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Schwer beizukommen

Prostitution an der B 206 Schwer beizukommen

Seit Sommer 2015 ist die offene Prostitution auf den Parkplätzen an der B206 zwischen Bad Segeberg und Bad Bramstedt verboten. Doch das kümmert die Frauen nicht. Die Polizei verwies sie der Plätze, fuhr sie weg, nahm sie sogar zeitweise in Gewahrsam und stellte Bußgeldbescheide zu. Es nutzte alles nichts.

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Warten auf einen Freier: Erneut stehen Prostituierte auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 206 bei Hartenholm.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Die Frauen bieten immer wieder ihre Dienste an, und die Strafgelder haben sie bislang auch nicht bezahlt. Jetzt wurde das Verkehrsministerium eingeschaltet, um nach Lösungen zu suchen.

 Das Problem selbst ist alt. Schon seit fast zwei Jahren arbeiten die Prostituierten auf den Parkplätzen. Zunächst wurde das von den Behörden geduldet. Dann bildeten sich Anwohnerproteste. Als rivalisierende Prostituiertengruppen im Sommer 2015 untereinander handgreiflich wurden, zogen die Polizei und der zuständige Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) den Schlussstrich. Seitdem wird versucht, das Platzverbot für die Prostituierten durchzusetzen.

 Mit wenig Erfolg. Von August bis Dezember 2015 konnte der LBV den Frauen 19 Bußgeldbescheide zustellen. Einige bezogen sich auf mehrere Ordnungswidrigkeiten. „Bislang ist noch kein Bußgeld gezahlt worden“, teilte eine LBV-Sprecherin mit. „Im Hinblick auf die Vollstreckungsmöglichkeiten befindet sich der LBV noch im Abstimmungsgespräch mit dem Verkehrsministerium.“ Mit anderen Worten: Die Behörden wissen nicht so recht, wie sie an ihr Geld kommen sollen. Das äußerste Mittel wäre eine richterlich angeordnete Erzwingungshaft.

 Auch 2016 ebbte das Problem nicht ab. Allein seit dem Jahreswechsel wurde von den Ordnungsbehörden zehn Mal ein Verfahren eingeleitet, teilte Nico Möller mit, Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg. „In der Regel handelt es sich bei den angetroffenen Frauen um rumänische oder bulgarische Staatsbürgerinnen.“

 Die Polizei fahre nahezu täglich zu unregelmäßigen Zeiten an den Parkplätzen der B206 entlang, erklärte der Sprecher. Die Ermittlungen in dieser Sache seien beim Autobahn- und Bezirksrevier am Standort Bad Segeberg konzentriert.

 Wird eine Prostituierte angetroffen, erhält sie grundsätzlich ein Platzverweis nach dem Landesverwaltungsgesetz, erläuterte Möller. Steht sie bei einer Nachkontrolle erneut dort, wird sie von der Polizei einkassiert. Beim sogenannten Verbringungsgewahrsam wird die Prostituierte an einen anderen Ort gefahren, etwa an eine Bushaltestelle oder an einen Bahnhof. Kehrt sie an den Parkplatz zurück, greift als letztes Mittel der Unterbindungsgewahrsam, den ein Richter anordnen muss. Die Frau wird in eine Zelle gebracht, wo sie - maximal bis zum nächsten Tag - einsitzen und dafür zahlen muss. 150 Euro werden pro Fall in Rechnung gestellt. Alle diese Verfahren laufen noch beim Landespolizeiamt.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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