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Hüttbleks Hexenhaus

Originelle Gartenlaube Hüttbleks Hexenhaus

Hans-Hinrich Thies Thies, Bürgermeister von Hüttblek, hat seiner Frau Evelyn einen langgehegten Wunsch erfüllt. In seinem Garten am Hüttmannsweg errichtete er die wohl originellste Gartenlaube im Kreis Segeberg – ein Hexenhaus. Schiefe Wände und Winkel sowie allerlei Kurioses sind dort zu finden.

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Umfriedet ist das Hüttbleker Hexenhaus von einem Zaun aus abgestorbenen Baumstämmen, die in Waldstücken gefunden wurden.

Quelle: Alexander Christ

Hüttblek. „Hexen hexen“ lautet der Titel einer 1990 in England gedrehten Fantasykomödie, die zum weltweiten Kinoerfolg wurde. Hexen kann Hans-Hinrich Thies aus Hüttblek zwar nicht, aber der Bau einer Unterkunft für ältere auf Besen reitende Damen ist für den 74-Jährigen kein Problem.

 Die fast fünf Meter lange, dreieinhalb Meter breite und nahezu vier Meter hohe Eigenkonstruktion würde jede Hexe vom Besen hauen: Krumme Wände, Reliquien erfolgreicher Pirsch in Form von Tierschädeln, ein rostiger Holzofen der Marke Eigenbau, der selbst bei zweistelligen Minusgraden in weniger als fünf Minuten das Heim der Hexe auf wohlige 30 Grad erwärmt. Doch das Erstaunlichste ist, dass der Erfinder, Konstrukteur und Erbauer fast kein Geld für sein kreatives Baukunstwerk bezahlt hat. Die meisten Baumaterialien stammen aus abgerissenen Häusern aus der Umgebung.

 „Die Eigentümer hatten keine Verwendung mehr für den Bauschutt, ich hingegen schon“, erzählt Thies. Die Bodenziegel stammen von einem abgerissenen Bauernhof in Bimöhlen, verwitterte Wandziegel holte er sich vom benachbarten Hof seines Sohnes Martin, der ebenfalls nichts mehr damit anfangen konnte. Dachbalken baute er aus der Ruine eines Reetdachhauses in Bebensee aus. „Ein bleiverglastes Fenster stammt aus meiner eigenen Scheune, die ich vor ein paar Jahren renoviert habe“,so Thies. Die anderen alten Fenster kaufte Thies für wenig Geld auf Flohmärkten, und die stark verwitterte Eingangstür holte er sich aus den Ruinen eines abgerissenen Einfamilienhauses in Schmalfeld.

 Die Innenwände des Hexenhauses zieren zahlreiche eigene Jagdtrophäen, und der rostige Ofen war ursprünglich einmal ein Wasserkesselspeicher. Tische und Bänke zimmerte der Hüttbleker aus einem ausrangierten hölzernen Baugerüst zusammen. Und das wichtigste Requisit, die an der Wand über der Eingangstür befestigte Hexenmaske, hat er im Internet gefunden und bestellt. Thies: „Wichtig war mir bei der Auswahl aller Baustoffe und Accessoires, dass sie möglichst alt und verwittert waren. Das Haus sollte den Charakter eines mehrere hundert Jahre alten Hexenhauses haben. Das ist gelungen.“ Auf den Einsatz einer Wasserwaage habe er während der sechsmonatigen Bauphase völlig verzichtet. Und eines der Fenster sei gewollt ein wenig schief ins Mauerwerk eingesetzt worden.

 Genutzt wird das Hexenhaus vor allem für eigene Familienfeiern oder auch Partys mit Freunden. Außerdem nimmt Thies hier oft sein Frühstück oder Abendessen ein. Denn von den großen Fenstern in der Rückwand des Gebäudes aus hat man einen herrlichen Blick auf die Natur – und seit kurzem auch auf ein brütendes Storchenpaar, das sich auf einem von Thies gebauten Nest auf der Spitze eines 15 Meter hohen Betonmastes niedergelassen hat.

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