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Traditionsgasthof vor dem Verkauf

Nützen Traditionsgasthof vor dem Verkauf

Seit über hundert Jahren wurden in Thietjes Gasthof Feste gefeiert und Versammlungen abgehalten. Das ist nun vorbei. Die Eigentümer, Margrit und Peter Thietje, ziehen sich in den Ruhestand zurück und suchen nun einen Käufer für ihren Gasthof.

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Seit 1968 haben Margrit und Peter Thietje den Gasthof geführt. Jetzt gehen die Betreiber der Nützener Traditionsgaststätte in den Ruhestand.

Quelle: Alexander Christ

Nützen. Schon seit längerer Zeit öffnete das Gasthaus nur noch für geschlossene Veranstaltungen. Seit Anfang Januar sind jetzt nur noch Übernachtungen in den sieben Zimmern möglich. „Wir wollen schon seit Jahren verkaufen, weil keine unserer Töchter und auch nicht die Enkelkinder den Betrieb weiterführen möchten“, sagt Peter Thietje (75). Doch bis jetzt fand sich, trotz mehrfacher Anläufe, kein solventer Interessent, der den Betrieb weiterführen möchte. Über die Höhe des Kaufpreises und das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück wollen die Eheleute keine Angaben machen. „Wer sich ernsthaft für den Gasthof interessiert, kann sich gerne bei uns melden. Alles weitere ist Verhandlungssache“, erklärt der langjährige Gastwirt.

 Zum Verkauf steht eine Immobilie, in der es nach Thietjes Aussagen keinen Sanierungsstau gibt. „Wir haben das Gebäude immer in Schuss gehalten und in mehreren Etappen immer wieder erweitert, modernisiert und umgebaut“, versichert er. Im letzten Jahr seien neue Brandschutztüren und eine neue Heizungsanlage eingebaut worden. Auch die Küche ist auf modernstem technischen Stand. Im Erdgeschoss befindet sich ein Festsaal, in dem Feiern und Versammlungen für bis zu 200 Personen möglich sind, dazu die Schankstube und zwei weitere kleine Räume mit insgesamt 60 Sitzplätzen. Im Obergeschoss befindet sich neben den sieben Fremdenzimmern auch eine Vier-Zimmer-Wohnung für die künftigen Eigentümer.

 Der Familienbetrieb wird in dritter Generation geführt. Großvater Peter Thietje – Sohn und Enkel tragen denselben Vornamen – kaufte 1906 den im Jahr 1898 errichteten Gasthof an der AKN-Trasse dem einstigen Eigentümer Emil Sarau aus Schmalfeld ab. Der Gasthof wurde damals auch als Eisenbahnagentur genutzt. Bis 1973 verkauften Thietjes für die AKN Fahrkarten und waren zugleich Bahnhofsvorsteher. Auch die Post war bis 1947 in dem Gebäude untergebracht. Für die Verteilung der Post im Dorf sorgten die Mitglieder der Familie als radelnde Briefträger.

 1935 übergab Peter Thietje den Betrieb an seinen damals 26-jährigen Sohn Peter, der im gleichen Jahr die Schmalfelder Gastwirtstochter Anni Harbeck heiratete. Thietje junior hatte zuvor eine Lehre als Frisör absolviert und schnitt nun neben seinen Tätigkeiten als junger Gastwirt, Briefträger und Bahnhofvorsteher auch noch Haare. Nach dem frühen Tod ihres Mannes 1957 führte Anni Thietje den Betrieb alleine weiter und übergab ihn 1968 an „Peter III.“, wie sich der jetzige Eigentümer schmunzelnd selbst gerne nennt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten investierte die dritte Generation der Gastwirtsfamilie viel Geld, Zeit und Liebe in den Erhalt des Betriebs. Der ganze Stolz von Margrit Thietje (68) ist bis heute die Küche: „Auch hier haben wir nie gespart.“ Seit jeher war der Gasthof ein beliebter Treffpunkt für Vereine und Institutionen aus dem Ort. Gegründet wurden hier unter anderem der Männergesangsverein Frohsinn (1926), die Freiwillige Feuerwehr (1934), der TSV Nützen (1951) und der Altenclub (1975).

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