25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Park-Ärger auf dem Bleeck

Bad Bramstedt Park-Ärger auf dem Bleeck

Für reichlich Ärger sorgt zurzeit das Ordnungsamt der Stadt bei Autofahrern, die auf der Ostseite des Bleecks parken. Etliche bekamen ein Knöllchen über 30 Euro.

Voriger Artikel
Hitlergruß im Klassenchat
Nächster Artikel
Freuden-Feuer oder Wut-Brand?

Das Verbotsschild an der Nordeinfahrt zum Bleeck wird von den Autofahrern nicht ernst genommen. Schließlich hatte die Stadtverwaltung selbst angekündigt, dass wieder auf dem Marktplatz geparkt werden darf.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Die Autofahrer waren - trotz des Durchfahrtsverbotschildes - auf den Bleeck gefahren, um ihr Auto dort abzustellen. Die Stadtverwaltung hatte das allerdings auch ausdrücklich so vorgesehen.

 Betroffen davon ist auch die Familie Müller aus Wesseling bei Köln. Jedes Jahr kommen Renate und Martin Müller mit ihrem an den Rollstuhl gebundenen Sohn für einige Tage nach Bad Bramstedt, um Urlaub zu machen und nebenbei ihre Verwandten zu besuchen. Renate Müller ist gebürtige Schmalfelderin. Die Familie wohnt dann im Hotel „Zum Bramstedter Wappen“ am Marktplatz. „Mein Mann hat mich an den Rhein verschleppt“, scherzt Renate Müller.

 Bereits seit 14 Tagen ist die Zufahrt zum Bleeck trotz der noch laufenden Bauarbeiten vom Norden aus geöffnet. Eine Absperrung wurde zur Seite geschoben, damit Autos hindurch passen. Bauamtsleiter Udo Reinbacher hatte das extra gegenüber der SZ angekündigt, damit die Kunden wieder mit dem Auto zu den Geschäften und Gaststätten auf dem Marktplatz kommen können. Allerdings: Das Verkehrszeichen 250 - Verbot für Fahrzeuge aller Art - wurde an der Zufahrt aufgestellt, der Zusatz „Anlieger frei“ aber nach wenigen Tagen wieder entfernt.

 Die Rechtslage ist damit eindeutig, die Politesse verteilte ihre Strafzettel zu Recht. Wer das Einfahrtverbot missachtet, muss 30 Euro Verwarnungsgeld bezahlen. Aber was sollte dann die Öffnung der Absperrung? „Wir mussten doch davon ausgehen, dass wir hier vor dem Hotel parken können“, sagt Renate Müller. Sie ging ins Rathaus. Dort bekam sie zur Antwort, das Knöllchen könne nicht wieder rückgängig gemacht werden, weil dann ja alle anderen auch einen Anspruch darauf hätten. Stattdessen bekam sie vom Ordnungsamt in einem Brief die Empfehlung, ihr Auto auf anderen Parkplätzen abzustellen, beispielsweise am Lohstücker Weg und auf dem Parkplatz der Sparkasse. „Mit unserem behinderten Sohn im Rollstuhl ist das eine Zumutung“, findet sie. Auch müsste ja dann das ganze Gepäck durch die Stadt geschleppt werden. „Ich komme immer wieder gerne nach Bad Bramstedt“, sagt sie, „aber so sollte die Stadt nicht mit ihren Gästen umgehen.“

 Selbst Wappen-Wirt Horst Ebeling hat die 30-Euro-Verwarnung bekommen. „Wie soll ich denn eigentlich zu meinem Hotel gelangen?“, fragt er. „Ich muss beispielsweise die Wäsche zur Mangel bringen, das geht nur mit dem Auto.“ Doch eigentlich darf er das nicht, weil er bei jeder Durchfahrt das Verbotsschild ignoriert.

 Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach erklärte gegenüber der SZ: „Ich gucke mir die Bescheide gerne an und prüfe, ob sie aufgehoben werden können.“ Das „Anlieger frei“-Schild sei nach kurzer Zeit wieder entfernt worden, weil auch der Durchgangsverkehr auf den Bleeck gefahren sei, obwohl dort noch die Bauarbeiten laufen.

 Die Stadt darf eigentlich nur die Missachtung von Parkverboten ahnden, keine anderen Verkehrsdelikte. In diesem Fall ist aber beides miteinander verbunden. Deshalb werden auch gleich 30 Euro fällig und nicht nur die sonst üblichen 10 Euro.

 Ein Ende des Ärgernisses ist absehbar. Wenn das Internationale Musikfest am kommenden Wochenende zu Ende ist, wird auch die Durchfahrt über den Bleeck wieder möglich sein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3