausschussvorsitzende Siegfried Sarau. Denn es sei langfristig wichtig, junge Menschen nach Wittenborn zu bringen, aber auch der älteren Generation die Möglichkeit zu bieten, hier wohnen zu bleiben. Zudem sei es eine schöne Vorstellung, dass Wittenborn endlich wieder ein Dorfzentrum mit einer kompletten Nahversorgung erhalte. Die Wohnungen sollen nach Sanierung und Umbau in den oberen Etagen der jetzigen Gaststätte und im danebenliegenden ehemaligen Utspann liegen und werden barrierefrei sein. Im unteren Bereich sollen das Lebensmittelgeschäft und die Arztpraxis untergebracht werden.

 Doch hier soll nicht nur die ältere Generation leben. „Auch junge Familien sollen gerne einziehen“, versichert Stefan Lange. Neben Mietwohnungen sind auch Fremdenzimmer und -wohnungen geplant. Gestalterisch wird das Zentrum eine Mischung aus neuer Technik, etwa mit einem Blockheizkraftwerk, neuen Gebäudeteilen, aber auch mit Altbau sein. Denn die Langes möchten die historischen Gebäude weitestgehend erhalten. „Zwischen dem Gaststättengebäude und dem alten Utspann führte früher einmal die Hauptverkehrsstraße hindurch – lange bevor es die B206 gab“, erzählt Carsten Lange. Zwischen den Gebäuden soll der einstige Straßencharakter in Form einer Spielstraße und Laternen wiederbelebt werden.

 Der Start für den aufwändigen Umbau ist nach der Schließung von Studt’s Gasthof im nächsten Jahr geplant. Die Langes haben mindestens drei Jahre vorgesehen. Das neue Dorfzentrum ist erweiterungsfähig: Auf dem Gelände hinter der Scheune in Richtung Wäldchen könnten bei Bedarf weitere Wohnungen gebaut werden. „Das werden wir aber dann sehen“, sagt Lange.

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