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Von Reitweisen und Gelassenheit

Pferdefest des Nordens Von Reitweisen und Gelassenheit

„Das Pferdefest des Nordens“ ist das einzige Turnier im Land, das zur besseren Orientierung einen Übersichtsplan verteilt. Der ist notwendig: An zwei Tagen bieten stattliche 100 Wettbewerbe auf einem guten Dutzend Arealen auf der Rennkoppel in Bad Segeberg die Vielfalt der Beschäftigung mit dem Pferd.

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Heiner Ehlers aus Bokhorst mit Steinburgs Melody aus der Marley.

Quelle: Jessica Bunjes

Bad Segeberg. „Es geht hier nicht um sportliche Erfolge. Wir haben keine Sieger. Am Ende haben wir alle Spaß gehabt.“ Maritres Hötger, hauptamtliche Breitensportkoordinatorin des Landesbreitensportfestivals, erinnert an den ursprünglichen Sinn des Landesbreitensportturniers (LBT), auch wenn in Prüfungen wie der „schweren Kür“ der Reitweisen am Ende einer Siegerin die goldene Schleife angesteckt wurde: Katja Hunold (47) ritt mit dem neunjährigen Andalusier-Hengst Engallado eine harmonische Dressur nur mit dem Halsring. „Wir haben uns das stressiger vorgestellt, es ist aber alles sehr gemütlich und sehr schön“, so die Ausbilderin, die zum ersten Mal am LBT teilnahm und mit Tochter May (10) im kommenden Jahr wiederkommen will.

Das sind die Bilder zum Pferdefest des Nordens in Bad Segeberg.

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Auf einem anderen Platz bekam Sandra Lentföhr (Vosshöhlen) für ihre Vorstellung mit dem Pippi-Langstrumpf-gefleckten Noriker Reindi Elmar der XIV. in der geführten Gelassenheitsprüfung (GHP) die Bestnote „Eins“. „Wir kamen 2013 zum ersten Mal her – gingen mit einer enttäuschenden ,Sechs' nach Hause. Das hat uns angespornt“, erzählte die 20-Jährige nach ihrer Runde über eine Wippe, über Stangen, an einer klappernden Karre vorbei. Auch Pauline Linndorf (13, Schillsdorf) und ihr schottisches Highland Pony nahmen teil.  „Wir arbeiten noch am Trab“, war ihre und die Bilanz ihrer Ausbilderin Maya Japp (Großbarkau). Zur Krönung zeigte das Trio ein kleines Kunststück: Pony Eilidh of Mendick kann „Sitz“. Von den Leistungen der immerhin insgesamt fünf Stunden andauernden Varianten der GHP (geführt oder geritten) war Richterin Karin Jürgensen (Schleswig) angetan: „Das Niveau ist gut, da hat sich viel getan.“

„Die ,GHP' ist der absolute Renner“, erklärte Maritres Hötger. „Sie und einige weitere Wettbewerbe explodieren regelrecht, wie die offenen Küren, gebisslos oder mit Gebiss, für junge und alte Pferde, schwer und leicht.“ Auch der vor drei Jahren erstmals ausgeschriebene Vertrauenstrail am Leitseil hätte eine „bombastische“ Resonanz. „Wir freuen uns, dass hier alles, was sonst nicht auf Turnieren gezeigt wird, so gut angenommen wird.“

Gespräche über gebisslose Disziplinen

Währenddessen führte Matthias Karstens, Geschäftsführer des Pferdesportverbands Schleswig-Holstein, einige Vertreter anderer Landesverbände herum, um sich einen Eindruck der gebisslosen Reitweisen zu machen. „Wir wollen uns nicht vor diesem Trend verschließen, überlegen, in WBO-Prüfungen gebissloses Reiten zuzulasssen. Aber es muss sicher und sinnvoll bleiben“, so der PSH-Chef. Nicht alle Gebisslos-Varianten seien gleichbedeutend mit pferdefreundlich. „Viele Reiter wollen ihrem Pferd etwas Gutes tun, brauchen aber Aufklärung und Unterstützung“, so Karstens. Überlegt wird, Bosal, Sidepull, Halsring und Knotenhalfter in WBO-Wettbewerben zu erlauben.

Ein Höhepunkt war das Landes-Fohlenchampionat des Pferdestammbuchs SH/HH, das zum 19. Mal im Rahmen des LBT ausgerichtet wurde. „Für unsere Züchter ist es eine herrliche Plattform“, so der PSB-Vorsitzende Raimon Joesten (Heide). Am Start waren rund 70 Fohlen vom Mini-Shetty bis zum Schleswiger und sogar Schwarzwälder Kaltblut. Die besten der jeweiligen Rassegruppen wurden mit der Siegerschärpe geehrt. Als bestes Hengst-Reitponyfohlen verließ der Vize-Bundessieger Soelrings Mr. Renegades aus der Zucht von Heidi und Günther Schurek (Wanderup) den Platz. „Gerade für uns als ehrgeizige Hobby-Züchter ist das eine großartige Werbung“, so Heidi Schurek. Insgesamt sahen rund 4000 Besucher zu, was die 1000 Aktiven mit den Pferden zeigten.

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Foto: Swantje Groth (29) aus Neumünster (li.) – mit dem polnischen Kaltblut Kalina – und Alina Leonhardt (16) aus Hamburg – mit dem Barockpinto von Manuela Höfert (Neumünster) – waren im Vorjahr von der Gelassenheitsprüfung ganz angetan.

600 Ponys und Pferde werden am Wochenende zum 21. „Pferdefest des Nordens“ in Bad Segeberg erwartet. Der Landesturnierplatz verwandelt sich – wie nunmehr seit 21 Jahren – in eine bunte Spielwiese des Breitensports.

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