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Ausschuss tagte unter Polizeischutz

Oersdorf Ausschuss tagte unter Polizeischutz

Polizisten in Begleitung eines Sprengstoffspürhundes suchten vor der jüngsten Bauausschusssitzung das Gemeindehaus – ohne Fund – nach Sprengsätzen ab. Zwei vorherige Sitzungen waren nach Drohbriefen abgesagt worden. Rund 100 Dorfbewohner verfolgten die Sitzung und zeigten so ihre Solidarität.

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Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Oersdorfer Gemeindehaus bei der Sitzung des Bauausschusses und der Gemeindevertretung.

Quelle: Alexander Christ

Oersdorf. Der Grund für diesen ganz und gar ungewöhnlichen Auftakt eines kommunalpolitischen Treffens auf dem Dorf: Ein bislang nicht gefasster Täter hatte vor den beiden vorangegangenen Sitzungsterminen des Bauausschusses Drohbriefe an Bürgermeister Joachim Kebschull und die Verwaltung des Amtes Kisdorf in Kattendorf verschickt. Darin kündigte er indirekt Gewaltakte an und im letzten Schreiben sogar das Zünden einer Bombe, falls die Sitzung stattfinde. In den mit rechten Parolen versetzten Schreiben hatte der Unbekannte die Mitglieder des Ausschusses gewarnt, einen Beschluss zum Umbau eines gemeindeeigenen Bauernhauses in eine Flüchtlingsunterkunft zu fassen. Offenbar war dem Absender nicht bekannt, dass diese vor längerer Zeit ins Auge gefasste Überlegung bereits seit Monaten vom Tisch war.

 „Bei der Durchsuchung der Räume vor Beginn der Sitzung des Bauausschusses handelt es sich um eine reine Präventionsmaßnahmen“, erklärte Polizeihauptkommissar Thomas Brucker vom Polizeirevier Kaltenkirchen, gleichzeitig auch Einsatzleiter.

 Glücklich über die Anwesenheit der Beamten war auch Bürgermeister Kebschull. „Vielen Dank, dass Sie mit ihren Kollegen hier sind. Wir fühlen uns nun sicher und beschützt“, erklärte er. Weitere Worte des Dankes gingen an die Bürger seiner Gemeinde, die der Sitzung des Ausschusses im bis auf den letzten Platz gefüllten Gemeindehaus beiwohnten und somit eindrucksvoll ihre Solidarität mit den Kommunalpolitikern unter Beweis stellten.

 Zu den fast 100 Besuchern zählte auch eine Delegation der Oersdorfer Feuerwehr mit Wehrführer Sven Bruhns an der Spitze. „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir unserer Anwesenheit symbolisch unsere Verbundenheit zu den Mitgliedern des Bauausschusses und der Gemeindevertreter ausdrücken“, sagte Bruhns.

 Die eigentlichen Entscheidungen des Ausschusses traten angesichts der außerordentlichen Umstände der Sitzung fast in den Hintergrund. Die Kommunalpolitiker sprachen sich dafür aus, dass auf einem rund 6200 Quadratmeter großen Gelände an der Straße Am Sandberg, Ecke Moorweg, ein kleines Neubaugebiet mit sieben Grundstücken erschlossen werden kann, auf denen Einfamilienhäuser errichtet werden können. Direkt an dem Ausschuss schloss sich eine Sitzung der Gemeindevertreter an, die diese Empfehlung billigten und damit das Baugebiet auf den Weg brachten.

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