15 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Computer hilft beim Gehen

Neurologisches Zentrum Computer hilft beim Gehen

Patienten mit Schlaganfall oder Parkinson müssen das Gehen oft ganz neu lernen. Das kann mühsam sein. Eine Neuerung in der Rehabilitation von Patienten im Neurologischen Zentrum in Bad Segeberg liefert jetzt ein computergesteuertes Gangschulungs- und Sicherheitssystem namens Vector.

Voriger Artikel
Wetter nicht konstant genug
Nächster Artikel
Nur schleppende Nachfrage

Prof. Dr. Björn Hauptmann (links), Chefarzt für Parkinson und Bewegungsstörung im Neurologischen Zentrum,.

Quelle: hfr

Bad Segeberg. „Wir beobachten häufig, dass die Angst der Patienten vor einem Sturz Mut und Willenskraft beeinträchtigen. Die Therapeuten müssen daher intensive und körperlich anspruchsvolle Arbeit mit ihnen leisten, um ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln“, erklärt Professor Dr. Björn Hauptmann, Chefarzt für Parkinson und Bewegungsstörungen im Neurologischen Zentrum der Segeberger Kliniken.

 Vector kam nach Dr. Hauptmanns Angaben bisher deutschlandweit nur in zwei Kliniken zur Anwendung. Dabei würden die Patienten mit Sicherheitsgurten an einen Roboter-Trolley eingehakt, der sich mit einem Elektromotor auf einer an der Zimmerdecke befestigten Schiene in einem ovalen Kreis bewegt. Das in den Niederlanden entwickelte System analysiere dynamisch das Gewicht des Patienten und biete so individuell angepasst bei Bedarf eine konstante Entlastung, erklärt Hauptmann.

 „Wenn sich der Körperschwerpunkt beim Aufstehen oder Gehen nach oben oder unten verschiebt, verkürzt oder verlängert das Vector-System automatisch den Tragegurt. Das bietet die Möglichkeit, Übungen zu entwickeln, die vorher nicht möglich waren“, erläutert Björn Nielsen, Leiter der Physiotherapieabteilung im Neurologischen Zentrum. „Außerdem sind wir nun in der Lage, noch frühzeitiger mit dem Training auch bei schwer betroffenen Patienten zu beginnen“, ergänzt Hauptmann. Die Rehapatienten könnten so ohne Angst und sicher das Treppensteigen lernen, durch Hindernisse navigieren oder den Gang über unebene Böden üben.

 Für die Rehapatienten sei das eine intensive Erfahrung, wie Harry Freudenberger berichtet. Der ehemalige Marinetaucher aus Stockelsdorf kam Anfang Juli nach einem Schlaganfall in die Reha im Neurologischen Zentrum. Er war auf einen Rollstuhl angewiesen und hatte einen eingeschränkten, nach links abgeknickten Gang. Er musste das Gehen neu lernen. „Mir hilft das Gerät, meine Angst zu überwinden“, erzählt der 69-Jährige.

 „Die Patienten machen hier mehr Strecke in kürzerer Zeit und lernen das Gehen wesentlich schneller“, erläutert Hauptmann. Dabei würden auch die Therapeuten entlastet, den Patienten vor Stürzen zu schützen. Denn das übernehme der über ein Smartphone gesteuerte Vector nach Eingabe sämtlicher Patientendaten.

 Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 250000 Euro. Die Segeberger Kliniken am Hamdorfer Weg haben in ein insgesamt 90 Quadratmeter großes Gangstudio investiert, in dem verschiedene Rotations- und Beintrimmer sowie Kletterwände, eine Slackline und Gleichgewichtsgeräte den Patienten wieder auf die Beine helfen. Hauptmann: „Neben dem therapeutischen Einsatz zeigen wir ihnen auch, was sie nach der Reha an Übungen für sich machen können, um ihre Muskulatur wieder aufzubauen und ihren Gang weiter zu verbessern.“ thb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3