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Vom Kriegerverein zum DRK

Kisdorf Vom Kriegerverein zum DRK

Den „Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“ kennt heute wohl kaum einer mehr, wohl aber die Nachfolgeorganisation. Denn aus dem Kriegerverein ging der Kisdorfer Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hervor. Er feiert am Sonnabend, 26. September, sein 125-jähriges Jubiläum.

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Der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Klaus Redecke und seine Frau Anngret sind dem Roten Kreuz seit vielen Jahrzehnten verbunden. Für die Feier zum 125-jährigen Jubiläum bereiten sie unter anderem Schautafeln zur Geschichte des Vereins vor.

Quelle: Isabelle Pantel

Kisdorf. Um die Feier im Dorfhaus Margarethenhoff vorzubereiten, hat sich der Vereinsvorsitzende Klaus Redecke tief in die Geschichte seiner Organisation gestürzt. Für den historischen Abriss in der Festschrift wälzte er alte Mitgliederverzeichnisse, Protokollbücher, Chroniken und weitere Literatur.

 Gründer der Ortsvereinigung waren ehemalige Soldaten, die sich noch aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 kannten. Sie wussten, wie schwierig im Ernstfall die Behandlung verletzter Soldaten war und wollten daher vorsorgen. Im November 1890 gründeten sie ihren Kriegerverein, der 1898 in „Zweigverein vom Roten Kreuz in Kisdorf“ umbenannt wurde. Die Gruppe gehörte einer Organisation an, die im Kriegsfalle in Bad Segeberg ein Lazarett mit 30 Betten einrichten sollte. Außerdem sammelten die Aktiven Spenden, beispielsweise für Hochwasseropfer in Bayern.

 Im Ersten Weltkrieg waren die Rotkreuzler besonders gefordert, denn sie unterstützten bedürftige Familien und schickten unzählige Pakete mit Grüßen aus der Heimat an die Truppen.

 Ähnlich über sich hinauswachsen mussten sie im Zweiten Weltkrieg, wobei es ihren Ortsverein zu dieser Zeit nicht mehr gab. Er war 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst und der NS-Wohlfahrt angeschlossen worden.

 Die Neugründung des Vereins erfolgte 1949. Zwölf Personen machten mit, doch innerhalb kurzer Zeit schnellte ihre Zahl auf 150 hoch. Zunächst galt es, im eigenen Lande große Not zu bekämpfen, beispielsweise durch Schuhsammlungen für Kinder. Später konnte der Ortsverein auch etwas an Bedürftige in der Ferne abgeben. So wurden unter anderem Pakete für Polen gepackt und Geldspenden nach Peru und Afrika geschickt. Zwischen 1990 und 1997 wurde Rumänien durch humanitäre Hilfe unterstützt.

 Der Ortsverein ist heute für die Gemeinden Kisdorf, Kattendorf, Winsen, Struvenhütten, Stuvenborn, Sievershütten und Hüttblek zuständig. Seine Tätigkeiten umfassen ein weites Feld. Sie reichen von der Organisation der Blutspendetermine in Kisdorf bis hin zu Gedächtnistraining, Gymnastik, Besuchsdienst für einsame Bürger und Tagesfahrten. Vor allem in der Weihnachtszeit ist der harte Kern von rund 30 Aktiven besonders rührig. Dann werden an die 270 Pakete gepackt – für Bewohner von Altenheimen und für bedürftige Familien. Darüber hinaus basteln die DRKler Dekorationen für diverse Weihnachtsfeiern in ihren Gemeinden.

 Klaus Redecke ist seit 25 Jahren Vorsitzender. Er übernahm damals zur 100-Jahr-Feier das Ruder. Nun organisiert er das nächste Jubiläum.

 Die Feier am Sonnabend im Margarethenhoff beginnt um 11 Uhr und umfasst ein buntes Programm mit Musik und Tanzvorführungen. Noch in Arbeit sind zurzeit Schautafeln mit einem historischen Abriss. Sie entstehen in mühevoller Kleinarbeit zuhause bei Redecke am Schreibtisch.

 Der Winsener ist dem DRK schon seit Jahrzehnten verbunden. Den Anstoß gab damals die Arbeit seiner Frau Anngret, die vom Roten Kreuz als Gemeindeschwester angestellt worden war. Auch sie ist dem DRK bis heute treu geblieben und engagiert sich im Vorstand des Ortsvereins.

 Die Gruppe zählt heute 220 Mitglieder. Zu Spitzenzeiten waren es doppelt so viele, aber der Schwund ist kaum aufzuhalten. „Viele unserer alten Mitglieder sind weggestorben, und neue kommen kaum nach“, sagt Klaus Redecke. Den Leuten falle es heute schwer, sich fest an eine Organisation zu binden.

 „Die Spendenbereitschaft ist aber zum Glück ungebrochen hoch“, sagt Redecke. Das sei bei der jährlichen Haus- und Straßensammlung zu merken, bei der Geld für die Arbeit des Ortsvereins gesammelt wird. Darüber finanziert das DRK beispielsweise seine Paket-Aktionen. Etwa 25 Prozent der eingesammelten Gelder werden auch an Bedürftige außerhalb der Region weitergeleitet. In den vergangenen Jahren kamen in Kisdorf, Kattendorf und Winsen jeweils über 4000 Euro zusammen. „Wir konnten dadurch den Mitgliederverlust und damit einhergehend den Verlust an Mitgliedsbeiträgen ein wenig kompensieren und unseren Haushalt für unsere sozialen Aufgaben ausgleichen“, erklärt Redecke.

 Davon werden auch in der kommenden Weihnachtszeit wieder viele Bürger profitieren. Anfang Dezember sollen ihre Tüten und Päckchen gepackt werden. Alle Kisdorfer Senioren ab 80 Jahren erhalten ein Geschenk, außerdem auch kinderreiche, sozial schwache Familien. Ansporn für das DRK ist immer wieder die Freude in den Augen der Beschenkten, wenn die Päckchen in den Tagen vor Weihnachten persönlich übergeben werden.

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