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Schadenersatz wegen Fake News zu "Amoklauf"

Polizei stellt Rechnung Schadenersatz wegen Fake News zu "Amoklauf"

Erstmals in Schleswig-Holstein geht die Polizei gegen einen Bürger vor, der über soziale Medien Falschmeldungen verbreitet hat. Der Betreiber eines Facebook- und Twitterprofils soll der Polizei Schadenersatz zahlen. Mit Fake News habe er einen Polizeieinsatz in Reinsbek (Kreis Segeberg) behindert.

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Die Polizei warnte über ihre Facebookseite vor Falschmeldungen und Panikmache zu einem Familiendrama in Reinsbek (Pronstorf), die unbekannte Bürger bei Twitter und Facebook verbreitet hatten.

Quelle: Nicolas Armer

Reinsbek.  Die Landespolizei betritt juristisches Neuland: Erstmals in Schleswig-Holstein geht die Behörde gegen den Urheber von Falschmeldungen vor, die über Twitter und Facebook verbreitet wurden. Der nach Recherchen unserer Zeitung aus dem Raum Lübeck stammende Mann hatte mit den Fake News einen Großeinsatz im Kreis Segeberg behindert und Panik geschürt – nun soll er mehrere Hundert Euro Schadenersatz zahlen.

Anlass war das dramatische Geschehen am 20. März in Reinsbek (Gemeinde Pronstorf). Mit einem Großaufgebot waren Polizei und Rettungskräfte in den Abendstunden zu einem Familiendrama geeilt. Ein 19-Jähriger hatte drei Angehörige mit Messer und Beil verletzt und war geflüchtet. Die Polizei fahndete mit Hunden und Hubschrauber nach dem jungen Mann. Stunden später stellte er sich in Hamburg. Auf Twitter und Facebook wurden nach der Tat mehrere Falschmeldungen verbreitet. Darin hieß es, die Polizei sei mit Spezialeinsatzkräften im Einsatz und habe die Bewohner gebeten, die Öffentlichkeit zu meiden. Gewarnt wurde in den Posts sogar vor einem „Amokläufer“.

Das löste Panik bei vielen Bürgern aus, die das im Internet lasen. Besorgt riefen sie die Polizei an. Die Leitungen liefen heiß. Die Leitstelle konnte kaum noch ihrer Arbeit nachgehen. Und die Polizei musste in der Nacht Beamte alarmieren, damit sie auf der Facebook-Seite der Segeberger Polizei diese verbreiteten Falschmeldungen als Fake News entlarven. Die zusätzlichen Personalkosten werden jetzt dem Verbreiter in Rechnung gestellt. Es soll sich um mehrere hundert Euro handeln.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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Die Polizei in Schleswig-Holstein handelt richtig, wenn sie gegen die Urheber von Fake News vorgeht. Es war höchste Zeit, ein Zeichen zu setzen. Recht und Gesetz haben auch im Internet zu gelten.

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