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Pionier der Rheumachirurgie gestorben

Bad Bramstedt Pionier der Rheumachirurgie gestorben

Prof. Dr. Karl Tillmann galt als Pionier der Rheumachirurgie, mit der er dem Klinikum Bad Bramstedt zu internationalem Ansehen verhalf. Er starb am Sonnabend im Alter von 85 Jahren.

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Prof. Karl Tillmann ist in Bad Bramstedt im Alter von 85 Jahren gestorben.

Quelle: Bernhard-Michael Domberg

Bad Bramstedt. Tillmann wurde am 3. März 1932 in Euskirchen im Rheinland geboren. Zum Studium ging er nach Hamburg, wo er 1959 seine ärztliche Approbation erhielt. Bereits während seiner Ausbildung zum Orthopäden am Uni-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf erfuhr der angehende Facharzt, dass in Finnland rheumakranke Patienten operiert wurden. Tillmann hospitierte daraufhin in Finnland und kam 1966 als Oberarzt in die damalige Rheumaheilstätte Bad Bramstedt. Zusammen mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Gerhard Josenhans führte er das enge Zusammenwirken von Rheumatologen, Orthopäden und Internisten in Bad Bramstedt ein.

Der Chirurg und der 2005 gestorbene Internist Josenhans gründeten 1967 die orthopädische Abteilung der Klinik und führten ein Konzept ein, das konservative und operative Behandlung von rheumatischen Erkrankungen unter einem Dach ermöglichte. Die ersten zwei Jahre musste Tillmann – mangels Operationssaal in der Rheumaklinik – seine Patienten mit dem eigenen Auto von Bad Bramstedt ins St.-Georg-Krankenhaus nach Hamburg fahren.

Ab 1968 konnte Tillmann dann in Bad Bramstedt operieren. „Ich startete zunächst als Einmannbetrieb in der Station Ost, im Haus Alexander", erinnerte sich Tillmann später in einem Gespräch mit der SZ. „Mein Chef Josenhans assistierte, und für die Anästhesie war ich selbst zuständig.“ 200 Mal im Jahr wurde damals operiert, heute sind es über 2000 Operationen.

Tillmann, der 1976 habilitierte, spezialisierte sich auf die Hand- und Fußchirurgie und wurde auf diesem Gebiet zum anerkannten Fachmann. 1981 wurde er zum Professor der Universität Hamburg ernannt. Von 2000 bis 2001 war er Lehrstuhlinhaber der Medizinischen Universität Lübeck. Sein Buch „Der Rheumatische Fuß und seine Behandlung“ gilt unter Rheumatologen als Standardwerk.

Bis 1997 war Tillmann Chefarzt der Orthopädie in der Rheumaklinik Bad Bramstedt. Nach seiner Pensionierung operierte weiter Privatpatienten.

Das Klinikum Bad Bramstedt würdigte in einem Nachruf auch Tillmanns „menschliche Art" gegenüber Patienten und Mitarbeitern.

Tillmann hinterlässt seine Frau Brigitte, mit der in Bad Bramstedt lebte. Aus seiner ersten Ehe hatte er drei Kinder.

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