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Mehr Konkurrenz als gedacht?

Levo-Park Mehr Konkurrenz als gedacht?

Droht der örtlichen Wirtschaft durch den Levo-Park eine größere Konkurrenz als ohnehin befürchtet? Nach Recherchen von Möbel-Kraft-Chef Günter Loose ist im Entwurf für den Bebauungs-Plan neben den bislang bekannten 4 Hektar für Einzelhandel auch von einem 4,7 Hektar großen „Kerngebiet“ die Rede.

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Professor Gerhard Steinebach (rechts) verteidigte die Levo-Park-Pläne im Planungsausschuss des Zweckverbandes.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Das Problem: Auch in solch einem Kerngebiet ist Handel erlaubt. Seit Wochen wird in der Kommunalpolitik kontrovers darüber diskutiert, ob Investor Ulrich Wachholtz auf dem ehemaligen Kasernengelände neben der unstrittigen Gewerbenutzung auch Handel und Wohnen etablieren darf. Nur mit diesem „Nutzungsmix“, so argumentiert der von Wachholtz beauftragte Planer Professor Gerhard Steinebach, würde sich das 30-Hektar-Areal wirtschaftlich auf Dauer tragen.

 Im Zweckverband Mittelzentrum (ein Zusammenschluss von Bad Segeberg, Wahlstedt, Fahrenkrug und Schackendorf) regt sich derzeit bei der Aufstellung eines F(lächennutzungs)-Plans als Grundlage für einen detaillierten B-Plan vor allem Widerstand gegen den geplanten Handel. Etliche Bad Segeberger Unternehmer sehen das Vorhaben als existenzbedrohend. Vorgesehen sind bis zu 12000 Quadratmeter Verkaufsfläche – fast so viel, wie die gesamte Innenstadt mit knapp 14000 Quadratmetern hat.

 Möbel-Kraft-Vorstand Loose, der zu den größten Kritikern der Levo-Park-Planungen gehört, hat sich intensiv in die Materie eingearbeitet und mehrere Punkte entdeckt, die ihn alarmieren. Wer hat den F-Plan entworfen? Professor Steinebach. Wer hat den B-Plan entworfen? Professor Steinebach. Wer hat die eingereichten Stellungnahmen und Kritikpunkte zum F-Plan bearbeitet und den Kommunalpolitikern vorgelegt? Professor Steinebach. „All das ist nicht von einer neutralen Stelle erarbeitet oder abgewogen worden, sondern durch den Planer und Verfasser“, kritisiert Loose. Die Politik bekomme deutlich gefärbte Informationen auf den Tisch. Schließlich werde Steinebach vom Investor bezahlt.

 Laut Bauamtsleiterin Antje Langethal ist es allerdings „nicht unüblich“, dass für den F- und B-Plan der Investor aufkommt. Entweder werden diese planerischen Leistungen von demjenigen, der ein Bauvorhaben realisieren will, geliefert – oder die Stadt gibt die Pläne in Auftrag und lässt sich die Kosten vom Investor erstatten. Langethal: „In der Regel beauftragen wir.“ Diesmal allerdings nicht. „Es ist richtig: Professor Steinebach hat auch die Abwägung aufgearbeitet“, räumt die Amtsleiterin ein. Das heißt: Der Planer hat die Stellungnahmen, die zu seinem F-Plan eingereicht wurden, selbst auf deren Stichhaltigkeit bewertet. Dieses Papier wurde dann den Mitgliedern im Planungsausschuss des Zweckverbandes Mittelzentrum vorgelegt. Loose will die fachliche Qualifikation des Experten nicht in Zweifel ziehen, sieht aber das deutliche Interesse im Hintergrund, das Projekt für Wachholtz durchzukriegen.

 Bauamtsleiterin Langethal räumt ein, dass dieses an sich gängige Verfahren in solch einem strittigen Fall nicht sonderlich glücklich wirkt. Die Entscheidung über die Einwendungen fälle aber die Kommunalpolitik.

 Ein zweites Problem ist im Entwurf des B-Plans zu finden. Dort ist der Levo-Park in mehrere Bereiche unterteilt: Handel (im Süden an der B206), Wohnen (im Westen an der Grenze zu Fahrenkrug), Gewerbe (Nordosten und Osten) sowie ein zentrales „Kerngebiet“ von rund 4,7 Hektar , das an die Handelsfläche grenzt. Loose schaute in der Baunutzungsverordnung nach, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Dort heißt es in Paragraf 7: „Kerngebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von Handelsbetrieben sowie der zentralen Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur.“ Loose war verblüfft: „Da ist dann ja noch mehr Handel möglich!“

 Dieser Punkt sei in der Tat strittig, betont Antje Langethal. „Das muss noch geprüft werden. Das ist eine Festsetzung, die aus meiner Sicht verändert werden sollte. Das weiß auch Herr Professor Steinebach.“ Im Levo-Park werde es keinen „ungesteuerten Einzelhandel“ geben, sagt die Amtsleiterin. „Das darf nicht passieren.“

 Ein wenig seltsam ist, dass die Aufregung um den Einzelhandel erst jetzt in der Kommunalpolitik einsetzt. Vor Monaten war der F-Plan-Entwurf samt Gewerbe, Wohnen und Handel auf den Weg gebracht worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch niemand die Pläne kritisiert. Erst als Teile der Kaufmannschaft ihre Stimme erhoben, wurde der Ton in den Gremien kritischer. Die wegweisende Entscheidung zum F-Plan wird im Zweckverband am 8. Dezember getroffen.

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