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Selfies waren Ehrensache

Bad Segeberg: Eine Stadt spielt Karl May Selfies waren Ehrensache

Wer nicht Bescheid wusste war und am Sonnabend wie immer auf dem Wochenmarkt einkaufen oder einfach nur durch die Geschäfte bummeln wollte, staunte nicht schlecht: Die Fußgängerzone war voll; viele Kinder (und auch einige Erwachsene) hatten sich als Cowboy oder Indianer verkleidet.

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Überall vor den Tischen der Schauspieler bildeten sich lange Warteschlangen, auch Nicolas König schrieb einen Namenszug nach dem anderen, neben ihm Linda Holly.

Quelle: gik

Bad Segeberg. Eingeweihte und die, die jedes Jahr dabei sind, wussten natürlich Bescheid: Gegen 11 Uhr sollte man sich in der Kirchstraße, ungefähr auf Höhe der Marienkirche, aufhalten. Denn von dort besteht immer die beste Sicht auf diejenigen, die aus Richtung Kalkberg auf die Innenstadt zusteuern: Das gesamte Ensemble der Karl-May-Spiele mitsamt vielen Statisten zog in voller Bühnenkluft als bunte fröhliche Gesellschaft durch die Straße – denn es war mal wieder Zeit für „Eine Stadt spielt Karl May“.

 Eine ganze Menge Leute bewegte sich dagegen eine Zeitlang nicht vom Fleck. Sie standen geduldig in langen Schlangen vor Sonnenschirmen, unter denen anscheinend irgendetwas Besonderes los war. Was genau, war auf den ersten Blick nicht zu entdecken, dafür drängten sich einfach zu viele Leute davor.

 Auch hier waren die Eingeweihten im Vorteil: Für sie war klar, dass unter den Sonnenschirmen (die endlich mal wieder ihrem Namen Ehre machen konnten) die Schauspieler zu zweit oder zu dritt saßen und unermüdlich Autogramme schrieben. Wer genau hinschaute, entdeckte auch die Namen derjenigen, die drunter saßen. Barbara Wussow („Senorita Miranda“) zum Beispiel arbeitete sich durch den Stapel Autogrammkarten flankiert von Dirc Simpson („Sam Hawkens“) und Patrick L. Schmitz („Heinz-Egon Winzigmann“).

 Schmitz war der Erste des Darstellertrios, bei dem die Unterschriftensammler ankamen. „Für Irmchen“, bat eine ältere Dame freundlich den Heinz-Erhardt-Imitator. „Für Irmchen!“ rief Patrick Schmitz dann seinen zwei Mitstreitern gut gelaunt zu. So hatte die nette Dame in diesem Fall ganz fix ihre drei Unterschriften. Nicht so flott ging es, wenn schwierige Vornamen zu bewältigen waren oder die ganz großen Fans für ihre Bühnenlieblinge komplette Erinnerungs-Alben, T-Shirts oder Plakate zum Signieren mitgebracht hatten. Und wenn dann natürlich noch ein Erinnerungsfoto gemacht werden musste – was aber Ehrensache für das Karl-May-Ensemble war. Schließlich hatten einige Fans sich schon morgens früh um 8 Uhr vor den Autogramm-Tischen aufgebaut, um wenigstens in dieser Schlange ganz vorn zu stehen.

 Überwältigt von dem Trubel schaute sich Sven Klockmann mit seinen Töchtern Letizia (10) und Lucia (5) alles an. „Wir sind das erste Mal hier“, erzählte der Familienvater aus Schönberg bei Trittau. „Das ist ja wirklich toll!“ Schon zum 16. Mal dagegen war die Band „Jenny and Friends“ mit Countrymusik auf der Volksbankbühne dabei und hatte wie immer viel Spaß. Kaum, dass sie den ersten Song anstimmte, fingen die Linedancer an, das Tanzbein zu schwingen – auch aus anderen Städten waren sie an diesem Tag nach Bad Segeberg gekommen.

 Bleibende Erinnerungen an diesen Aufenthalt im Wilden Westen gab es aber nicht nur durch Autogramme und Selfies: Bei der Buchhandlung C. H. Wäser konnten sich Kinder wie Old Shatterhand oder Winnetou kostümieren und sich stilecht auf einem Pferd (das einfacherweise aus Holz war und immer brav still hielt) fotografieren lassen. Das kostenlose Erinnerungsfoto können sie demnächst im Kundencenter der Segeberger Zeitung abholen.

 Wer übrigens zu denjenigen gehörte, die keine Ahnung hatten, wie sich die Stadt am ersten Sonnabend im August verwandeln kann, musste sich einfach irgendwie durcharbeiten durch die ganze Aufregung. „Ich wollte doch nur ein paar Äpfel auf dem Markt kaufen, und dann das hier!“ meinte ein überraschter Bad Segeberger. Ist aber ja nur einmal im Jahr, dass die Stadt verrückt – oder besser Karl May- spielt. Da muss man dann durch.

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