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220 Gemälde verschenkt

Sülfeld-Borstel 220 Gemälde verschenkt

„Meine Bilder sind meine Kinder“, sagt die Malerin Gisela Suhr-Zimmermann über ihre Aquarell- und Ölgemälde. Trotzdem hat sie sich jetzt von den meisten getrennt.

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Gisela Suhr-Zimmermann malte immer wieder üppige Blumen.

Quelle: Friederike Kramer

Sülfeld. An ihrem 87. Geburtstag kam die Norderstedterin in die Medizinische Klinik Borstel und überreichte ihr künstlerisches Lebenswerk: 220 Gemälde. Die Schenkung nahmen Veronika Büttner, die Leiterin des Krankenhausmanagements, und Pflegedienstleiter René Klingbeil entgegen. Zwei große Werke mit Landschaftsmotiven hängte Gisela Suhr-Zimmermann im Beisein ihrer vielen Gäste symbolisch im Eingangsbereich der Klinik an eine Wand.

 In einer Feierstunde erklärte René Klingbeil, wie es zu dem großzügigen Geschenk gekommen sei. Wegen einer Erkrankung der Augen, die das Malen unmöglich macht, musste Gisela Suhr-Zimmermann ihr Atelier aufgeben. Daher entschloss sie sich, ihre Gemälde bis auf wenige Lieblingsbilder zu verschenken. Darüber wurde in einem Zeitungsartikel berichtet, auf den das Institut aufmerksam wurde. Seine Räume sind erst kürzlich umgebaut worden, und es fehlte in den Zimmern und Fluren bislang etwas Farbiges und Beruhigendes an den Wänden. „Das ist Schicksal“, sagte Gisela Suhr-Zimmermann. „Es sollte wohl so sein, dass meine Bilder eine neue Heimat finden und den Patienten Hoffnung und Freude bringen.“

 Die Malerin bevorzugte in ihren Ölgemälden romantische Motive: die typischen norddeutschen Heide- und Moorlandschaften, schimmernde Seen, verästelte Laubbäume, bunte Weizen- und Rapsfelder, bezaubernde Bauerngärten und immer wieder tuffige Wölkchen am blauen Himmel. Meistens war es die Natur, die sie zum Malen inspirierte. Gerne setzte sie ihre Ideen im Freien künstlerisch um. Pinsel und Farben waren auch auf den vielen Reisen dabei, die Gisela Suhr-Zimmermann unternahm. Davon erzählen ihre mediterranen Landschaftsaquarelle.

 Die Malerin ist in Hamburg aufgewachsen und begeisterte sich schon als Kind für das Zeichnen. Nach ihrem Studium in Kiel und Flensburg war sie als Lehrerin an allgemeinbildenden Schulen tätig. Viele ihrer Bilder waren in Ausstellungen zu bewundern. In Norderstedt verheiratet, arbeitete Gisela Suhr-Zimmermann als freischaffende Künstlerin und als Dozentin an der Volkshochschule. Zu ihren ältesten Schülern zählte Hans-Otto Wessel, der mit zahlreichen Freunden zum Gratulieren nach Borstel gekommen war. Mehr als 25 Jahre wurde er von Gisela Suhr-Zimmermann unterrichtet. „Aber alles hat seine Zeit“, sagte er.

 Trotz ihrer Krankheit wirkt Gisela Suhr-Zimmermann noch immer jugendlich frisch. Sie freut sich jetzt über Hörbücher und auf interessante Diskussionen bei Lesungen in einem literarischen Zirkel.

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