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Nicht genug Platz für Flüchtlinge

Amt Trave-Land Nicht genug Platz für Flüchtlinge

Der Hilferuf der Amtsverwaltung Trave-Land an ihre 27 Amtsgemeinden ist erhört worden, hat aber noch nicht vollends gefruchtet. Die Behörde ist in Not, weil ihr Wohnraum fehlt, um die für 2015 vorausgesagten 145 neuen Asylbewerber alle unterbringen zu können.

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Freier Wohnraum ist im Amt Trave-Land rar. Die Amtsverwaltung überlegt Container anzuschaffen, aber noch ist nicht klar, wo sie stehen könnten.

Quelle: dpa

Amt Trave-Land. Nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Jan-Henrik Fechner hat das Amt nach dem Aufruf an die Kommunen viele neue Wohnungsangebote bekommen. „Das hilft uns übergangsweise.“ Bislang seien in diesem Jahr 37 neue Asylbewerber dem Amt zugewiesen worden. Sie hätten alle einquartiert werden können. Doch der Zustrom neuer Flüchtlinge werde anhalten.

 Der Bau von Wohncontainern wird damit wahrscheinlicher. Bestellt hat Fechner noch keine. Denn wo sie platziert werden könnten, ist derzeit noch offen. Zwei Gemeinden hätten dem Amt mögliche Standorte gemeldet, sagt Fechner. In Klein Rönnau habe sich der Plan nach Verhandlungen mit dem Privatgrundbesitzer aber zerschlagen, und im 280-Einwohner-Dorf Schieren hätten sie noch gar nicht begonnen.

 Fechner kann die reservierte Haltung der Kommunen nachvollziehen. Sie sähen zwar die Not, in der das Amt steckt, aber die Gemeinden hätten selbst oft gar keine eigenen Flächen, die sie anbieten können. Das Amt steht allerdings in der Pflicht, für die vielen neuen Asylbewerber Unterkünfte zu finden, notfalls eben auch in Wohncontainern. Derzeit gebe es noch genug Wohnraum, sagt Fechner: „Im Moment reicht es.“

 Die Lage sei schwierig, sagt auch Amtsvorsteherin Gretel Jürgens, Bürgermeisterin von Weede. So viele freie Flächen für Wohncontainer gebe es in den Dörfern nicht oder sie seien für andere Zwecke vorgesehen. Problematisch ist auch die Sanierung der Unterkunft in Schackendorf, denn die dort untergebrachten Flüchtlinge müssen auf den Kreis verteilt werden. Derzeit werde „von Tag zu Tag“ versucht, Vermieter privater Wohnungen zu finden, sagt Jürgens. Skepsis oder Verweigerungshaltung der Bürger und Gemeinden sieht sie nicht; die Bürgermeister hätten ehrlich auf die Anfrage geantwortet. Eine Lösung für das Unterbringungsproblem kann sie derzeit nicht erkennen. Und abschieben auf die Städte will sie die Aufgabe auch nicht, denn wegen der Verteilungsquoten stünden auch die kleineren ländlichen Kommunen in der Pflicht.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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Europa wird umdenken müssen. Natürlich sagt sich das leichter, als es in der politischen Praxis möglich ist. Ein zügiges, möglicherweise sogar kollektives Asylverfahren für Menschen aus Staaten, in denen wie in Syrien Krieg herrscht, könnte vielversprechend sein, weil damit auch eine rasche Arbeitserlaubnis und somit weniger soziale Lasten verbunden sind.

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