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Es geht um die Wurst

OBI-Imbiss Es geht um die Wurst

Eine anonyme Anzeige, ein Prozess vor dem Verwaltungsgericht, Diskussionen in Sitzungen – für den Imbiss vor dem OBI-Baumarkt in Bad Segeberg geht es wirklich um die Wurst. Doch ein Happy-End ist in Sicht: Die Stadtvertretung hat beschlossen, den Bebauungsplan so zu ändern, dass der Imbiss bleiben darf

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Eventuell muss der Imbisswagen auf dem Baumarkt-Parkplatz um einige Meter umziehen.

Quelle: Andreas Wicht

Bad Segeberg. Die Currywurst vor OBI gilt für viele Freunde des Snack-Klassikers als beste der Region gilt. Denn der Verkaufsstand, an dem sie gebrutzelt wird, dürfte gar nicht auf dem OBI-Parkplatz stehen. Ein Happy End ist nun aber in Sicht.

 2009 eröffnete OBI auf dem Eckgrundstück am Bad Segeberger Ortsrand seine Türen – und ein halbes Jahr später stand der Imbisswagen da. Inhaber ist der Hamburger Unternehmer Heiko Hornbacher. Mit dem ähnlich lautenden Baumarkt hat er (natürlich) nichts zu tun.

 Hornbacher betrieb damals einen Imbiss vor einer OBI-Filiale in Norderstedt – und als der dortige Baumarkt-Chef Peter Hansen nach Bad Segeberg wechselte, fragte er Hornbacher, ob er nicht auch in der Kreisstadt Pommes und Wurst anbieten wolle. Hornbacher, der mittlerweile sieben Imbisse vor OBI-Märkten in ganz Norddeutschland betreibt, zog mit.

 Seither ist Imbisswirt Ralf Bach aus Wardersee der Mann für die Baumarkt-Wurst – und die wurde schnell populär. Das bestätigte auch die Segeberger Zeitung in einem Currywursttest. Der Artikel hängt mit dem Zusatz „Der Sieger!!!!“ wie eine Urkunde im Vorzelt aus. Anschließend kamen auch das NDR-Fernsehen und der „Currywurstführer Schleswig-Holstein: Die Wurst zwischen den Meeren“ zu Besuch. In Internetforen wird die von Hand fein geschnittene Wurst mit der hausgemachten Soße samt Senfkörnern ebenfalls hoch gelobt.

 „Die Stadt Bad Segeberg und OBI sorgen schon dafür, dass der Grillwagen hier bleibt“, gibt sich Ralf Bach optimistisch und spielt auf die bürokratische Gefahr an, die dem Wagen droht. Irgendwer habe den Imbiss im Rathaus angeschwärzt. Auch bei einer Kontrolle lobten Beamte zwar die Sauberkeit, äußerten aber baurechtliche Bedenken. „Es war uns gar nicht bewusst, dass man für den Imbiss eine Baugenehmigung braucht“, schildert Inhaber Heiko Hornbacher. Prompt habe er einen Architekten beauftragt, das Versäumnis nachzuholen. „Da kam dann aber die Ablehnung aus dem Bauamt.“

 Der jetzige Bebauungs-Plan lässt den Stand nämlich gar nicht zu. Zwar sind in dem „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel – Bau- und Gartenmarkt“ bis zu 200 Quadratmeter für Imbiss oder Cafeteria möglich, doch diese Fläche wird schon vom Bäcker samt Café im Hauptgebäude ausgeschöpft. Dort, wo der Imbiss steht, sind nur Parkplätze erlaubt.

 Hornbacher legte vor dem Verwaltungsgericht Einspruch ein – und kassierte eine Niederlage. „Der Richter sagte, dass das wirklich nicht zulässig ist.“ Egal, wie gut die Currywurst schmeckt. Die SZ-Seite nahm Hornbacher zu den Terminen stets mit. Es waren sicher aber alle Beteiligten einig, dass man in Sachen Imbiss nichts anbrennen lassen will. Dem Wagen wurde laut Hornbacher eine Übergangsfrist eingeräumt, in der die baurechtlichen Probleme beseitigt werden können; und genau das passiert nun. Die Stadtvertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, den B-Plan so zu ändern, dass der Imbiss bleiben darf. Ein paar Monate wird das Verfahren aber noch dauern.

 Doch Ralf Bach kann nun wieder beruhigt zur Arbeit gehen. Meist ist er morgens um 8 Uhr da. „Dann bereite ich Schaschliks vor, die dauern am längsten.“ Nach einer gründlichen Reinigung aller Geräte und Oberflächen werden auch andere Gerichte vorbereitet, und um 11 Uhr öffnet der Imbiss seine Pforten. „Pünktlich zum Mittag geht’s hier dann rund. Der Renner ist mit weitem Abstand natürlich die Currywurst.“ Nach zwölf Stunden hinter dem Tresen ist Feierabend.

 Neben dem Kundenkontakt bietet der Blick aus dem Wagen für Ralf Bach immer wieder mal Abwechslung. Wilde Verfolgungsjagden und Festnahmen von Ladendieben beleben ab und an das bunte Treiben vor dem Baumarkt. Mangelnde Ladungssicherung kostete schon so manchen Automobilisten den Führerschein. „Ein ganz besonderer Spezialist hatte sich einen Balken gekauft, der länger war als sein Auto“, schildert Bach schmunzelnd. „Der hat das Riesenteil dann mit Panzertape an die Türseite seines Wagens geklebt – sehr zur Freude der örtlichen Polizeikräfte“.

 

  Von Andreas Wicht und Michael Stamp

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