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Depressive Segeberger

Gesundheitsreport Depressive Segeberger

Nervosität, Angst und Depressionen sind die häufigsten Ursachen für Arzneimittelmissbrauch im Beruf. Gerade im Kreis Segeberg hat die Zahl der psychischen Erkrankungen stark zugenommen. Das geht aus dem Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK für 2014 hervor.

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Überlastung am Arbeitsplatz kann in Depressionen münden, die wiederum zu „Hirndoping“ verführen.

Quelle: DAK

Kreis Segeberg. Im Vergleich mehr Segeberger als andere Schleswig-Holsteiner waren wegen Depressionen und Angstzuständen krank geschrieben. Zwischen Stocksee und Norderstedt ist der Krankenstand im vergangenen Jahr angestiegen. Insgesamt nahmen die Ausfalltage leicht auf 4,1 Prozent zu. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 41 krankgeschrieben. Mit 4,1 Prozent hatte der Kreis zudem einen höheren Krankenstand als der Landes- und Bundesdurchschnitt (je 3,9 Prozent). Landesweit an der Spitze mit 4,6 Prozent liegt Neumünster, am unteren Ende mit 3,4 Prozent Nordfriesland.

 Die DAK hat rund 35000 Versicherte im Kreis Segeberg. Einen Sprung nach oben machten die Krankschreibungen bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen. Der Arbeitsausfall aufgrund dieser Diagnose nahm um gut ein Drittel zu, von 235 auf 315 Fehltage je 100 Versicherten. Damit lag Segeberg 2014 deutlich über Schleswig-Holstein mit 273 psychisch bedingten Fehltagen. Gründe für diesen signifikanten Unterschied konnte DAK-Niederlassungsleiter Nils Junker nicht nennen.

 Die meisten Ausfalltage wurden im Kreis wie im Land aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen verzeichnet, deren Zahl aber nahezu konstant blieb. Stark zurückgegangen sind demgegenüber Fehltage bei Atemwegsbeschwerden wie Erkältungen und Bronchitis. Auch Krankschreibungen wegen Verletzungen und Vergiftungen wurden seltener verzeichnet. Die Zahlen sanken im Kreis Segeberg um fast 14 Prozent und lagen damit etwas unter dem Landesschnitt.

 Einen Zusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und Arzneimittelmissbrauch am Arbeitsplatz vermutet Nils Junker. Von „Hirndoping im Job“ spricht die Krankenkasse, die diesen „aktuellen Trend“ untersucht hat. „Es wird versucht, die Leistung zu steigern und die Stimmung aufzubessern.“ Zahlen aus der Region, die diese Annahme stützen, liefert der Gesundheitsreport allerdings nicht.

 Für die Studie hat die Krankenkasse die Daten ihrer Mitglieder analysiert und bundesweit 5000 Männer und Frauen repräsentativ befragt. Ein Fazit: In Schleswig-Holstein nutzen 25600 Beschäftigte mindestens zweimal im Monat verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen. Männer würden demnach eher zu leistungssteigernden Mitteln, Frauen häufiger zu stimmungsaufhellenden Medikamenten greifen. Gefährdet seien vor allem Erwerbstätige mit einfachen Jobs. Damit - so die DAK - sei „Hirndoping“ bei Otto Normalverbraucher angekommen, um den Arbeitsalltag besser zu meistern. „Auch wenn Doping im Job noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal“, warnt Junker. „Nebenwirkungen und Suchtgefahr sind nicht zu unterschätzen.“

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