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Schaltzentrale für die A7

Nützen Schaltzentrale für die A7

Rund 10000 Quadratmeter Fläche, eine riesige Halle für Streusalz, dazu Verwaltungs- und Maschinengebäude: Vor den Toren Kaltenkirchens steht die Autobahnmeisterei des ersten privaten Autobahnbetreibers in Schleswig-Holstein, der Via Solutions Nord Service.

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Der stellvertretende Autobahnmeister Danny Thielemann in der „Schaltzentrale“ für den A7-Abschnitt.

Quelle: Lutz Timm

Nützen. Die 15 Mitarbeiter der neuen Schaltzentrale sorgen seit November aus dem Neubau für einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss auf dem 59 Kilometer langen Streckenabschnitt der A7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck. Ende 2018 soll der sechsspurige Ausbau der A7 beendet sein. Der Betrieb der Strecke ist allerdings bereits seit April 2015 in privater Hand. Bis die Autobahn 2044 in den Besitz des Bundes übergeht, übernimmt Via Solutions den Betrieb und Erhalt.

 „Wenn man uns nicht sieht, haben wir unsere Arbeit gut gemacht“, sagt der stellvertretende Autobahnmeister Danny Thielemann. Mit seinen Kollegen sorgt er dafür, dass der Verkehr auf Schleswig-Holsteins Nord-Süd-Achse immer in Bewegung bleibt. Falls es nicht klappt, wird es teuer – für alle. „Jede Sperrung kostet die Volkswirtschaft Geld“, sagt er. „Und auch für uns geht die Rechnung nur auf, wenn alles gut läuft.“ Christian Merl, Sprecher der Projektgesellschaft Via Solutions Nord, bestätigt: „Nur wenn wir dem Bund ein Top-Ergebnis liefern, ist es auch für uns ein wirtschaftlicher Erfolg.“ Laut Vertrag erhalte das Betreiberkonsortium Geld nach Leistung. Jede Einschränkung schmälere den Gewinn.

 Bisher laufe der Betrieb sehr gut, erzählt Thielemann. „Die Strecke ist übersichtlich, bei Unfällen kommt es glücklicherweise meistens nur zu kleinen Schrammen und Sachschäden.“ Genug Arbeit gebe es trotzdem. Mindestens ein Mal täglich werde die Strecke kontrolliert. Hinzu kommt die Gehölzpflege, die Reinigung der Banketten, Reparaturen auf den zehn Rastanlagen, die Reinigung der Toiletten und Verkehrsschilder sowie der Winterdienst. „Wir kontrollieren die Belagtemperatur und bekommen spezifische Wettervorhersagen. Bis zwei Grad machen wir zudem zusätzliche Kontrollfahrten“, erklärt der Autobahnmeister. „Dabei wird alles streng protokolliert.“

 Auch wenn es zu einem Unfall kommt, sind Thielemann und seine Kollegen zur Stelle. „Dann muss alles schnell gehen. Wir müssen die Unfallstelle absichern, reinigen und die Befahrbarkeit wieder herstellen – möglichst ohne den Berufsverkehr zu beeinträchtigen.“

 Doch bei allem Tempo steht für den Autobahnmeister die Sicherheit im Vordergrund. „Die steht immer an erster Stelle. Wenn man hier mal kurz nicht aufpasst, muss man vielleicht gar nicht mehr aufpassen“, sagt er. „Mach das mal schnell da auf der linken Spur – das geht bei uns überhaupt nicht.“

 Und der Unterschied für die Autofahrer bei einem privaten Betreiber? Den gebe es eigentlich nicht, sagt Thielemann und Merl ergänzt: „Die öffentliche Hand sieht sehr genau hin, was wir machen. Und das ist auch richtig, schließlich nehmen wir hier eine hoheitliche Aufgabe wahr.“

 Auffällig ist höchstens die neue Fahrzeugflotte – eine schlichte gebe es nicht auf dem Gebrauchtmarkt, erklärt Thielemann. Einig sind sich öffentliche und private Betreiber offensichtlich bei der Farbe. Das leuchtende Orange ist auch beim Via Solutions Nord Service allgegenwärtig.

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