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Wildschweine vs. Schäferhunde

Oering Wildschweine vs. Schäferhunde

Der geplante Hundetrainingsplatz auf einem ehemaligen Campingplatz im Steinlohredder sorgt für Unmut in der Jägerschaft. Weil der Pächter – ein Schäferhundeverein – vermeintlich Betriebszeiten bis in den Abend angekündigt hat, fürchten die Revierpächter Claus Brach, Günter Kruse und Günter Groth Folgen für die Schwarzwildjagd.

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Claus Brach (von links), Günter Kruse und Günter Groth, Jagdpächter im Oeringer Außenbereich, fordern naturverträglichere Nutzungszeiten des Hundespielplatzes.

Quelle: Lutz Timm

Oering. Ihre Forderung nach „naturverträglicheren Nutzungszeiten“ könnte Gehör finden.

 Die Ortsgruppe Tangstedt-Wilstedt des Vereins für Deutsche Schäferhunde hat das rund 10000 Quadratmeter große Gelände zwischen Oering und Itzstedt gepachtet und will noch in diesem Jahr den Trainingsbetrieb aufnehmen. Dreiviertel der Fläche sollen noch eingezäunt werden, der übrige – ebenfalls umzäunte – Teil soll der Öffentlichkeit als Spielfläche für Hunde zur Verfügung stehen.

 Bei der Oeringer Jägerschaft, die sich bereits im Änderungsverfahren des Flächennutzungsplans gegen den Hundeübungsplatz ausgesprochen hatte, stößt jedoch besonders der lange Betrieb auf Ablehnung. „Die Zeiten sind ein Unding, besonders im Winterhalbjahr“, findet Günter Kruse, einer der drei Jagdpächter des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Oering. So seien in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses für die Monate April bis September Nutzungszeiten von 9 bis 22 Uhr und für Oktober bis März von 9 bis 20 Uhr genannt worden. „Das geht weit über die Zeit hinaus, in der gejagt werden darf. Das ist für uns der maximale Schaden.“

 Laut Kruse ist das Gebiet um den künftigen Trainingsplatz wegen des nahen Waldes ein beliebtes Revier für Wildschweine. „Aber das sensible Schwarzwild zu bejagen, ist eh schon schwer. Wenn jetzt die Hunde dazu kommen, wird es noch schlimmer“, sagte er. Die Tiere würden sich aus Angst in den Wald zurückziehen und erst in der Nacht herauskommen. „Dann können wir unseren gesetzlichen Auftrag zur Bejagung nicht mehr nachkommen und den Abschuss nicht erfüllen.“ Dadurch würde sich die Population zu stark ausbreiten, die Gefahr von Wildschäden würde steigen – für die die Jäger dann aufkommen müssten. Dazu komme die Nähe zum Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet um den See. „In dem Bereich hat man die maximale Entfernung zu den Gemeinden. Das sind eigentlich die notwendigen Nischen, die der Mensch der Natur lassen müsste.“ Von dem Hundeverein wünschen sich die Revierpächter jetzt Nutzungszeiten mit einer Bindung ans Tageslicht, um jedenfalls morgens und abends jagen zu können.

 „Auf unserem alten Platz in Tangstedt hatten wir ein super gutes Verhältnis zu den Jägern“, betonte die Vorsitzende des Vereins, Renate Fuhrmann, auf Nachfrage. „Das möchte wir natürlich auch in Oering erreichen.“ Bisher sei jedoch noch niemand an sie herangetreten. Der Verein sei stets für Gespräche offen. Fuhrmann: „Wir werden eine Lösung finden. Meine Bitte an die Jägerschaft: Kommt, lasst uns reden.“

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