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„Schon früh morgens alles dicht“

Parkplatzprobleme „Schon früh morgens alles dicht“

Ob morgens zum Frühdienst oder abends nach dem Spätdienst: „Schon allein der Gang hinunter an den Großen Segeberger See ist total gruselig“, schildert Michelle Müller. Die 19-jährige Auszubildende beklagt die unzureichende Parkplatzsituation rund um die Segeberger Kliniken.

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Das Handy möglichst immer am Ohr: Morgens und abends bei Dunkelheit kann der Weg hinunter zum Parkplatz Backofenwiese nicht nur für junge Frauen ziemlich unheimlich sein.

Quelle: Helga Jaacks

Bad Segeberg. Auch der jetzt kostenpflichtige Parkplatz Backofenwiese sei keine wirklich gute Lösung. Michelle Müller ist 19 Jahre alt, lernt den Beruf der Krankenschwester – heute Gesundheits- und Krankenpflegerin – und kommt mit ihrer unkomplizierten Art bei den Patienten gut an, wie ihr Kolleginnen bescheinigen. In der Allgemeinen Klinik (AK) hospitierte die Auszubildende des Landesvereins Rickling. Obwohl die junge Frau die Zeit in Bad Segeberg nicht missen möchte, bleibt ihre eine ärgerliche Erinnerung: der Frust rund ums Parken.

  Am meisten leid tun der jungen Frau dabei die rund 75 Schülerinnen und Schüler, die ihre komplette Ausbildung in Bad Segeberg absolvieren und volle drei Jahre lang mit diesen Bedingungen zu kämpfen haben. „Die Chance, einen Parkplatz vor dem Haus oder zumindest in den umliegenden Straßen zu finden, ist sehr gering“, hat Michelle Müller, selbst im 3. Lehrjahr, schnell festgestellt. Ob die wenigen Stellflächen direkt vor der Klinik, die Schillerstraße, die Gartenstraße oder der Parkplatz hinter der Bäckerei: „Alles ist dicht. Sogar wenn man morgens gegen 5.30 Uhr zum Frühdienst kommt, hat man oft kein Glück mehr.“ Der Parkplatzmangel stelle auch für Besucher ein Ärgernis dar stellt und hat sich seit Anfang des Jahres aus ihrer Sicht noch weiter verschärft.

 Und die einzig wirkliche Alternative sei gerade für junge Frauen und wenig begüterte Lehrlinge nicht allzu einladend, findet die Auszubildende. Denn letztlich bleibe nur noch der Parkplatz auf der Backofenwiese, der bis Ende vorigen Jahres zumindest kostenlos war – für Azubis mit naturgemäß eher kleinem Budget ein wichtiger Faktor. Doch die Fläche sei nicht nur schnell belegt; die ganze Situation wirke vor allem während der dunklen Jahreszeit eher abschreckend. „Ich habe jedes Mal große Angst gehabt, auf der Backofenwiese zu parken“, erzählt die 19-Jährige der Segeberger Zeitung.

 Nur wenige schummrige Laternen, die Nähe zum Friedhof und manchmal nur ein vereinzeltes Auto, das irgendwo mutterseelenallein herumsteht, tragen ebenfalls nicht gerade zu einem Gefühl der Sicherheit bei. „Wenn ich Glück hatte, habe ich noch jemanden gefunden, der auch dort geparkt hat; und wir konnten dann wenigstens zu zweit da runter gehen.“ Eine Hilfe seien dann die Telefonate mit Freunden oder Verwandten gewesen, die sie wenigstens am Handy auf der Strecke begleiteten.

 „Es ist dort so dunkel, dass man einen Angreifer, der sich irgendwo versteckt, gar nicht sehen würde“, schildert die junge Frau, die nach eigenen Worten heilfroh darüber ist, nun wieder einen ordentlichen Parkplatz an ihrer Arbeitsstelle in Rickling zu haben. Denn zusätzlich zum dauernden Angstgefühl kommen auch noch die von der Stadt Bad Segeberg zu Jahresbeginn eingeführten Gebühren von 2,40 Euro für ein Tagesticket, die auch von allen bezahlt werden müssen, die jeden Tag ihren Dienst im Krankenhaus verrichten. „Für uns Auszubildende bei einer Arbeitszeit von rund 25 Tagen im Monat kommt da ein Betrag von 60 Euro zusammen. Das ist unheimlich viel Geld, wenn man es ohnehin nicht so dicke hat.“

 Hinzu komme noch das Problem, dass der Automat noch nicht einmal Wechselgeld anbietet und man den Betrag immer passend in der Tasche haben muss. „Auch das Angebot der Stadt, auf eine Monatskarte auszuweichen und damit etwas Geld einzusparen, macht die dunkle und unheimliche Parkplatzsituation nicht besser“, resümiert die 19-Jährige. Für sich selbst – und für ihre ehemaligen Kollegen – würde sie sich wünschen, dass sowohl die Stadt als auch die Arbeitgeber, in diesem Fall die Kliniken, offener wären für die Sorgen der Betroffenen.

 Eine Aussicht auf Besserung ist eher nicht in Sicht. Die Stadt hat die Einführung der Parkraumbewirtschaftung auf der Backofenwiese mit dem finanziellen Erhalt ihres Jugendzentrums verbunden. Und in Sachen Parkplatznot schiebt man sich mit der Kliniken-Leitung von jeher den Schwarzen Peter hin und her.

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