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Kunst rückt in den Mittelpunkt

Psychiatrie Rickling Kunst rückt in den Mittelpunkt

Das Psychiatrische Zentrum in Rickling bekommt einen neuen spektakulären Treffpunkt. Auf dem zentralen Platz vor dem Verwaltungsgebäude wird ein Kunsthaus errichtet. 1,7 Millionen Euro wird das Gebäudeensemble für Kunst-, Ergotherapie und Ausstellungen kosten.

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Dieses Bild malte ein Patient im Atelier des Psychiatrischen Krankenhauses in Rickling.

Quelle: Gerrit Sponholz

Rickling. Geplant ist eine Bauweise in Wabenform. Beherbergen wird das 830 Quadratmeter große Gebäude nicht nur Kunst- und Ergotherapiezimmer. Breiten Raum nehmen auch Flächen für Ausstellungen ein. Sie sollen später eine Brücke bauen zwischen Psychiatrie und Öffentlichkeit.

 Auch Künstler aus der Region werden ihre Werke präsentieren können, getreu dem Motto des Landesvereins: „Einander begegnen!“ Außerdem sind vereinzelt Konzerte geplant.

 Schon seit zehn Jahren verfolgt der Landesverein für Innere Mission, der Träger der Klinik, dieses Projekt. Mit dem Bau beginnen will er noch in diesem Jahr, sagt Pressesprecherin Regina Rocca.

 120000 Euro sind bereits gespendet worden. Den Rest muss der Landesverein aus eigenen Reserven und mit Kredit finanzieren.

 Kunst spielt in der Betreuung der Patienten eine wichtige Rolle, sagen Nikolas Kahlke, Leitender Chefarzt des Psychiatrischen Krankenhauses, und Regina Rocca. Die Patienten können ihren Gefühlen Ausdruck verleihen, ihre Kreativität entdecken, verlorenes Selbstwertgefühl zurückgewinnen und innere Ruhe finden. Die Patienten malen, töpfern, arbeiten mit Holz und können an einem Piano Klavier spielen.

 Bislang sind die Räume für die Kunsttherapie und das Maleratelier in einem alten Holzhaus aus den 1940er Jahren untergebracht. Die Kunsttherapie ist Teil eines festen Behandlungsplanes. Das Maleratelier dagegen ist ein offenes Angebot für jeden der jährlich 3800 Patienten. Genutzt wird es von Frauen und Männern gleichermaßen, berichtet Betreuerin Lena Kjär, die Kunst und visuelle Kommunikation studiert hat. Etwa 20 bis 30 Patienten nutzen die vielen Möglichkeiten jeden Tag.

 Ein Patient hatte vor über 30 Jahren den Anstoß für die Kunstarbeit in der Ricklinger Psychiatrie gegeben. Er malte auf seinem Zimmer, das für seine Werke rasch zu klein wurde. Daraufhin wurde von der Klinik das erste Atelier eingerichtet. Mittlerweile ist die Arbeit mit Kunst aus der Psychiatrie nicht mehr wegzudenken. Mit dem neuen Kunsthaus auf dem zentralen Platz wird die Bedeutung jetzt auch für jeden sichtbar.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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