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Brandstifter gefasst

Pflegeheim-Feuer Brandstifter gefasst

Die Ursache für den Brand im Geräteschuppen des DRK-Seniorenzentrums an der Straße Krauser Baum ist aufgeklärt. Die Polizei nahm einen 17-jährigen Kaltenkirchener keine 20 Minuten nach der Alarmierung der Feuerwehr in der Nähe des Tatorts in Kaltenkirchen fest. Er gestand die Brandstiftung.

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Nur noch verkohlte Überreste im Geräteschuppen zeugen vom Feuer am Kaltenkirchener Pflegeheim.

Quelle: Alexander Christ

Kaltenkirchen. Der Jugendliche, der Zeugen aufgefallen war, weil er sich beim Feuer in der Nähe aufgehalten und sich verdächtig benommen hatte, hat die Tat bereits eingeräumt und wurde nach seinem Geständnis wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihn erwarten nun unangenehme Konsequenzen. Denn neben den strafrechtlichen Folgen dieser Tat, für die er sich vor Gericht verantworten muss, entstand zudem rund 200000 Euro Sachschaden. Der junge Mann ist bei der Polizei kein Unbekannter. Ob er noch für weitere, ähnliche Taten in Frage kommt, müssten die noch andauernden Ermittlungen zeigen, erklärte Silke Westphal von der Polizeipressestelle in Bad Segeberg.

 Es waren Momente der Todesangst und des betäubenden Gefühls vollkommener Hilflosigkeit. Reinhold Maywald (87) aus Kaltenkirchen durchlebte schreckliche Minuten, als in der Nacht zu Sonnabend nur wenige Meter vor dem Fenster seines Zimmers meterhohe Flammen in den Himmel empor züngelten. „Ich schlief in dieser Nacht ohnehin sehr unruhig und wachte das erste Mal kurz nach Mitternacht auf. Ich hörte die Stimmen von zwei oder drei jungen Männern, die sich in unmittelbarer Nähe vor meinem Fenster lautstark unterhielten“, schildert der seit einem Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselte pensionierte Berufsschullehrer die Ereignisse. Danach nickte er wieder ein.

 Der unruhige Halbschlaf wurde jedoch jäh unterbrochen durch einen gewaltigen Knall. Maywald: „Ich sah von meinem Bett aus durch das Fenster und blickte auf eine gewaltige, mehrere Meter hohe Flammenwand.“ Das Bewusstsein seiner Hilflosigkeit – die Folgen des Schlaganfalls – versetzte den Senior in einen Zustand völliger Apathie. Er hatte nicht mehr die Kraft, das Bett zu verlassen. Nur wenige Minuten später, die dem 87-Jährigen wie Stunden vorkamen, betrat ein Feuerwehrmann das Zimmer. „Er sagte mir, dass er mich in Sicherheit bringt, zog mir meinen Bademantel an, hob mich in den Rollstuhl und brachte mich in die Cafeteria.“

 Dort warteten bereits etwa 40 weitere Bewohner des Pflegeheims aus dem vom Brand betroffenen Gebäudetrakt. Sie waren von den Rettungskräften der Feuerwehr und der Schnelleinsatzgruppe (SEG) dorthin in Sicherheit gebracht worden. Kurz darauf wurden Maywald und einige andere Opfer des nächtlichen Brandanschlags in das DRK-Pflegeheim am Ehrenhain verlegt, wo sie den Rest der Nacht verbrachten. Schon am Nachmittag durfte der Senior wieder in seine vertraute Umgebung zurückkehren.

 Das Personal des DRK-Seniorenzentrums hatte direkt nach dem Abzug der Rettungskräfte mit der Reinigung der von Ruß und Rauch verunreinigten Zimmer begonnen. Inzwischen sind, bis auf eine Ausnahme, alle Bewohner wieder zurückgekehrt. „Das letzte Zimmer wird spätestens in 14 Tagen wieder bewohnbar sein. Mein ganzer Dank gilt allen Rettungskräften und Mitarbeitern, die an dieser Aktion beteiligt waren und dank ihres schnellen und umsichtigen Handelns dafür sorgten, dass alle betroffenen Bewohner unversehrt aus den Zimmern evakuiert werden konnten“, sagte Uta Rickes, Leiterin des DRK-Seniorenzentrums.

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