19 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Altbau sorgt für Diskussionen

Oersdorf Altbau sorgt für Diskussionen

Der Kauf der Immobilie an der Dorfstraße 5 durch die Gemeinde erhitzt die Gemüter in Oersdorf. Auf der Einwohnerversammlung am Donnerstag wurde ausgiebig darüber diskutiert, was aus dem Haus nun werden soll: Abriss, Umbau, Verkauf? Der Bauausschuss berät in seiner nächsten Sitzung weiter.

Voriger Artikel
Ein Panoptikum der Verkohlten
Nächster Artikel
Oersdorf kommt nicht zur Ruhe

Diese Immobilie aus dem Jahr 1900 hat die Gemeinde gekauft.

Quelle: Nicole Scholmann

Oersdorf. Bürgermeister Joachim Kebschull und seine beiden Stellvertreter Sieglinde Huszka und Hans-Hermann Gravert hatten alle Hände voll zu tun, die Wortmeldungen nach und nach abzuarbeiten und die Anregungen zu Papier zu bringen. Und Ideen aus der Bürgerschaft gab es viele.

 Zuvor stellte Bürgermeister Kebschull den Grundgedanken vor, weshalb die Gemeindevertretung sich für den Kauf des 1900 erbauten Hauses ausgesprochen hatte: Demnach ist das Gebäude ein ortsprägender Teil von Oersdorf und verdiene es, erhalten zu werden. Es sollten dort vier kleine Wohnungen entstehen und zum günstigen Kurs vermietet werden. Die Mehrheit der Gemeindevertretung hatte im Frühjahr 2015 den Kauf beschlossen. Laut FDP-Gemeindevertreter Jan Heesch betrug der Kaufpreis mit Nebenkosten 300000 Euro. Ein auf die Beine gestellter kleiner Architektenwettbewerb zur Gestaltung und zum Umbau des Hauses sorgte allerdings für Ernüchterung: Eine Architektin legte ein Konzept vor, das Kosten von knapp 900000 Euro veranschlagt. Diese Summe sorgte für Unmut unter den über 120 Besuchern der Einwohnerversammlung im Gemeindehaus.

 Laut Kebschull gibt es zwei Varianten: Zum einen könnte das Haus renoviert, zum anderen entkernt werden. Die Gemeinde könnte sich beim Städte- und Gemeindetag über eine Bezuschussung informieren. Dennoch: „Die Kosten müssten über die Mieteinnahmen gedeckt sein.“ Das sorgte in den Reihen der Bürger für Gelächter, da bei derart hohen Kosten die angestrebte niedrige Miete wohl nicht umzusetzen sei, hieß es.

 Die Vorschläge der Oersdorfer waren eindeutig: „Das Gebäude abreißen“, hieß es mehr als einmal. Man könne doch das Haus dem Erdboden gleich machen und ein neues hinstellen. Sozialer Wohnungsbau könnte dort entstehen, sodass Menschen mit geringerem Einkommen in Oersdorf ein Zuhause fänden. Die - unverbindliche – Abstimmung brachte ein eindeutiges Ergebnis. Die Mehrheit im Saal war dafür, dass dieser Gedanke in der nächsten Sitzung des Bauausschusses auf die Tagesordnung kommt. Sieglinde Huszka hielt den Vorschlag im Protokoll fest.

 Etwas deutlicher sprach ein anderer Bürger das „Problem“ Dorfstraße 5 an: Er war dafür, das Haus wieder zu verkaufen. Auch dafür fand sich mit mehr als der Hälfte der Anwesenden eine Mehrheit. Auch darüber wollen die Ausschussmitglieder sprechen.

 Zweifel gab es daran, dass das Haus ortsprägend ist. Vielmehr gebe es genug andere Gebäude – vor allem alte Bauernhäuser – die schützenswerter seien.

 Jan Heesch, der einzige Gemeindevertreter der FDP in Oersdorf, erinnerte daran, dass er bei der Abstimmung für den Kauf der Immobilie als einziger vor den Folgekosten eines Kaufes gewarnt habe. „Das habe ich mir auch gedacht: Davor hat Herr Heesch uns gewarnt“, sagte Bürgermeister Kebschull schmunzelnd.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3